Das Auto der Zukunft: Beim TÜV gehts künftig um Strom

InterviewDas Auto der Zukunft: Beim TÜV gehts künftig um Strom

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Die Zentrale des TÜV Rheinland in Köln. Auch die Prüforganisationen müssen sich auf E-Mobilität einstellen

Quelle:Tagesspiegel

Das Elektroauto kommt und Prüforganisationen müssen sich umstellen: Spätestens in drei Jahren ist der Trennstecker das A und O bei der Hauptuntersuchung.

Herr Klingner, wie viele Elektroautos wurden vom TÜV Rheinland in Berlin schon untersucht?

Ulf Klinger: Gute Frage. Von den Serienfahrzeugen kommt derzeit ja nur der Prius von Toyota zu uns. Die Fahrzeuge, die jetzt serienmäßig neu vom Band rollen, die fahren erst in drei Jahren zur Hauptuntersuchung.

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Bei einem Benziner oder Dieselfahrzeug achtet der TÜV immer auf Stellen, wo Öl oder Wasser austritt. Was schauen Sie sich bei einem Elektroauto zuerst an?

Auch hier ist die augenscheinliche Inspektion wichtig – also achten wir auf Scheuerstellen und lose Kabel.

Was sollen Elektrofahrzeuge beim TÜV, wenn Sie den Zustand zum Beispiel des Elektromotors nicht prüfen können?

Auch Elektrofahrzeuge haben ja Bremsanlagen. Und man muss sicherstellen, dass nichts manipuliert wurde. Fahrwerk und Lenkung müssen auch überprüft werden. Wichtig ist, ob der Trennstecker nach Herstellervorgaben noch vorhanden ist.

Der Trennstecker?

Der trennt den Antriebsakku von der Antriebseinheit. Der Stecker muss leicht erreichbar sein, damit er im Notfall von Rettungskräften bewegt werden kann. Wir arbeiten ja mit Fahrzeugen mit einer Spannung von mehr als 300 Volt.

Wenn es an die Hauselektrik geht, sollte zuerst die Hauptsicherung außer Betrieb genommen werden, wenn an Leitungen gearbeitet wird. Läuft das bei einer TÜV-Untersuchung eines Elektroautos auch so ab?

Es gibt klare Regeln, unter anderem im Informationsblatt GUV – I 8686 der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung. Darin geht es um die Qualifizierung für Arbeiten an Fahrzeugen mit Hochvoltsystemen. Die Schrift besagt, dass Arbeitskräfte, die mit Hochvoltsystemen zu tun haben, eine Schulung für festgelegte Tätigkeiten als Elektrofachkraft haben müssen.

Für diese Aufgabe sind also Elektriker gefragt?

Ja, hierfür können Elektriker bei uns einen dreitägigen Lehrgang absolvieren. In dem Lehrgang würde ihnen vermittelt, wo und wie sie im Fahrzeug arbeiten dürfen und wo sie eine Anlage spannungsfrei schalten müssen. Was uns in diesem Zusammenhang derzeit noch Bauchschmerzen macht, ist die Schulung der Rettungskräfte. Denn beim TÜV und in den Kfz-Werkstätten sind die Schulungen bereits angelaufen. Polizei und Feuerwehr kommen aber bisher nur sporadisch zu uns.

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