50 Ideen für eine bessere Welt: Visionäre Mobile für Megacitys

50 Ideen für eine bessere Welt: Visionäre Mobile für Megacitys

von Benjamin Reuter, Jürgen Rees, Dieter Dürand, Andreas Menn, Susanne Kutter

Im Jahr 2050 leben nach Schätzung der Vereinten Nationen 6,4 Milliarden Menschen in Städten – das sind dann 70 Prozent der Weltbevölkerung. Damit die Metropolen nicht an Verkehr und Abgasen ersticken, entwickeln Stadtplaner, Forscher und Unternehmen neue Konzepte, den Verkehrsinfarkt abzuwenden und den Energiehunger der Megacitys zu zügeln: von fliegenden Autos bis zu Gebäuden, die sich selbst mit Strom und Wärme versorgen.

Paketdienst mit Dreiradflotte

In Paris kommt die Logistikrevolution im blauen Touristengefährt daher. Mit den Dreirädern mit Rückbank steuern die Fahrer normalerweise Sehenswürdigkeiten wie den Eiffelturm an. Neuerdings transportieren acht der kleinen Elektroflitzer auch Pakete und Waren. Sie sind Teil des Projekts Distripolis, mit dem das Unternehmen Geodis – eine Tochter des staatlichen Bahnkonzerns SNCF – die Warenströme in Großstädten umkrempeln will.

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Die Idee stammt von Geodis-Chef Pierre Blayau: Statt eines zentralen Warenlagers, von wo aus Lastwagen durch die Stadt rumpeln, gibt es viele kleine Lager. Von diesen Stationen schwärmen die Dreiräder und Transporter in einem Radius von wenigen Kilometern aus. Bis 2015 sollen in Paris acht Stationen mit 56 Dreirädern und 75 Transportern mit Hybridantrieb ausgerüstet sein. Sie verteilen dann täglich 200 Tonnen Güter. Und das umweltfreundlich.

Denn Geodis benötigt 20 Prozent weniger Fahrzeuge als herkömmliche Konzepte und verursacht 85 Prozent weniger Klimagase. Der Grund: Die zahlreichen Verteilpunkte verkürzen die Wege, und die Auslastung der Fahrzeuge ist größer. Kürzlich startete Distripolis in Straßburg, weitere 30 europäische Städte folgen.

Aber nicht nur beim Warenverkehr gehen Städte neue Wege. Auch den Personenverkehr krempeln sie um. Denn der verursacht weltweit zehn Prozent der C02-Emissionen. Besonders die wachsenden Megacitys in Asien verschärfen das Problem. Singapur will es mit einem revolutionären Konzept lösen: fünf Millionen Einwohner auf engstem Raum, eine bestens ausgebaute Infrastruktur und immer mehr Fahrzeuge. „Singapur ist ein ideales Testfeld für urbane Mobilitätskonzepte“, sagt Hock Beng Lim, Verkehrsforscher an der Universität Nanyang in Singapur.

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Auf drei Rädern ist man bisher als Tourist durch Paris gefahren. Nun könnten die kleinen Gefährte auch Pakete liefern

Zuallererst versucht die Stadt, den Individualverkehr über den Preis zu reduzieren. City-Maut, Berechtigungszertifikate und Steuern verteuern Autos enorm. Alleine die Erlaubnis, ein Auto kaufen zu dürfen, kostete 2011 fast 30 000 Euro. Alternativ hat Singapur ein Personennahverkehrssystem mit eigenen Schnellbusspuren und einer Metro mit klimatisierten Züge aufgebaut. „Wir werden in Singapur eine Verschmelzung des privaten und öffentlichen Verkehrs erleben“, sagt Lim. Eine Flotte energieeffizienter Fahrzeuge nach Art des Segways könnte für U-Bahn-Pendler eine attraktive Lösung darstellen, um die letzten paar Hundert Meter bis zu ihrem Ziel zu überbrücken. Regelmäßige Befragungen der Kunden des öffentlichen Nahverkehrs zeigen heute, dass mehr als 90 Prozent der Nutzer mit dem System zufrieden sind.

Für den Singapurer Verkehrsforscher Lim ist jedenfalls klar, dass urbane Mobilität ohne mitdenkende Infrastruktur in Zukunft nicht funktioniert. Lim möchte deshalb verstärkt die weitverbreiteten Smartphones nutzen: „Für eine effektive Stadtplanung brauchen wir mehr Daten über Verkehr, Fußwege und Wartezeiten.“ Am liebsten würde Lim sogar schnell wissen, wenn jemand darüber frustriert ist, dass er im Bus keinen Sitzplatz bekommen hat.

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