Autotechnik: Selbstfahrende Autos: Segen oder Albtraum?

Autotechnik: Selbstfahrende Autos: Segen oder Albtraum?

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Audi TTS: Der selbstfahrende Prototyp fährt ohne Fahrer mehr als 200 km pro Stunde schnell

von Jürgen Rees

Konzerne und Universitäten stecken Millionen in die Entwicklung selbstfahrender Autos. Nun wird die Technik in Serienfahrzeugen eingesetzt. Sind das gute Nachrichten?

Das Geisterauto, ein weißer Sportwagen Audi TTS, gibt bis zur ersten Kurve Vollgas, kurz vorher bremst er ab, um im Scheitelpunkt wieder Vollgas zu geben. Die Prozedur wiederholt sich 155 Mal bis der Wagen auf dem Gipfel des 4301 Meter hohen Pikes Peak, einem Berg in den Rocky Mountains im US-Bundesstaat Colorado, angelangt ist. Das Unheimliche daran: Am Steuer sitzt niemand.

So soll sie aussehen, die Rekordfahrt des Sportwagens ohne Fahrer, die noch in diesem Herbst stattfindet. Und die Chancen stehen gut: Bei ersten Tests in einer Salzwüste im Westen der USA hat der Audi bereits mit mehr als 200 Kilometern pro Stunde den Geschwindigkeitsrekord für fahrerlose Wagen geknackt. Nun steht der Kurven-Rekord auf dem Plan.

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Verkehr soll wesentlich sicherer werden

Dabei ist der Audi TTS nur das auffälligste Beispiel für eine Technik, die gerade in Serienfahrzeugen aller Couleur Einzug hält: Technik, mit der Unternehmen und Forscher der Vision vom selbstfahrenden Auto näherkommen wollen als je zuvor. Und die Entwicklung ist kein Selbstzweck. Mithilfe der neuen Technik soll der Verkehr wesentlich sicherer werden. Denn alleine in Europa sterben jedes Jahr 39.000 Menschen im Straßenverkehr, 4050 davon zuletzt in Deutschland. Tödliche Unfälle sollen künftig völlig neue Computer verhindern, die schneller reagieren als der Mensch. Ziel ist es letztlich, den Fahrer überflüssig zu machen.

Einer der Vorreiter auf diesem Weg ist der Autohersteller Volkswagen. Bereits zwei Mal belegten VW-Prototypen bei Roboter-Autorennen erste Plätze. 2005 gewann ein umgebauter Touareg-Geländewagen die Grand Challenge, ein 213 Kilometer langes Rennen durch die Mojave-Wüste im Westen der USA. Zwei Jahre später wurde ein führerloser Passat Zweiter bei der Urban Challenge, einem 96 Kilometer langen Parcours durch eine nachgebaute Stadt in Victorville im Bundesstaat Kalifornien.

VW will mit selbstfahrendem Audi für Furore sorgen

Ins Leben gerufen hatte beide Rennen die Darpa, die Forschungsagentur des amerikanischen Verteidigungsministeriums. Ihr Ziel: die Technik für selbstfahrende Fahrzeuge zu fördern, die Soldaten im Gefecht beispielsweise mit Nahrung und Ersatzteilen versorgen können. Das war der Darpa immerhin ein Preisgeld von 3,5 Millionen Dollar wert.

Wie schwierig die Aufgabe war, zeigte die Premiere 2004 in der Wüste Nevadas: Keiner der Autoroboter sah damals die Zielflagge. Dafür erheiterten endlose Pannen viele Zuschauer. Das Favoritenauto etwa, ein monströser Hummer-Geländewagen der Carnegie-Mellon-Universität, kam vom Kurs ab und geriet mit einem Vorderrad in eine Felsspalte. Der Bordcomputer gab so lange verzweifelt Gas, bis der Reifen Feuer fing.

Solche Missgeschicke sind heute kein Thema mehr. Sechs Jahre später ist die Technik weiter und deutlich geschrumpft: Im Herbst will Volkswagen mit dem Audi-Sportwagen TTS erneut Schlagzeilen machen. Dafür wird das Auto gerade in Zusammenarbeit mit Forschern der Stanford University für das fahrerlose Fahren aufgerüstet. Die wichtigste Innovation: Der Wagen soll lernen, selbstständig schnell und angemessen zu reagieren. Neben dem vom Rechner ferngesteuerten Motorantriebssystem, einer zentimetergenauen Satellitennavigation, Lasersensoren und Radarscannern, sollen auch eigens entwickelte Algorithmen dem Wagen helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen, selbst wenn etwa in spitzen Kurven Gegenstände auf der Straße liegen oder Rehe die Fahrbahn überqueren.

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