
Weshalb stehen die Autofahrer seit Langem weltweit auf Marken wie Mercedes, BMW, Porsche, Audi oder VW? Nicht zuletzt, weil die Autos tolle Motoren und fortschrittliche Getriebe unter der Haube haben. Die Benziner und Diesel, die Viel-Stufen-Automatiken oder die Doppelkupplungsgetriebe gelten als Meisterwerke deutscher Ingenieurskunst. Entsprechend stolz sind von jeher auch die Arbeiter in den Komponentenwerken der Konzerne, wo diese Teile montiert werden.
Doch dann wurde die Ära der Elektromobilität eingeläutet. Unter dem Druck schwindender Ölreserven und strengeren Klimaschutzforderungen bekannten sich Politiker und Autobosse zum Ziel der Elektrifizierung der Antriebe bis hin zum reinen Batterieantrieb, bei dem zumindest während der Fahrt kein CO₂ produziert wird.
Nun gilt eine Elektromaschine aber als technisch deutlich einfacher als ein Verbrennungsmotor, und anstatt komplexer 6-, 7- oder 8-Gang-Getriebe kommen E-Mobile mit einfachen Übersetzungen aus.
Betriebsräte und IG Metall waren alarmiert, insbesondere auch bei Daimler, wo im Stammwerk Stuttgart-Untertürkheim, in Berlin und Kölleda gut 6.000 Menschen Motoren und Getriebe zusammenbauen.
Wenn durch den Siegeszug der Elektromobilität Verbrennungsmotoren und aufwendige Getriebe obsolet werden, werden dann auch die Beschäftigten in den Motoren- und Getriebewerken entbehrlich? Das fragten sich Betriebsratschef Erich Klemm und Kollegen.
Überraschendes Ergebnis
Jetzt haben sie eine Antwort. Und die ist mehr als überraschend. Wenn man heute idealtypisch etwa 6.000 Leute braucht, um eine Million Antriebseinheiten aus Motor und Getriebe zu fertigen, dann werden dazu im Jahr 2030 etwa 7.200 Beschäftigte nötig sein.
Zu diesem Ergebnis kommt die gerade vorgelegte Studie "ELAB – Elektromobilität und Beschäftigung". Dahinter stehen gleich drei renommierte Forschungsinstitute: das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO, das Institut für Fahrzeugkonzepte des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und das sozialwissenschaftliche IMU Institut. Die haben seit Ende 2010 im Auftrag von Daimler-Vorstand und Betriebsrat, Hans-Böckler-Stiftung sowie der IG Metall Baden-Württemberg an dem Thema gearbeitet. In allen durchgerechneten Szenarien, wenn sich etwa Batterieautos oder Brennstoffzellen schneller durchsetzten, steige die Beschäftigung zumindest leicht an, resümierte Dieter Spath, der Leiter des Fraunhofer-Instituts.
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