Elektromobilität: Der Boom der Batteriefabriken

Elektromobilität: Der Boom der Batteriefabriken

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Das von Samsung und Bosch gegründete Unternehmen SB-LiMotive soll vor allem Zellen und Batterien für die demnächst auf den Markt kommenden E-Cars von BMW liefern

Quelle:Tagesspiegel

Ohne Lithium-Ionen-Akkus gehen in Elektrofahrzeugen noch nicht einmal die Lichter an. Mehr noch als die Batterien sind Fertigungsstätten ein Geschäft.

Mit der zunehmenden Zahl an Elektroautos steigt die Nachfrage nach leistungsstarken Lithium-Ionen-Batterien. Eine Roland-Berger-Studie geht von einem Wachstum des weltweiten Marktvolumens bis 2015 von derzeit rund 1,5 Milliarden Dollar auf 9,8 Milliarden Dollar aus. Die Marktforscher glauben, dass in drei Jahren fünf große Batteriehersteller gut achtzig Prozent des Marktes beherrschen werden: AESC, LG Chem, Panasonic/Sanyo, A123 und SB-LiMotive.

Stärkster Player laut Roland Berger ist AESC, ein Gemeinschaftsunternehmen von Renault-Nissan und dem japanischen Elektronikkonzern NEC. Es ist nicht verwunderlich, dass Asiaten die führenden Produzenten von E-Car-Akkus sind, sagt Werner Tillmetz, Leiter des Geschäftsbereiches Elektrochemische Energietechnologien am Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoffforschung Baden-Württemberg (ZSW): „Insbesondere die Japaner und Koreaner sind die klassischen Batteriehersteller aufgrund ihrer seit zwei Jahrzehnten beherrschenden Stellung im Consumerbereich.“

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Deutsche Unternehmen gut aufgestellt

Aus deutschen Landen spielt bisher nur der weltgrößte Automobilzulieferer Bosch auf dem globalen Markt für Elektroautobatterien mit. Gemeinsam mit dem Elektronikkonzern Samsung hat Bosch das Unternehmen SB-LiMotive gegründet. Es soll Zellen und Batterien für die demnächst auf den Markt kommenden E-Cars von BMW liefern. Allerdings soll Misstrauen seitens der Koreaner für erhebliche Schwierigkeiten sorgen, wie in dem Branchennewsletter „E-Mobility“ berichtet wird. Sehr viel besser aber stehen deutsche Unternehmen in der Branche da, die für den Bau der Autobatteriewerke verantwortlich sind.

Ganz oben rangiert die Stuttgarter M+W Group (2,5 Milliarden Euro Umsatz, über 7000 Mitarbeiter weltweit), die komplette Produktionsstätten schlüsselfertig erstellt. Ebenfalls weltweit einen guten Ruf haben die Konzerne Dürr und ThyssenKrupp System Engineering, die als Experten für den Bau von Fertigungsstraßen gelten. Und auch Mittelständler wie Manz in Tübingen oder Südpack aus der Nähe von Memmingen drängen als Quereinsteiger auf den Maschinenmarkt für Autobatteriefabriken.

Wie Werner Tillmetz erwartet auch Rudolf Simon, Technology Manager Automotive + Batteries der M+W Group, eine „dynamische Entwicklung“ des Batterie- Segments für den E-Mobility-Bereich. Er registriert „20 bis 30 neue, vornehmlich japanische, koreanische und chinesische Firmen“, die in diesen Markt wollen. Gleichzeitig stünde die Branche vor „großen Innovationssprüngen“. So werde sich die Batterieleistung in den nächsten acht, neun Jahren „verdoppeln bis verdreifachen“ und die Lebensdauer der Akkus von heute etwa fünf Jahre auf mindestens zehn Jahre steigern lassen: „Und parallel dürften die Kosten um den Faktor Zwei oder Drei sinken.“

Eine Batterie, die heute zwischen 700 und 1000 Euro pro Kilowattstunde kostet, wird nach Überzeugung von Simon in acht Jahren für etwa 250 Euro zu haben sein. Dafür seien aber Großserienfertigung und Technologien notwendig, die derzeit erst erforscht und entwickelt werden: „Es kann sein, dass schon in drei oder fünf Jahren ganz andere Materialien zum Einsatz kommen als heute, beispielsweise in der Beschichtung von Anoden und Kathoden.“ Darauf müssen sich Fabrikbauer heute schon einstellen und Flexibilität einplanen.

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