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Autobau: Volkswagen perfektioniert das Lego-System

von Jürgen Rees

Schon länger verwenden Autohersteller für verschiedene Autos die gleiche Plattform. Der VW-Konzern treibt das Gleicheteilespiel jetzt noch einen Schritt weiter und baut Autos mit Modulen aus einem großen Baukasten zusammen. Ziel ist nicht nur Autos kostengünstiger herzustellen, jede noch so kleine Nische soll zudem schnell besetzt werden können. Die ersten Modelle aus dem neuen Baukasten sind der neue Audi A3 und der nächste VW Golf.

Der Baukasten von Volkswagen

Viele Autobauer nutzen eine Konstruktionsplattform als Basis für unterschiedliche Modelle. Meist sind Chassis und Radaufhängung gleich – doch oft steckt noch weit mehr gleiche Technik unter verschiedenen Karosserien.

Volkswagen perfektioniert diese Strategie jetzt mit dem sogenannten Modularen Querbaukasten. In dem Baukasten befinden sich Boden, Motoren, Getriebe, Klimaanlagen, Armaturenbretter, Sitze oder Assistenzsysteme – kurzum praktisch alles, was man braucht um ein Auto zu bauen.

Bild: Pressebild

Lego ist ein wunderbares Spiel: Mit den immer gleichen Steinen lassen sich ganz unterschiedliche Dinge bauen. Genauso wollen Autohersteller am liebsten ihre Autos zusammen setzen. Man nehme Motor, Getriebe, Achsen, Abgassysteme und kombiniere sie mit einer anderen Karosserie zu immer neuen Autos.

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Bisher nannten die Hersteller das Plattformstrategie, weil meist Chassis und Radaufhängung die Basis für unterschiedliche Modelle sind. Ganz viele Hersteller wie Renault und Nissan, Citroen oder Peugeot arbeiten so. Aber natürlich auch deutsche Hersteller. Der Porsche Boxster und der Cayman sind beispielsweise Autos mit gleichen Plattformen, aber unterschiedlichem Aussehen.

Auf der gleichen Plattform namens C1 aufgebaut sind beispielsweise  Ford Focus, Ford C-MAX, Ford Kuga, Volvo S40/V50, Volvo C30, Volvo C70 II, Mazda 3 und Mazda 5.

Volkswagen perfektioniert diese Strategie jetzt mit dem sogenannten Modularen Querbaukasten (MQB) so, dass es dem Ideal des Legospiels schon sehr nahe kommt. In dem Baukasten befinden sich Boden, Motoren, Getriebe, Klimaanlagen, Armaturenbretter, Sitze oder Assistenzsysteme – kurzum praktisch alles, was man braucht um ein Auto zu bauen. Von Toyota hat VW dabei gelernt, dass man nicht für jedes neue Auto sämtliche Teile wie Lichtmaschine oder Kühlbehälter jedes Mal komplett neu konstruieren muss.

Mazda hat seinen Kult-Bestseller MX-5 in diesem Jahr zwar nicht neu erfunden, hält aber mit der Version Hamaki ein schickes Sondermodell bereit. Der Hamaki feiert auf dem Genfer Automobilsalon seine Premiere und ist als Roadster mit Stoffverdeck für 23.690 Euro oder als Roadster Coupé mit elektrischem Hardtop zum Preis von 25.290 Euro erhältlich.

Äußerlich sollen Chrom-Akzente an Kühlergrill, Scheinwerfern und Türgriffen für Premiumflair sorgen, während innen die in „Havannabraun“ gehaltenen Ledersitze den exklusiven Auftritt unterstreichen. Erstmals kommt beim Hamaki ein integriertes Navigationssystem im MX-5 zum Einsatz.

Bild: PR

Schon heute baut VW  verschiedene Wagen wie den New Beetle, den VW Bora, Caddy Life, die Seat-Modelle Leon und Toledo, den Skoda Octavia, aber auch den Audi A3 und den Audi TT auf der Golf-Plattform. Doch künftig entstehen Modelle vom Kleinwagen Polo über den Millionenseller Golf und den Mittelklassewagen Passat in den Produktionsstätten überall auf der Welt mit Hilfe des neuen  Baukastens, die die bisherige Plattformstrategie deutlich erweitert.  

Das Ziel ist klar: Kosten senken, und dabei schnell, flexibel und qualitativ hochwertig möglichst viele Autovarianten bauen. Denn schließlich wollen die Wolfsburger mit ihren Marken zum weltgrößten Autohersteller aufsteigen. Das ist aber nur möglich, wenn die rund 448 000 Mitarbeiter die mehr als 220 verschiedenen Modelle an rund 90 Produktionsstandorten weltweit mit möglichst vielen gleichen Teilen bauen können.

Das Besondere an dem Baukasten-System: Schwächelt in irgendeinem Markt der Absatz des Passat lassen sich künftig auf dem gleichen Band mehr Golf und Tiguan produzieren. Früher war das nur mit teurer Umrüstung machbar.

Auf MQB-Basis sollen über 30 Modelle der Kompakt- und Mittelklasse aus dem Volkswagen Konzern auf den Markt kommen. In der Folge erwartet der Konzern eine Senkung von Stückkosten und Einmalaufwendungen für Werkzeuge um jeweils 20 Prozent.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 28.02.2012, 13:49 UhrMalocher

    Ein Ausdruck menschlich erbrachter Arbeit wie vor allem die von der Volkswagen AG industriell praktizierte Plattformstrategie sperrt sich bereits durch sich selbst vollständig gegen sämtliche Versuche, sie verdinglicht zu handhaben. Ausgeschlossen bleibt daher auch künftig, selbst noch unter äußerstem Einsatz aller Ressourcen, die in Reichweite sind, auf diese ohnehin fehl gehende Weise Zugang zu ihr zu finden und ihre wesentliche Charakteristik entschlüsseln zu können.

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