Elektromobilität: "Das E-Auto ist dabei, zu sterben"

Elektromobilität: "Das E-Auto ist dabei, zu sterben"

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20 Jahre Erfahrung. Toyotas Hybride wurden bisher nur in Japan gefertigt, um einen Abfluss von Spitzentechnologien ins Ausland zu verhindern. Nun ist davon die Rede, dass Toyota in den USA um das Jahr 2015 mit der Produktion seines erfolgreichen „Prius“ beginnen will

Quelle:Tagesspiegel

Marktbeobachter vermissen in Deutschland eine industriepolitische Linie. Länder wie Frankreich, England und die USA kurbeln bereits den Absatz an.

Elektromobilität, so ökologisch ihr Image auch sein mag, hat ein großes Problem: Sie ist ziemlich teuer. Ein Grund dafür sind die Akkus, die in Entwicklung und Herstellung kräftig zu Buche schlagen. Ein Elektroauto kann deshalb doppelt so teuer werden wie ein Wagen mit herkömmlichem Antrieb. Außerdem sind die Akkus im Moment noch so unausgereift, dass sie nur für kurze Strecken reichen. Für Überlandfahrten sind sie kaum geeignet. Doch auch im urbanen Raum gibt es ungelöste Probleme. Es fehlt ein Netz an Ladestationen, das in seiner Dichte mit dem Tankstellennetz für Verbrennungsmotoren vergleichbar wäre.

Es scheint klar zu sein: Ohne politische Unterstützung wird sich Elektromobilität nicht so schnell durchsetzen.

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Die ergriffenen Maßnahmen in den verschiedenen Ländern reichen dabei von Kaufprämien über Steuererleichterungen bis hin zu staatlichen Beteiligungen.

Dabei ist der Wettlauf um die Marktführerschaft in Sachen Elektromobilität in vollem Gange. Die Chinesen rennen voran und punkten mit einem Vorteil: Ihre Produktionskosten sind niedriger als die der europäischen Länder. Letztere stolpern etwas zögerlich hinterher. Zu uneinheitlich ist die EU-Linie. Genauer gesagt: Es gibt gar keine. Es gibt nicht einmal eine einheitliche deutsche Strategie: „Das deutsche Elektroauto wird es nicht geben“, sagt Weert Canzler vom Wissenschaftszentrum Berlin. „Jeder Autohersteller verfolgt seine eigenen Projekte.“

Entscheidend ist der Akku

Innerhalb Europas wollen – wer sonst – Deutschland und Frankreich eine Führungsrolle in Sachen Elektromobilität einnehmen. In diesem Wettbewerb hat Deutschland im Moment nicht die besten Karten, meint Ferdinand Dudenhöffer, Automobilexperte der Universität Duisburg/Essen. Grund sind für ihn die verschiedenen Förderprojekte: „Die sind zu spärlich ausgestattet und haben keine klare Linie“, sagt er. So schaden sie dem Elektroauto eher. „Das E-Auto ist dabei, zu sterben“, meint er. Seine Lösung: Quoten, um den Markt zu stützen. Verbindliche Vorgaben, wie viel Prozent jeder Autobauer bis 2015 als Elektro- oder als Hybridwagen verkaufen müsste, wären hilfreicher als verschiedene Förderprojekte.

Der französische Staat hat die Aufgabe beherzter in die Hand genommen. Wer in Frankreich ein Elektroauto kauft, bekommt eine Prämie von 5000 Euro. 20 französische Staatskonzerne, darunter die französische Post oder France Télécom, haben vereinbart, Elektroautos in ihre Wagenflotten aufzunehmen – bis zu 100 000 Fahrzeuge sollen allein dadurch schon bald auf Frankreichs Straßen rollen. Daneben beteiligt sich der Staat mit einem dreistelligen Millionenbetrag am Batteriewerk von Renault. Das Kalkül: Die Güte der Akkus ist entscheidend. Und wer hier die Nase vorn hat, könnte das Rennen machen. Auch gibt Frankreich mehr Geld als Deutschland zur Errichtung der notwendigen Infrastruktur aus: Anderthalb Milliarden will der französische Staat in die Hand nehmen.

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