Automobilindustrie: Porsche macht auf Öko

Automobilindustrie: Porsche macht auf Öko

Porsche will bei der Entwicklung neuer Fahrzeuge künftig stärker auf Umweltaspekte achten.

„Auch wir wissen, was die Stunde geschlagen hat“, sagte Forschungs- und Entwicklungschef Wolfgang Dürheimer der WirtschaftsWoche. Deshalb habe sich das Unternehmen entschlossen, der Forderung vieler Kunden zu folgen und einen dieselgetriebenen Porsche anzubieten. Zudem sollen die Sportwagen aus dem Hause künftig noch stärker zugunsten eines optimierten Kraftstoff-Verbrauchs ausgelegt werden

Laut Dürheimer beschäftigt sich Porsche aber auch intensiv mit alternativen Antrieben. Bereits im kommenden Jahr werde man das SUV Cayenne in einer Hybridversion anbieten. 2011 soll es auch eine Hybrid-Variante der viertürigen Sportlimousine Panamera geben. Durch die Kombination des Verbrennungsmotors mit einem Elektroantrieb sinke der Kraftstoffverbrauch um rund 30 Prozent. Porsche rechnet damit, dass sich trotz deutlicher Mehrkosten zehn bis 15 Prozent der Käufer von Cayenne und Panamera für die Hybridversion entscheiden werden. Intensiv nachgedacht wird bei Porsche aber auch am Bau eines kleinen Sportwagens mit Elektromotor – als „sinnvolle Ergänzung für den individuellen Fuhrpark“.

Anzeige

Laut Dürheimer käme ein solches Fahrzeug „beispielsweise bei Stadtfahrten zum Einsatz“. Dabei setzen die Stuttgarter auf die Zusammenarbeit mit dem VW-Konzern. „In den Bereichen Forschung und Vorentwicklung haben wir große Synergiepotenziale. Auch und gerade auf diesem Feld sehe ich große Chancen, zusammen mit VW langfristig der innovativste und schlagkräftigste Technologiekonzern in der Automobilindustrie zu werden“, sagt Dürrheimer im Interview mit der WirtschaftsWoche.

Reibereien zwischen den Porsche und VW/Audi-Mitarbeiter aus der Startphase der Beteiligung am VW-Konzern sind mittlerweile beigelegt: „Nach meinen Erfahrungen aus vielen Projekten ist die Zusammenarbeit sehr kollegial“, betont Dürheimer in der WirtschaftsWoche. Zwar habe Porsche das neue Doppelkupplungsgetriebe PDK zusammen mit dem Zulieferer ZF Friedrichshafen entwickelt, aber: „Ich schließe nicht aus, dass ein PDK-Getriebe unserer Konfiguration eines Tages in einem Fahrzeug des VW-Konzerns auftaucht“, so Dürheimer.

Und weiter: „Die Kooperation soll ja keine Einbahnstraße sein.“ Die intensive Zusammenarbeit mit den Forschungsabteilungen der anderen Unternehmen des VW-Konzerns wird es Porsche erlauben, die Kosten für Forschung und Entwicklung in den nächsten Jahren deutlich zu senken. Dürrheimer: „Wir sind heute mit einer F&E-Quote von 15 Prozent vom Umsatz heute Spitzenreiter in der Autoindustrie. Langfristig streben wir eine Größenordnung von unter zehn Prozent an.“

Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%