Autobranche: Generationswechsel bei Jaguar

Autobranche: Generationswechsel bei Jaguar

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Von einer ersten Ausfahrt im Jaguar XJ kehrte Redakteur Franz W. Rother beeindruckt zurück.

von Franz W. Rother

Mit dem hypermodernen XJ läutet der inzwischen zum indischen Tata-Konzern zählende britische Traditionshersteller Jaguar mutig ein neues Zeitalter ein. Mit avantgardistischem Styling und neuzeitlicher Technik soll der alte Muff vertrieben und die Marke wieder zu einem echten Global Player und ernsthaften Konkurrenten des Siebener BMW und des Audi A8 werden. Von einer ersten Ausfahrt kehrte Redakteur Franz W. Rother beeindruckt zurück.

Schein und Sein Mit einer Länge von 5,12 Metern zählt der neue Jaguar XJ zu den Dickschiffen auf unseren Straßen. Die direkten Konkurrenten aus deutscher Fertigung, der Audi A8 (5,06 Meter), die Mercedes S-Klasse (5,09 Meter) und der Siebener BMW (5,07 Meter) sind alle einen Tick kürzer. Aber wer sich eine Oberklasse-Limousine gönnte, kann sich ohnehin eine Garage im XXL-Format leisten. Und da die Rohkarosse komplett aus Aluminium gefertigt ist, schlägt sich die Größe auch nicht im Spritkonsum nieder – die aus Stahl gefertigte S-Klasse beispielsweise bringt 226 Kilo mehr auf die Waage.

Der Jaguar will eine Repräsentationslimousine sein, für Staatschefs und Konzernlenker. Das Karosseriedesign, für das der britische Stardesigner Ian Cullum verantwortlich zeichnet, unterstreicht diesen Anspruch: Vorne reckt sich ein mächtiger Kühlergrill in den Fahrtwind, flankiert von blitzenden Xenon-Scheinwerfern. Und während sich das Vorgängermodell ganz bewusst flach machte, steht der neue XJ mit den wichtigsten Konkurrenten auf einer Höhe. Cullum hat dennoch das Kunststück fertig gebracht, dieses Prachtstück von einem Auto sehr sportlich erscheinen zu lassen. Dafür sorgen unter anderem eine hohe Schulterlinie und eine langgestreckte Dachpartie, die in einer zugegebenermaßen etwas gewöhnungsbedürftigen Heckansicht münden. Böse Zungen behaupten, Cullum hätte hier als ehemaliger Ford-Designer den Scorpio als Vorbild gehabt.

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Innen glänzt das Jaguar-Topmodell mit jede Menge Holz und hochwertigem Leder schon in der Basisversion. Das serienmäßige (!) Panorama-Glasdach sorgt dabei für eine luftige Atmosphäre. Die Gestaltung des geschwungenen Cockpits weist das Auto klar als ein Produkt des Computerzeitalters aus: Der Fahrer nicht mehr auf klassische Analog-Uhren, sondern auf ein so genanntes Activ-Matrix-Display, über das virtuelle Zeiger huschen und das je nach Fahrmodus auch sein Aussehen ändern: Im Dynamic-Modus wechseln beispielsweise sämtliche Anzeigen von blau in rot.

In Zukunft könnte der Fahrer mit dieser Technik die Cockpit-Anzeigen ganz nach seinem Geschmack konfigurieren – mein 16-jähriger, an Computerspielen wie „Need for Speed“ trainierter Sohn hätte da sicher seine Freude dran. Das gilt sicher auch für die sorgsam choreographierte Startprozedur: Nach dem Druck auf den roten Startknopf rechts neben dem Lenkrad fährt das silberne Gangwahlrad aus der Mittelkonsole. Ein blinkender Lichtkranz signalisiert dem Fahrer: Nun kann es losgehen. Das lasse ich mir natürlich nicht zweimal sagen. Ich drehe das Rad auf „D“ wie Drive und drücke mit der Spitze meines rechten Schuhs sachte auf das Gaspedal. Mal schauen, wie die Katze darauf reagiert.

Saus und Braus

Unter der Haube unseres bordeauxrot lackierten und innen mit schwarzem Leder ausgeschlagenen Testwagens arbeitet ein Sechszylinder-Diesel mit drei Litern Hubraum und 275 PS, der bei Peugeot in Frankreich entwickelt und von den Jaguar-Ingenieuren weiter verfeinert wurde. Dass es sich überhaupt um einen Diesel handelt, hören nur ganz feine Ohren heraus: Das Triebwerk ist perfekt gekapselt und deshalb zumindest innen fast nicht hörbar. Mächtige 600 Newtonmeter Drehmoment sorgen am Ampelstart für einen durchaus sportwagenmäßigen Antrieb und eine Beschleunigung auf 100 km/h in 6,4 Sekunden.

Man kann also recht flott unterwegs sein, bis die Elektronik den Motor bei 250 km/h sanft einbremst – und braucht sich dabei nicht als Klimasünder zu fühlen. Bei zurückhaltender Fahrweise sind auf Autobahn und Landstraße Verbrauchswerte unter sieben Liter erreichbar. Auf der Testfahrt pendelte sich der Verbrauch bei 8,5 Litern ein – für ein Auto dieser Größe ist das ein respektabler Wert, der keinen Vergleich zu scheuen braucht. Der Diesel passt perfekt zum Jaguar, wenn dieser als Dienstwagen eingesetzt wird. Aber kein Zweifel: So richtig zum Leben erwacht die heckgetriebene Raubkatze erst mit dem neuen 510 PS starken Achtzylinder-Benziner unter der Motorhaube. Dank Kompressor-Aufladung sprintet der XJ dann in nur 4,9 Sekunden auf 100 Stundenkilometer und faucht dabei wunderbar aus dem Auspuffrohr. Den Blick auf die Verbrauchsanzeige sollte man sich dann allerdings verkneifen.

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