Better Place: Die Elektroauto-Revolution rollt langsam voran

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Better Place: Die Elektroauto-Revolution rollt langsam voran

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Shai Agassi war bei SAP lange Kronprinz des ehemaligen Firmenchefs Henning Kagermann. 2007 warf Agassi jedoch seinen Vorstandsposten hin und stürzte sich in das Abenteuer Better Place.

von Miguel Zamorano

Das Elektromobilitätskonzept Better Place aus Israel ist mit hohen Versprechen gestartet. Doch der Aufbau der Infrastruktur hat viel Zeit in Anspruch genommen. Auch der Verkauf von Autos kommt vorerst nur schleppend voran.

Eigentlich klingt es nach einem viel versprechendem Geschäftsmodell. Wer in Israel das Elektroauto Fluence von Renault fährt, kann nach 150 Kilometern die Batterie in nur fünf Minuten gegen eine bereits aufgeladene tauschen und weiterfahren. Damit sind die zwei Grundprobleme von Elektroautos gelöst: Die geringe Reichweite und die lange Aufladezeit.

Nun muss sich die Idee im Praxistest bewähren: 33 solcher Batterie-Wechselstationen stehen dazu seit Februar 2012 zur Verfügung. Von Metulla im Norden des Landes, an der Grenze zum Libanon, bis hinunter nach Eilat am Roten Meer können die Autos so fahren. Die Batterie kann der Fahrer für eine monatliche Gebühr mieten. Je nach Verbrauch fallen dann Gebühren zwischen 200 und 400 Dollar im Monat an.

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Hinter dem Elektroautonetz steht das israelische Start-up Better Place. Die Idee stammt von Shai Agassi. Der 44-Jährige war bei SAP lange Kronprinz des ehemaligen Firmenchefs Henning Kagermann. 2007 warf Agassi jedoch seinen Vorstandsposten hin und stürzte sich in das Abenteuer Better Place.

Die Probleme von Better Place

Ob die Idee das Zeug hat, den Automarkt tatsächlich zu revolutionieren, wird sich noch zeigen. Im Laufe des Jahres sollen 8000 bis 10000 Autos auf den Straßen Israels und Dänemark rollen, wie das Management beim Start Anfang des Jahres meinte. Derzeit sind es in Israel ein paar hundert Wagen. Gefahren werden diese Elektroautos zudem zur Hälfte von Better Place-Mitarbeitern. Auf den Straßen Dänemarks fahren derzeit nach Unternehmerangabe über hundert Elektroautos.


Alles im geplanten Rahmen, wie eine Unternehmenssprecherin versichert. Man habe in der ersten Hälfte des Jahres an einen kontrollierten Verkauf gestartet und wolle in den kommenden Monaten die Verkaufszahlen hochfahren - sobald das gesamte Versorgungsnetz voll in Betrieb sei. Immerhin, so das Unternehmen, stammten ein Prozent der Neuzulassungen im Mai von Better Place, also 120 Exemplare.

Lässt sich dieses Konzept auch auf andere Autobauer übertragen?  „Es ist illusorisch, zu denken, dass andere Autobauer mit Better Place kooperieren werden“, sagt der Autoexperte Stefan Bratzel, Leiter des Center of Automotive an der FH in Bergisch Gladbach. Die Israelis  werden es nicht einfach haben, weitere Partner zu finden. Denn in dem Batterie-Leasingmodel von Better Place stellt der Hersteller lediglich das Auto zur Verfügung. Die Batterie gehört Better Place, der sie gegen Gebühr an die Endverbraucher vermietet. Der Kunde darf diese Batterien auch daheim aufladen. Allerdings nur mit einer Vorrichtung, die Better Place zur Verfügung stellt. Die gesamte Wertschöpfungskette ab Verkauf des Wagens bleibt also in Händen des Leasingspartners, der als Tankstelle und Werkstatt arbeitet.

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