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Elektroautos: "Gefahr von Investitionsruinen"

von Henrik Mortsiefer Quelle: Tagesspiegel

Die deutsche Automobilindustrie gibt viel Geld für Forschung und Entwicklung aus – massentaugliche Elektroautos sind aber noch eine Randerscheinung.

Die Schlusslichter im Ranking

Die japanische Mazda Motor Corporation konnte sich im Vergleich zum Vorjahr nicht verbessern und liegt immer noch auf dem letzten, 16. Platz. Schlechte Werte erreichten zudem die ebenfalls japanischen Autobauer Subaru und Honda. Für Subaru ging es sogar richtig bergab. Gleich fünf Plätze büßte die Marke des Unternehmens Fuji Heavy Industries im Vergleich zum Vorjahr ein und landete auf Platz 15. Ebenfalls fünf Ränge nach unten rasselte Honda. Und das, obwohl der Autobauer gemessen am Börsenwert sogar der zweitgrößte Automobilhersteller der Welt ist. Trotzdem reichte es nur für Platz 14.

Bild: dapd

Wie schnell ist eine Schnecke? Die Geschwindigkeitsangaben variieren je nach Betrachtungsweise: Aus der Vogelperspektive sieht es langsam aus, auf Augenhöhe ziemlich schnell. So ähnlich geht es der deutschen Autoindustrie beim Thema Elektromobilität.

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„Wir sind wirklich im Schneckentempo unterwegs in Deutschland“, sagt der Leiter des Center Automotive Research, Ferdinand Dudenhöffer, und ist sich darin einig mit den Umweltverbänden. Die Deutsche Umwelthilfe sprach kürzlich mit Blick auf die staatliche Förderung der Elektromobilität von einem „bemitleidenswerten Ergebnis“.

Anders der Autoverband VDA: „Deutschland hat China bei der Elektromobilität überholt“, teilte VDA-Präsident Matthias Wissmann mit.

Die deutsche Industrie sei auf einem guten Weg: „In den nächsten beiden Jahren bringen deutsche Automobilhersteller über 15 neue elektrifizierte Fahrzeugmodelle auf den Markt.“

Elektroautos Ein bisschen Förderung wagen

Brauchen E-Autos eine Anschubhilfe – oder müssen sie sich alleine durchsetzen? Weder noch, sagt Berlin. Das geht nicht gut.

Elektroautos: Ein bisschen Förderung wagen

Wo wenig ist, kann viel werden. Elektroautos spielen im täglichen Straßenverkehr bislang kaum eine Rolle – trotz der großen öffentlichen Aufmerksamkeit für das Thema. Nur 4541 Elektro-Pkw, das entspricht 0,1 Promille des gesamten deutschen Autobestandes, waren Anfang 2012 auf den Straßen zugelassen. Deutsche Fabrikate fanden sich bislang nicht darunter – stattdessen Modelle von Renault, Mitsubishi, Nissan und PSA Peugeot Citroën.

Große Pläne bei BMW und Daimler

Hierzulande wird derweil die Werbetrommel gerührt. So plakatiert BMW flächendeckend Motive des sportlichen i8, der frühestens 2014 auf den Markt kommen soll und dann ein Nischenprodukt für Besserverdienende werden dürfte. Für Ende 2013 ist der Start des kleineren i3 für weniger als 40.000 Euro vorgesehen – eine ebenfalls stolze Preisvorstellung für ein Modell in der Polo-Klasse. Immerhin: „Der Zeitplan für die Markteinführung steht“, sagt BMW-Chef Norbert Reithofer.

Früher als die Wettbewerber will Daimler mit der Elektroversion seines Kleinwagens Smart auf deutschen Straßen unterwegs sein. „Voll zufriedenstellend“ seien die Vorbestellungen, sagt ein Sprecher. „In diesem Sommer“ komme der Smart Electric Drive in den Handel. Mehr lässt sich der Konzern seit Monaten nicht entlocken – der Rest ist Marketing. In wenigen Tagen beginnen die Fahrveranstaltungen für die Presse in Berlin. Für 19.000 Euro (plus 70 Euro Monatsmiete für die Batterie) soll der Wagen zu haben sein.

Schwieriger Start bei Opel und Chevrolet

An einem PR-Desaster knapp vorbei geschrammt ist unterdessen Opel mit dem elektrischen Ampera für 42.900 Euro in der Basisausstattung. Er verpatzte die Premiere auf dem deutschen Markt Anfang des Jahres wegen technischer Probleme bei der Batterie. Die deutsche Version des Chevrolet Volt verkaufte sich nach einem anfänglichen Auslieferungsstopp schleppend. Inzwischen sind aber 650 Modelle abgesetzt, 700 Bestellungen hat Opel vorliegen. „2000 sollen es 2012 werden“, sagt ein Sprecher. Enttäuschend sind die Verkaufszahlen auf dem US- Markt; im April wurde die Produktion für drei Wochen angehalten.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 17.06.2012, 08:05 Uhrxyz

    wir treten in Europa in eine Phase der Nachfrageschwäche ein. Preise von um die 40 000 Euro für ein deutsches Elektroauto wird niemand zahlen. Das wird vielleicht über Dienstwagen noch laufen, aber nicht im restlichen Markt. Ein chinesisches Elektroauto kostet lt. Bilderserie selbst als Kleinbus unter 19000 Euro. Ein französischer Kleinstwagen als Zweisitzer unter 8000 lt. Foto. Die Deutschen sind zukünftig nicht konkurrenzfähig, wenn ein Zweisitzer bei denen schon 20 000 Euro kostet. Die Leute haben kein Geld mehr, um nur für den Namen des Herstellers zu zahlen. Diese Bereitschaft wird sinken, so wie die Arbeitsplätze und Einkommen gesunken sind. Auf dem Markt der Elektroautos werden die günstigsten Anbieter das Rennen machen, ganz klarer Fall. Die gesamte wirtschaftliche Krisenentwicklung weist in diese Richtung. Da braucht man mit 40000 EuroAutos gar nicht erst anzutreten. Nur 20% weltweit haben überhaupt genug Nachfrage, ob China europäische Nachfrage kompensieren kann, halte ich für fragwürdig, da dort ebenfalls schon Automatisierung einsetzt und Arbeit substituiert wird und es schwerer wird, Neubeschäftigung aufzubauen. Auch Chinesen kaufen dann das günstigere chinesische E-Fahrzeug und nicht das überteuerte. Ich kenn niemanden, der ein 40 000 Euro Elektroauto kaufen würde. Die werden wohl auf die Franzosen und Chinesen umsteigen. Für viele Durchschnittsbürger sind die Zeiten der konsumgeöffneten Taschen endgültig vorbei. Und die zukünftigen Rentner (noch oft Mercedeskäufer)werden um einiges ärmer sein als heutige (Rentensenkungen und Lohnzurückhaltungen)In DE werden absehbar nicht mehr viele deutsche Autos verkauft werden.

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