Autoindustrie: Weiter Ärger um neues Kältemittel in Auto-Klimaanlagen

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Autoindustrie: Weiter Ärger um neues Kältemittel in Auto-Klimaanlagen

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Nachdem Daimler massive Sicherheitsbedenken gegenüber dem neuen Kältemittel R1234yf geäußert hatte, hat die EU-Kommission nun auf den Antrag des Herstellers reagiert

von Jürgen Rees

Die EU lässt deutsche Autohersteller abblitzen, obwohl das neue umweltfreundlichere Kältemittel Autos in Brand setzen und giftige Stoffe freisetzen soll. 

Der Streit um ein neues umweltfreundlicheres Kältemittel für Auto-Klimaanlagen geht weiter. Die EU-Kommission hat jetzt auf einen Antrag des deutschen Autoherstellers Daimler reagiert: Die Brüsseler Behörde sieht "keinen Grund", den Autobauern mehr Zeit zur Einhaltung von EU-Vorgaben zu gewähren, wie aus einem Schreiben der Kommission hervorgeht, das der Wirtschaftswoche  vorliegt.

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Die EU-Kommission fragt stattdessen, wie die Bundesregierung verhindert, dass Autos zugelassen werden, die nicht dem Gesetz entsprechen, also mit dem alten Kühlmittel befüllt sind. Sie begrüßt jedoch ausdrücklich, dass das zuständige Kraftfahrtbundesamt (KBA) die Sicherheit des neuen Kältemittel R1234yf weiter untersucht.

Autoindustrie Streit um Kühlmittel für Klimaanlagen

Der Streit um das optimale Kältemittel für Klimaanlagen in Autos spaltet die europäische Industrie.

Peter Ramsauer Quelle: dapd

Seit dem 1. Januar sieht ein EU-Gesetz vor, ein umweltfreundlicheres Kältemittel einzusetzen. Laut einer EU-Richtlinie müssen Fahrzeuge, deren Typgenehmigung nach dem 1.1.2011 erteilt wurde, mit dem Kältemittel R1234yf ausgestattet sein, das rund 99 Prozent klimafreundlicher ist als die bisher verwendete Substanz R134a ersetzen.

Sicherheitsbedenken bei deutschen Autobauern

Doch deutsche Autobauer, allen voran Daimler, haben Sicherheitsbedenken vorgebracht. Daimler stellte die Gefahr in einem Test im September des vergangenen Jahres als Erster fest und zog die Notbremse: Bei Unfällen könne R1234yf zu einem enormen Risiko für Insassen werden, teilte das Unternehmen mit: Autos gingen bei internen Crashtests in Flammen auf und hochgiftige Flusssäure trat aus. Auch Ersthelfer wären in Gefahr. Daimler rief deshalb 705 Mercedes-SL-Sportwagen zurück, die als erste Serienautos mit dem neuen Kältemittel auf dem Markt waren. Zurück in der Werkstatt, füllten die Mechaniker wieder die alte, nicht brennbare Chemikalie ein.

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) gibt sich in einer ersten Reaktion auf die EU-Antwort zurückhaltend: „Die Tests, mit denen die Sicherheit des neuen Kältemittels überprüft werden sollen, gehen weiter“, sagt ein Sprecher des VDA.

Auf der jüngsten Sitzung des VDA-Präsidiums hatte sich die deutsche Autoindustrie jedoch nicht über ein gemeinsames Vorgehen einigen können: Ford-Chef Bernhard Mattes vermutete, ein Konstruktionsfehler am Mercedes habe das Feuer entfacht, Ford habe keine Probleme mit R1234yf. Dies äußerten auch fünf weitere Hersteller bei einer Befragung durch das Kraftfahrtbundesamt. Sechs andere nutzen vorsichtshalber wieder das alte, klimaschädliche Mittel.

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Die gesamte Automobilindustrie hatte sich einst für das neue Kältemittel für ab Anfang 2011 neu genehmigte Fahrzeugtypen entschieden, um die EU-Vorgaben zum Klimaschutz zu erfüllen. Als die beiden US-Hersteller DuPont und Honeywell die Substanz nicht in ausreichender Menge liefern konnten, erlies die EU bis Ende 2012 ein Moratorium.

Damit konnte das alte Kältemittel weiter genutzt werden, das klimaschädlicher ist. Die Produktionsprobleme sind mittlerweile jedoch behoben, die Substanz stünde in ausreichender Menge zur Verfügung.

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