ADAC-Studie: Autohersteller machen Tacho-Betrug möglich

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ADAC-Studie: Autohersteller machen Tacho-Betrug möglich

von Meike Lorenzen

Vermutet hatte es der ADAC schon lange, nun gibt es die Bestätigung: Obwohl der Gebrauchtwagenmarkt massiv unter Tacho-Betrug leidet, tut die Industrie nichts, um gegenzusteuern. Dabei wäre das kostengünstig möglich.

Auf etwa sechs Milliarden Euro jährlich beläuft sich der wirtschaftliche Schaden durch Tacho-Manipulation, heißt von der Polizei. Betroffen sind in der Regel Gebrauchtwagenkäufer, die für einen Wagen, der etwa unter 100.000 Kilometer gelaufen ist, eben mehr zahlen, als für ein Auto, das schon länger durch den Straßenverkehr rollt.

Dazu kommen Extra-Kosten für Schäden, die nicht rechtzeitig erkannt werden. „Etwa wenn fällige Wartungen und Inspektionen nicht eingehalten werden und deshalb zum Beispiel der Zahnriemen reißt, weil er aufgrund des falschen Kilometerstandes nicht rechtzeitig gewechselt wurde“, sagt ADAC-Präsident Peter Meyer. Dadurch könnten Rechnungen bis zu 10.000 Euro anfallen.

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Das Manipulationsgerät China-Diaprog III Fotograf: Nils Hendrik Müller Quelle: ADAC

Das Manipulationsgerät China-Diaprog III

Fotograf: Nils Hendrik Müller

Bild: ADAC

Entsprechend ist dem Allgemeinen Deutschen Automobil Club der Pfusch mit dem Tacho schon lange ein Dorn im Auge. Seit Jahren bemängelt der ADAC, dass die Hersteller zu wenig gegensteuern, obwohl das ohne weiteres möglich wäre. Viel schlimmer: Viele Autos werden bereits im Werk für Manipulationen vorbereitet, heißt es in einer Mitteilung des Clubs. Herausgefunden hat das eine Forschungsgruppe der Universität Magdeburg. Im Rahmen einer Studie hat sie die Fahrzeug-Elektronik eines Audi Q7, einer Mercedes E-Klasse und eines VW Passat untersucht. Dabei trat eine Sicherheitslücke in der Software der Fahrzeuge zu Tage, die später von Tricksern genutzt wird.

Um den Tacho wieder auf „Null“ zu stellen, wird ein frei im Handel erhältliches Tachoprogrammiergerät benötigt (wie das genau funktioniert, sehen Sie hier). Versuche diese unterbinden sind bisher gescheitert. So hat sich zum Beispiel einer der Hersteller bis vor das Bundesverfassungsgericht geklagt, das ihm weiter zubilligt, seine Geräte zu vertreiben. „Ein nationales Verbot würde auch nichts bringen, weil die Geräte leicht per Internet aus dem Ausland bestellbar sind“, sagt Markus Sippl, Leiter der Sparte Fahrzeugtechnik beim ADAC. So gäbe es sogar Kopien aus China, die von mehreren Anbietern für unter 200 Euro frei Haus geliefert würden.

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