
VW-Chef Martin Winterkorn hatte lange ein Faible für große Autos und PS-starke Verbrennungsmotoren. Doch in jüngster Zeit redet er statt über den Zwölf-Zylinder-Phaeton lieber über den Kleinwagen Up! und das Thema „Elektro-Traktion“. Der Konzernlenker lässt dabei keinen Zweifel aufkommen: „Die Zukunft gehört dem Elektroauto – mit Strom aus der Steckdose.“
Auch Daimler-Entwicklungsvorstand Thomas Weber ist von den Vorteilen des Elektroantriebs überzeugt: „Das ist die Zukunftstechnologie schlechthin.“ Doch bei aller Begeisterung – auf Einführungstermine, Stückzahlen und Verkaufspreise will sich keiner der Automanager festlegen. Denn noch gibt es keinen Markt für die E-Mobile. Und niemand kann sagen, woher die benötigten Hochleistungsakkus in der notwendigen Qualität kommen werden. „Es gibt im Augenblick keinen Hersteller, der in der Lage ist, in großen Stückzahlen Batterien für den Einsatz in Elektrofahrzeugen zu liefern“, sagt Friedrich Eichiner, Vorstand für Konzernentwicklung bei BMW.
Akkus für den Einsatz in Handys, Digitalkameras oder Camcordern gibt es praktisch an jeder Straßenecke. Hochleistungsbatterien für Elektroautos hingegen können die Autohersteller nicht wie den Kraftstofftank oder Reifen überall kaufen. „Wir wissen noch viel zu wenig über diese Batterien für den automobilen Einsatz“, sagt Kazuhiko Miyadera, Entwicklungschef von Toyota in Europa.
Halten sie ein Autoleben lang? Wie viel ihrer Kapazität verlieren sie während des Lebenszyklusses? Fragen über Fragen. Dabei hat Toyota unter den Autoherstellern die größten Erfahrungen mit großen Akkumulatoren im Auto: Die Japaner haben in den zurückliegenden zehn Jahren gut eine Million Hybridautos verkauft, bei dem ein konventioneller Verbrennungsmotor zumindest im Stadtverkehr von einem Elektromotor unterstützt wird. Zudem ist Toyota Mehrheitseigner des Batterieherstellers Panasonic EV.











