Auto: Grün: Volkswagens Konzeptauto Up!

Auto: Grün: Volkswagens Konzeptauto Up!

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VW-Konzernchef Martin Winterkorn mit dem Konzeptauto Up!

Die Klimadiskussion färbt auf das Design ab: Grün ist die Farbe der Saison. Umweltweltbewusstsein zeigt sich auch in straffen Linien und kompakten Abmessungen.

Die Farbe der Saison ist in der Autoindustrie eindeutig Grün. Grün steht für Natur und Umweltbewusstsein, für Frische und Optimismus, für Innovation und Nachhaltigkeit. Die Branche wird grün, nicht nur symbolisch: Klimaschutz und knapper werdende Ressourcen verlangen neue Impulse für den Individualverkehr. Auch bei Volkswagen geht es um veränderte Herausforderungen, um den Schutz der Umwelt, um die formale Zukunft der Marke.

Auch die Designer sind da gefordert. Klaus Bischoff, der vor 20 Jahren seine Karriere in Wolfsburg als Interieur-Designer startete und seit 2007 für die Marke Volkswagen als „Leiter Design“ verantwortlich ist, entwickelt gerade zusammen mit Flavio Manzoni, dem Leiter „Kreativ Design“, die Neuausrichtung des Volkswagen-Designs – auch unter Öko-Aspekten. Bischoff nimmt die Aufgabe dankbar an. Er sieht „die große Chance für ästhetische Experimentierfreude und eine ökologische Moderne“.

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Das Auto der Zukunft, so viel zeichnet sich bereits ab, wird kompakter, kleiner, leichter und effizienter mit den Antriebskräften arbeiten. Droht uns also ein langweiliges Design, das gut sein muss für alle Geschmäcker? „Keineswegs“, meint der 48-Jährige, den sein erstes Auto, ein orangefarbener Sparkäfer, zu VW getrieben hat. „Gerade in Krisen und von Umweltproblemen bewegten Zeiten übernimmt nachhaltiges Design die Rolle der Avantgarde.“ Es gibt keinen Weg mehr zurück, die Welt ist im Wandel, grünes Design ist die Zukunft.

Reduktion auf das Wesentliche

„Downsizing“ heißt das Schlagwort. Es bedeutet in der Formgebung Reduktion auf das Wesentliche, bedeutet saubere Linien, straffe Details und ein intelligentes Gesamtpaket. Jeder Millimeter Raum wird hier genutzt, alles muss hier am richtigen Platz sitzen. Umweltfreundlichkeit, doziert Bischoff, bedeute keineswegs Verzicht, sondern Fokussierung auf das Wesentliche – und das zu einem guten Preis. „Was haben wir davon, wenn wir technisch Meilensteine schaffen, aber die Menschen nicht mitnehmen, ihre Bedürfnisse nicht erfüllen?“, fragt der gebürtige Hamburger.

Ein ökologisch korrektes Automobil darf also durchaus Charme haben und Spaß machen, dem Kunden und der Marke Mehrwert bieten. Dabei sind Techniker und Designer gleichermaßen gefragt, „erst aus ihrem Zusammenspiel erwachsen nachhaltige Antworten für die Mobilität“. Mehr als bisher werden beide Bereiche künftig nach dem Motto „Form folgt der Funktion“ Hand in Hand arbeiten.

„Unsere Aufgabe als Designer ist es, die neue Technologie, ob Hybridantrieb oder Elektrotraktion, in eine neue Haut zu bringen“, sagt Bischoff, der alle Entwürfe immer erst einmal von Hand mit dem Stift zeichnet. „Das Design hat die Aufgabe, die grünen Werte des Fahrzeugs emotional wiederzugeben, die Voraussetzung für nachhaltige Alltagstauglichkeit zu schaffen, prägnante, nach außen sichtbare Zeichen zu setzen.“

Schließlich ist die Form keine bloße Hülle. „Wir sind keine Träumer, die eine Skulptur auf Rädern bauen.“ Seit jeher gehört Design zu den Kerneigenschafen der Marke: Ein VW, welchen Typs auch immer, muss ein echter Volkswagen sein – der überall auf der Welt als solcher sofort zu erkennen ist. Möglichst eine Auto-Ikone wie der erste Golf oder der Käfer.

Frisches Design

Um die Begeisterung von Kunden zu wecken, ist – laut Bischoff – das Design ein zentraler Stellhebel. Nicht zuletzt, weil sich zeigt, dass äußerliche Merkmale immer öfter über den Kauf eines neuen Fahrzeugs entscheiden. So fordern, wie eine aktuelle Umfrage der Unternehmensberatung Roland Berger unter über 1000 Kunden aus den größten europäischen Märkten Deutschland, Großbritannien und Frankreich ergab, zwei Drittel der Menschen mehr Strahlkraft der Sparvarianten und ein auffälligeres, besseres Design für verbrauchs- wie emissionsarme Autos.

VW hat dies wohl geahnt: Die Architektur der Fahrzeuge und das Image der Produkte werden derzeit mit großem Tempo neu bestimmt. „Die aktuelle Wirtschaftskrise treibt uns an, schneller Lösungen zu finden.“ Im Designcenter in Wolfsburg stellen sich die 220 Formgestalter aus 18 Nationen deshalb auf Kunden mit knappen Kassen, aber auch auf langfristig weiter steigende Kraftstoffpreise sowie schärfere Umweltauflagen der Politik ein.

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