Von Nullen und Einsen: Das Schweigen im Autoradio

kolumneVon Nullen und Einsen: Das Schweigen im Autoradio

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Das Digitalradio Nashville DAB 35 von Blaupunkt kann zudem DAB-Programme aufnehmen und abspielen. Das bedeutet allerdings noch keine vollständige Kompatibilität zu DAB+

Kolumne von Ben Schwan

Wenn es nach den Technikbürokraten geht, wird der gute, alte UKW-Funk in den nächsten Jahren in vielen Ländern Europas durch digitales Radio ersetzt - auch wenn dieses Vorhaben bereits einmal gescheitert war. Blöd nur, dass bei dem Wirrwarr der verschiedenen Standards der Kunde leicht auf der Strecke bleiben kann.

Als ich neulich unser neues Auto abholen durfte, dachte ich, in Sachen Unterhaltungselektronik endlich alles richtig gemacht zu haben: Da ich beim letzten Mal vergessen hatte, eine Empfangsmöglichkeit für digitales Radio mitzubestellen, war diesmal die passende Antenne samt Dekodereinheit gleich mitverbaut. "Digitaler Radioempfang" lautete die Bezeichnung in der Bestellung - und der Spaß kostete mich über 200 Euro extra (ohne das teurere Radio selbst, versteht sich). Endlich wollte auch ich zu jenen glücklichen modernen Menschen gehören, die ihren Hörfunk im Fahrzeug nicht mehr altmodisch analog, sondern ganz trendy digital in ihre Ohrmuscheln geblasen kriegen.

Technisches Grauen

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Als der Übergabetermin näher rückte, konnte ich es mir nicht verkneifen, einmal mehr in meinem Lieblingsautoforum zu stöbern, das mir bei der Kaufentscheidung zuvor schon einige wertvolle Tipps verraten hatte - Insider aus der Händlerszene waren hier zugange. Mein Auge fiel auf eine interessante Überschrift: "Modellwechsel 2013" stand dort. Im entsprechenden Posting führte ein gut informiertes Forenmitglied aus, was der Hersteller an meinem Modell so alles ändern wollte.

Das Gemeine: Mein Fahrzeug verpasste eben jenen Modellwechsel um drei oder vier Wochen - nachdem wir zuvor viele Monate auf die Fertigung hatten warten müssen. Entsprechend hätte ich vermutlich besser nicht gelesen, was da stand: "Unterstützung für DAB+", versehen mit dem Namen meines erwählten Radiomodells. Bei der Abholzeremonie bestätigte sich das technische Grauen: Der Hersteller hatte in meinen drei oder vier Wochen zu früh im Werk geborenen Wagen tatsächlich nur DAB eingebaut, nicht aber DAB+.

Wenn Sie an dieser Stelle nur noch Bahnhof verstehen, müssen Sie sich nicht schlecht fühlen - ich wette, eine repräsentative Umfrage zum Thema Digitalradio in Deutschland würde nur bei einem Bruchteil der Interviewten Schlaueres als viele "Hä?"-Laute hervorzaubern.

DAB steht für Digital Audio Broadcasting und ist, um es einmal mit Wikipedia zu definieren, ein digitaler Übertragungsstandard für terrestrischen Empfang von Digitalradio. Die Technologie ist seit geschlagenen 17 Jahren verfügbar, konnte sich aber bislang nicht durchsetzen. Das Henne-Ei-Problem - zu wenig Sender, zu wenig Empfänger - sorgte dafür, dass sich das Verfahren anfangs schlicht nicht lohnte. 2011 dann versuchte die hiesige Rundfunkbürokratie einen Neustart: DAB wurde in das hübschere "Digitalradio" umbenannt, der hübsche Slogan dazu lautet "Radio der Zukunft".

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