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KommentarVolkswagen: Allein die Leistung zählt

von Franz W. Rother

Der Wolfsburger Autobauer baut seine Spitze um. Die Rochaden zeigen, wie hoch der Leistungsdruck ist: Schon kleine Patzer können die Karriere kosten.

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Martin Winterkorn, Vorstandsvorsitzende der Volkswagen AG, feierte vergangenen Monat seinen 65jährigen Geburtstag - An den Ruhestand denkt er allerdings noch lange nicht

Glückwünsche zum Geburtstag gab es vom Mitarbeitermagazin „Autogramm“ und auch von Betriebsratsratschef Bernd Osterloh: „Mit Martin Winterkorn“, lobte der Gewerkschafter und VW-Aufsichtsrat, „ist Volkswagen zu einem Unternehmen geworden, das nicht nur die besten Autos baut, sondern auch bester Arbeitgeber sein will. Martin Winterkorn liegen nicht nur die Fahrzeuge, sondern auch die Menschen im Konzern am Herzen.“ Daraus folgen die besten Glückwünsche zum Geburtstag – verbunden mit dem Wunsch, „dass er noch lange an der Spitze des Vorstands steht“.

Am 24. Mai hat der VW-Chef seinen 65. Geburtstag gefeiert. Andere Menschen in dem Alter denken da an den Ruhestand oder sind es bereits: Bei BMW in München etwa muss derzeit noch jeder Vorstand schon mit 60 den Sessel räumen. Diese Form von Altersdiskriminierung aber gilt bei Europas größtem Autohersteller nicht. Winterkorns Vertrag läuft wenigstens noch bis Ende 2016 – der Leonberger wird dann 69 Jahre alt sein. Sein Vertrag als Vorstandschef bei dem VW-Haupteigentümer Porsche SE läuft sogar bis Ende 2017. Aber was heißt das schon? VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch ist bereits 75 Jahre alt – und kürzlich für weitere fünf Jahre im Amt bestätig worden. Amtsmüdigkeit ist weder bei dem einen, noch bei dem anderen festgestellt worden.

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Alter ist kein Ausschlusskriterium

Auch die Veränderungen im Management des Volkswagen-Konzerns, die am Wochenende verkündet wurden, sprechen auf den ersten Blick nicht unbedingt für einen Generationswechsel. Leif Östling, der langjährige Scania-Chef und neue starke Mann an der Spitze des neuen Ressorts Nutzfahrzeuge, zählt bereits 66 Jahre und Jochem Heizmann, der neue China-Vorstand, wäre bei BMW mit 60 Jahren bereits ein Mann ohne Zukunft. Heizmann ist fast auf den Tag genau so alt wie der langjährige Audi-Entwicklungsvorstand Michael Dick, der nun unter Hinweis auf sein Alter von 60 Jahren in den Ruhestand geschickt wird. Alter ist kein Verdienst, aber bei Volkswagen auch kein Ausschlusskriterium – hier zählt allein die Leistung. So kommt es, dass der vergleichsweise jugendliche Karl-Thomas Neumann, Präsident und CEO von Volkswagen of China, sich nun mit 51 Jahren einen neuen Job suchen muss. Auch Peter Schwarzenbauer, den gerade mal 52-jährigen Vertriebschef von Audi und langjährigen Chef von Porsche in USA, hat das Personalkarussell hinauskatapultiert. Ersetzt wurde er durch den bald 45-jährigen Luca de Meo. Einen großen Sprung nach vorn machte auch ein anderer Youngster: Der erst 48 Jahre alte Eckard Scholz wurde zum Sprecher des Markenvorstands bei Volkswagen Nutzfahrzeuge befördert darf sich in Personalunion künftig in Hannover auch noch um die technische Entwicklung kümmern.

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