Autokauf: Treueprämie soll VW-Kunden halten

Autokauf: Treueprämie soll VW-Kunden halten

, aktualisiert 29. März 2016, 08:16 Uhr
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Die Modelljahre 2011 bis 2016 müssen vorsorglichen überprüft werden: Ein Sicherungsring am Lagerbock des Fußhebelwerks kann sich lösen.

Quelle:Handelsblatt Online

In diesem Frühjahr fahren die Autohersteller ihre Preis- und Rabattaktionen zurück. Wirklich alle Hersteller? Nein. Volkswagen hat gleich mehrere gute Gründe, aus dem Rahmen zu Fallen. Auch neue Rückrufe.

Duisburg/Washington/WolfsburgIm Abgas-Skandal will VW verärgerte Kunden in Deutschland offenbar mit satten Rabatten milde stimmen. Wie eine Erhebung des CAR-Instituts der Universität Duisburg-Essen ergab, ist derzeit etwa ein dreitüriger Golf mit 28 Prozent Rabatt auf den Listenpreis zu haben. Hintergrund sei eine Treue-Prämie von bis zu 2000 Euro, die beim Eintausch eines VW-Gebrauchtwagens und gleichzeitigem Neukauf eines VW-Modells gewährt werde. Das Programm laufe zunächst bis Ende April.

„VW versucht mit dem Programm Kundenverärgerungen entgegenzusteuern. Nur kein Einbruch bei den Neuzulassungen scheint die Devise“, sagt Institutsdirektor Ferdinand Dudenhöffer. Er verweist auch auf hohe Eigenzulassungen von 32 Prozent aller Neuwagen im Februar.

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In den VW-Rabatten sieht der Branchenexperte auch eine Reaktion auf den Unmut deutscher Kunden wegen der Wiedergutmachungsaktion in den USA, die es hierzulande nicht gab. Kurz nach Bekanntwerden des Dieselskandals hatte VW den US-Kunden 1000 Dollar über Kartenguthaben und Gutscheine gewährt.

Dudenhöffer betonte, VW falle aus dem Rahmen, da insgesamt die Rabatte im deutschen Markt zurückgingen. Im März seien im Schnitt 17,6 Prozent Nachlass auf individuell bestellte Neuwagen gewährt worden.

Rückrufe - und kein Ende absehbar

Beim Wolfsburger Hersteller kommen zu den Problemen des Diesel-Rückrufs weitere aktuelle Maßnahmen hinzu. So mussten VW und die Konzerntochter Porsche vor Ostern weitere rund 800.000 Fahrzeuge zurückrufen, davon etwa 88.000 in Deutschland. Die baugleichen Modelle der Typen VW Touareg und Porsche Cayenne würden wegen eines möglicherweise gelösten Sicherungsrings am Lagerbock der Pedalen in die Werkstätten geordert, hieß es am Donnerstag vor Ostern. Betroffen seien insgesamt 390.000 Touareg und 410.000 Cayenne der Baujahre 2011 bis 2016.
Erst einen Tag zuvor hatte VW bestätigt, dass wegen Problemen an der Zentralelektrik weltweit 177.000 Passat der Baujahre 2014/2015 zurückgerufen würden, davon rund 63.000 Exemplare in Deutschland. Eine womöglich nicht korrekt sitzende Steckverbindung kann zum Ausfall des Motors führen. Im Ernstfall erlischt dann möglicherweise nachts auch das Licht.

Wegen des Einsatzes einer Manipulations-Software muss VW zudem derzeit weltweit Millionen Diesel-Fahrzeuge zurückrufen. Durch das seit Jahren genutzte Betrugs-Programm war die Abgasreinigung nur im Testmodus voll aktiviert worden. Auf der Straße ist der Stickoxid-Ausstoß um ein Vielfaches höher. Europas größter Autobauer muss deswegen mit Strafen und Schadensersatzzahlungen in Milliardenhöhe rechnen.

VW ruft sämtliche E-Golfs in den USA zurück

Derweil beginnt auch VWs Elektro-Offensive in den USA mit einem Stotterstart: Die Wolfsburger rufen ihre E-Golfs wegen der Gefahr von Stromausfällen in die Werkstätten. Das teilte die US-Verkehrsaufsicht NHTSA am Ostermontag mit. Es sind zwar nur 5561 Wagen vom Rückruf betroffen. Doch es handelt sich damit um alle bislang in den Vereinigten Staaten verkauften Fahrzeuge des 2015 auf dem US-Markt eingeführten Modells, wie ein VW-Sprecher auf Nachfrage bestätigte.
Das Problem liege in einem Überlastungsschutz, der zu schnell anspringe und zum plötzlichen Ausfall des Elektromotors führen könne. Der mögliche Defekt betreffe wegen des unterschiedlichen Stromsystems jedoch nur die USA, so der Sprecher. Ein Update der Batterie-Software soll nun Abhilfe schaffen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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