Autobauer: Wie Hyundai Innovationen vorantreibt

ThemaAutobauer

Autobauer: Wie Hyundai Innovationen vorantreibt

Bild vergrößern

Strom für den Elektromotor in Hyundais Design-Studie „Intrado“ liefert eine Brennstoffzelle.

700 bar Druck pressen 100 Liter Wasserstoff in den Tank des E-Mobils.

59,7 Milliarden Euro Umsatz machte Hyundai 2013 weltweit.

600 Kilometer Reichweite schafft der Hyundai Intrado rein elektrisch.

von Jürgen Rees

Elektroauto, Brennstoffzelle, bessere Motoren: Die Autobranche sucht nach der Antriebstechnik der Zukunft. Kaum ein Hersteller ist so dynamisch wie der einstige Billigheimer Hyundai.

Der weiße Hyundai Intrado, den der südkoreanische Hersteller im Frühjahr auf dem Genfer Automobilsalon als Weltpremiere zeigte, war mehr als ein Blickfänger. Denn hinter der aggressiven Optik des SUVs mit den an Haifischkiemen erinnernden Lüftungsschlitzen und dem orangefarbenen Innenleben blieben die wahren Innovationen zunächst verborgen: eine Karosserie in extremer Leichtbauweise – und ein leistungsfähiger Brennstoffzellenantrieb.

Eine Konzeptstudie wie so viele, möchte man meinen. Ein Auto, das als Blickfänger auf einem Messestand dient und anschließend im Museum verschwindet – weil entweder die Technik alles andere als serientauglich und die Produktion zu teuer ist oder aber das Fahrzeugdesign einfach nicht für den Alltag taugt.

Anzeige

Peter Schreyer "Wie ein Wassertropfen"

Der Hyundai-Chefdesigner über Gestaltungssünden, Schneeflocken als Inspiration und die Arbeit unter Firmenpatriarchen.

Peter Schreyer: "Wie ein Wassertropfen"

Ganz anders bei Hyundai: Der Intrado ist nicht bloß ein Showcar, ein Spielzeugauto, an dem sich Designer und Ingenieure ausgetobt haben. Die Südkoreaner, lange Zeit als Billigheimer bekannt, meinen es ernst. Vor allem mit dem Brennstoffzellenantrieb demonstrieren Designer und Ingenieure, wie gegenwärtig die vermeintliche Zukunftstechnologie bei ihnen schon ist.

Denn schon heute können Hyundai-Kunden den Geländewagen ix35 – dessen Nachfolger der Intrado im kommenden Jahr werden soll – mit dem umweltverträglichen Elektroantrieb leasen. Und das nicht bloß im Heimatmarkt, das Angebot gilt global. „Sobald das Tankstellennetz dichter wird und die Nachfrage steigt, können wir die Produktion hochfahren“, sagt Markus Schrick, Chef von Hyundai Deutschland. Gegenwärtig allerdings gibt es in Deutschland nicht mal 25 Tankstellen, an denen Wasserstoff getankt werden kann. Die Brennstoffzelle an Bord des Autos wandelt den Wasserstoff in Fahrstrom um.

Das Henne-Ei-Problem

Das klingt nach einem Henne-Ei-Problem. Die Koreaner lassen sich davon ebenso wenig schrecken wie Toyota: Die Japaner wollen schon im März 2015 mit dem Modell FCV ihr erstes Brennstoffzellenauto auf den Markt bringen – zu einem Preis von umgerechnet 50.000 Euro. Daimler-Chef Dieter Zetsche, der sein Unternehmen bei dieser Technologie „ganz vorne dabei“ sieht, kann da nicht mithalten: Der Mercedes-F-Cell auf Basis der B-Klasse ist erst 2017 serientauglich.

Dabei forschen und arbeiten die Stuttgarter inzwischen schon seit zwei Jahrzehnten an Autos, aus deren Auspuff nur noch Wasserdampf entweicht. Zudem kommen Brennstoffzellenautos mit einer Tankfüllung rund 500 Kilometer weit und damit wesentlich weiter als ein batteriegetriebenes Elektroauto. Deren Akku muss heute meist schon nach 160 Kilometern an die Steckdose und dort stundenlang aufgeladen werden.

Der Hyundai Intrado macht aber noch etwas anderes deutlich: Vorbei sind die Zeiten, da Hyundai als Discounthersteller der Autobranche vor allem für preiswerte Mobilität stand. Für Innovation im Automobilbau, für Vorsprung durch Technik oder Freude am Fahren waren andere zuständig.

Die Südkoreaner, die vor knapp 40 Jahren mit ihrem unscheinbaren Kompaktwagen Pony erstmals nach Europa kamen, haben sich in den zurückliegenden acht Jahren ein gewaltiges Erneuerungsprogramm verordnet. Nach der Phase als Billighersteller, der später Kunden mit robuster Qualität und ungewohnt langen Garantieversprechen lockte, zündet jetzt die dritte Stufe auf dem Weg in die erste Liga der Markenhersteller. Getrieben wird diese von Design – und Innovationen.

Ob bei der Vielfalt der Antriebskonzepte, bei Design oder in der Produktion: Überall holen die Südkoreaner auf. Heute schon ist der Konzern mit den Schwestermarken Hyundai und Kia und einem Absatz von über fünf Millionen Fahrzeugen fünftgrößter Pkw-Hersteller der Welt. Dabei sind seit der Gründung der Automotive-Gruppe noch nicht einmal 50 Jahre vergangen.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%