42. Tokyo Motor Show: Grüne Autos für die Generation Smartphone

42. Tokyo Motor Show: Grüne Autos für die Generation Smartphone

, aktualisiert 01. Dezember 2011, 15:33 Uhr
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Eines der meist fotografierten Motive der Messe: Toyotas Concept Car Fun-Vii. Insgesamt zeigen 176 Aussteller aus 12 Ländern bei der 42. Auflage der Tokyo Motor Show vor allem spannende Zukunftsprojekte ...

Quelle:Handelsblatt Online

Auf der Tokyo Motor Show buhlen die Aussteller um die Märkte der Zukunft. Elektromobil und smart sollen sie sein – die Frage ist nur, wann.

TokioDie schöne neue Welt des Akio Toyoda heißt „Toyota Fun-Vii“ und kann so ziemlich alles. Auf Knopfdruck kann der Dreisitzer die Innen- und Außenfarbe wechseln, sich zu einem kompletten Bildschirm umwandeln, die Freunde über den Aufenthaltsort informieren sowie deren bestimmen, ähnlich einem Social-Network-System. „Wir dachten, es wäre interessant wenn wir Räder an ein Smartphone bauen“, scherzte Toyoda bei der Präsentation.

Toyota hatte die größte japanische Automobilmesse, die Tokyo Motor Show, die am heutigen Freitag offiziell ihre Pforten öffnet, schon ein paar Tage vorverlegt, um der Presse die neuesten Errungenschaften aus den Laboren zu zeigen. Der Trend bei Japans Nummer Eins heißt: grüne Autos für die Generation Smartphone. Auch Nissans Boss Carlos Ghosn setzt darauf. Es gehe nicht mehr allein darum, Autos zu bauen, so Ghosn. „Unsere Vision für eine saubere, vernetzte mobile Gesellschaft erfordert sowohl die Entwicklung von Autos wie auch von Infrastruktur.“

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Auf beiden Feldern sind die Japaner schon weit vorne. Während in Deutschland noch über Aufladestationen für Elektrofahrzeuge in Parkhäusern diskutiert wird, präsentieren etwa Nissan oder auch Mitsubishi in Kooperation mit Elektronikkonzernen ganzheitliche Konzepte für vernetzte Privathäuser mit Speicherbatterien für Auto und Hausversorgung. Dazu kommen Wagen, die an die Bedürfnisse einer ständig vernetzten Gesellschaft angepasst sind – wie Toyotas Fun-Vii oder Nissans neuer Pivo3. Der Pivo3 lässt sich über das Smartphone steuern - und sogar ausparken.

Tatsächlich, dass wissen aber auch Toyoda und Ghosn, sind diese Spielereien derzeit noch nicht viel mehr als schmückendes Beiwerk. Deshalb geht es in Tokio auch und vor allem darum, der Welt konkrete Rezepte für die nächsten Jahre an die Hand zu geben. Und die werden von einem zunehmendem ökologischen Bewusstsein gesteuert sein. „Die grüne Technik auszubauen ist erste Voraussetzung dafür, den Wettbewerb zu überleben“, sagt Masato Sase, Leiter der Autosektion bei Deloitte Tohmatsu Consulting in Tokio.

Nahezu alle Aussteller buhlen deshalb auf der Ausstellung um den auf Energieeffizienz und Umweltfreundlichkeit fokussierten Kunden. Lediglich die Wege sind verschieden. BMW setzt vor allem auf die Hybridisierung. „In der Zukunft werden Elektroautos nur einen kleinen Anteil am Gesamtmarkt haben. In 10 Jahren vielleicht 3, 4 oder 5 Prozent – in einem Markt, der etwa 100 Millionen Autos haben wird“, glaubt etwa BMW-Marketingvorstand Ian Robertson.

Alle Hersteller betonen jedenfalls in Tokio, dass sie weiterhin eine große Bandbreite an Modellen und Antrieben anbieten werden. Neben Elektrowagen zeigen die Konzerne daher auch Alternativen wie Diesel-, Hybrid- oder Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge. BMW zum Beispiel gewährt zwar auch einen Blick auf das Elektroauto i3. Aber das Rampenlicht hat der Münchner Konzern für den neuen ActiveHybrid 5 ausgewählt.

Toyotas und Honda setzen ebenfalls noch klar auf die Hybrids. Honda will im nächsten Jahr mit dem Accord an den Start gehen, Toyotas Linie beinhaltet nun zusätzlich den Aqua, einer kleineren Variante des Bestsellers Prius, die 35 Kilometer mit einem Liter Benzin fahren kann. Außerdem soll im nächsten Jahr ein Prius Plug-in-Hybrid an den Start gehen.

Die Konkurrenz, insbesondere im Deutschland, sollten sich aber davon nicht blenden lassen. Hinter verschlossenen Türen forschen die Japaner längst an einer der Kernkomponenten für die Elektroautos – der leistungsstarken und damit große Reichweiten zulassenden Batterie. Die Japaner seien schon recht weit in der Entwicklung, sagt ein Experte hinter vorgehaltener Hand. „Die deutschen Autobauer schauen stärker auf das, was sie aktuell verkaufen können. Dabei müssen sie aufpassen, dass sie den Zug in Richtung Elektro-Auto nicht verpassen.“

Schaut man sich auf der Tokyo Motor Show um, hat man tatsächlich das Gefühl, dass die deutschen Hersteller die Generation Smartphone links liegen lassen und zurzeit noch auf die Generation Protz setzen. Während Mercedes eher versteckt seine Elektroauto präsentiert, schickt VW sogar entgegen dem Ökotrend als Premiere einen SUV ins Rennen.

Anders dagegen Noch-Partner Suzuki, der die Allianz mit VW lieber heute als morgen auflösen will. Und als hätte es noch eines Beweises für die unterschiedlichen Sichtweisen der zerstrittenen Partner bedurfte, ließ sich Suzuki-Boss Osamu Suzuki bei den Pressetagen der Motor Show nicht vor einem geräumigen Wagen ablichten, sondern schlüpfte behände aus dem Q-Concept, dem kleinsten Modell für den Stadtverkehr.

Quelle:  Handelsblatt Online
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