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Elektroauto: Tödlicher Unfall löst Sicherheitsdebatte aus

Quelle: dpa

In China gab es einen schweren Unfall mit einem Elektroauto. Drei Menschen starben, als das E-Taxi in Flammen aufging. Das Unglück hat eine heftige Debatte um die Sicherheit der neuen Technologie entfacht.

BYD Elektroauto Quelle: REUTERS
Ein BYD E6 Elektroauto, wie es in China als Taxi eingesetzt wird. Ein tödlicher Unfall hat eine Diskussion um die Sicherheit von E-Autos angeheizt. Quelle: REUTERS

Ein tödlicher Unfall mit einem Elektroauto hat in China eine Diskussion über die Sicherheit von Batteriefahrzeugen ausgelöst. Der Fahrer und zwei Passagiere kamen am vergangenen Samstag in Shenzhen in Südchina bei einem Feuer in einem Elektrotaxi vom Typ E6 des chinesischen Autoproduzenten BYD (Build Your Dreams) ums Leben, nachdem ein Sportwagen mit extrem hoher Geschwindigkeit aufgefahren war, wie chinesische Medien berichteten.

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Ein Mitglied der Rettungsteams sagte nach Angaben der Zeitung „Southern Metropolis News“, dass es vermutlich eine Explosion in dem Elektroauto gegeben habe. Es sei völlig ausgebrannt. „Der Unfall zeigt, dass es weiter Probleme mit der Qualität, dem Design und der Technologie von Elektroautos gibt“, zitierte die englischsprachige Zeitung „Global Times“ Su Hui, den Vizedirektor der Autohändlervereinigung. Er sprach von einem „Warnsignal“. Sicherheit müsse an erster Stelle stehen und jedes Produkt wiederholt getestet werden, bevor es auf den Markt gebracht werde.

Hoher Preis: Für einen Opel Ampera muss der Kunde mindestens 42.900 Euro an Opel überweisen, der Volt von GM ist 950 Euro günstiger. Ein auf konventionelle Spritspar-Technik setzender VW Golf BlueMotion kostet etwa die Hälfte: 21.850 Euro. Bei einem Preis von ungefähr 1,40 Euro pro Liter Diesel belaufen sich die Energiekosten des Golf Blue Motion auf 7,7 Cent pro Kilometer. Die Energiekosten des Ampera sind bei vergleichbaren Fahrleistungen nur 2,7 Cent pro Kilometer geringer, aber in der Anschaffung kostet er 21.050 Euro mehr. Michael Bargende, Leiter des FKFS Forschungsinstituts für Kraftfahrwesen und Fahrzeugmotoren in Stuttgart bestätigt: „Der Aufpreis für ein Elektroauto liegt bei mindestens 50 Prozent.“ Selbst nach Schätzungen der Industrie werden E-Autos künftig mindestens 4.000 bis 9.000 Euro teurer sein als herkömmliche Wagen.

Bild: obs

Der Experte Lo Kok-keung von der Hongkonger Polytechnic University sagte der „South China Morning Post“, eine voll aufgeladene Lithium-Batterie könne in einem schweren Autounfall explodieren. „Der Unfall könnte einen Kurzschluss auslösen, der wiederum die Batterie erhitzen und sie innerhalb von Sekunden explodieren lassen kann“, sagte der Ingenieur. „Das ist eine große versteckte Gefahr von Elektroautos, die in Benzinfahrzeugen nicht existiert.“

Hersteller BYD verteidigt indessen sein Design und die Sicherheitsstandards und führte das Feuer auf die Umstände der Kollision zurück, wie das Wirtschaftsmagazin „Caixin“ zitierte. Die besondere Schwere des Unfalls hätte bei jedem Fahrzeug „zu großer Gefahr für Passagiere und Fahrer geführt“, hieß es in einer Erklärung. „Selbst Benzinfahrzeuge können brennen.“ Der Sportwagen, der mit dem Taxi kollidierte, sei mindestens 180 Stundenkilometer schnell gefahren. Das schwere Elektroauto sei über drei Fahrspuren und gegen einen Baum geschleudert, und dann zurückgeprallt. Der Wagen sei schwer zerstört gewesen und dadurch in Flammen aufgegangen, hieß es in der Erklärung des Herstellers.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 04.06.2012, 16:14 Uhrgrb

    Vorsicht mit Bewertungen wie "Maulkorb", das impliziert, daß das Thema totgeschwiegen wird und bedient dann mal wieder übliche China-Klischees ("staatlich manipulierte Presse" usw).

    Ich bin zur Zeit in Shenzhen und kann jedem Leser und Redakteur gerne versichern, daß das Thema hier allen meinen chinesischen Bekannten wohlbekannt ist (inklusive detailliertem Unfallablauf, Umstände des "Täters" und der Opfer) und intensiv diskutiert wird. Die allgegenwärtigen E-Taxis fahren selbstverständlich weiter.

    Insgesamt sind die Chinesen beim Thema E-Mobilität, das wir ja gerade erst entdecken, schon meilenweit vor uns. Beispielsweise sind auch die bei uns jatzt ach so innovativen E-Roller (z.B. "Kumpan", auch in der Wiwo hochgelobt) nichts anderes als Importe lange existierender chinesischer Produkte; in Shenzhen sind Scooter mit Verbrennungsmotoren seit mehreren Jahren nicht mehr zugelassen und aus dem Stadtbild schon lange verschwunden.

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