Autotest: Automatische Notfallbremse von Volvo: Bremsen! Sofort!

Autotest: Automatische Notfallbremse von Volvo: Bremsen! Sofort!

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Volvo XC60

von Jürgen Rees

Bremst der Fahrer nicht, macht es der Computer automatisch. Auf dem Weg zum fahrerlosen Auto nehmen Assistenzsysteme dem Fahrer immer mehr Arbeit ab, weil die Computer schneller reagieren als der Mensch. Eines der neuesten Systeme ist das automatische Notbremssystem von Volvo, das in dem Geländewagen XC60 bereits zu haben ist und im Herbst auch in der neuen Limousine S60 mitfährt.

Der Crash in der Stadt lauert überall: Zum Beispiel in einem großen Kreisverkehr im Norden Bonns. Ich schaue nach links und fahre in den Kreisverkehr ein. Während ich mich erschrecke, leuchten bereits rote Lichter in der Windschutzscheibe auf, ein unangenehm hohes Piepen nervt und der Volvo bremst – automatisch.

Der Grund: Der Vordermann hat einen Wimpernschlag vorher gebremst und ich habe nicht reagiert. Um einen Auffahrunfall zu verhindern, hat der Volvo die Verantwortung übernommen und automatisch die Notbremsung eingeleitet -  aus maximal Tempo 30 bremst die Elektronik das Auto bis zum Stillstand. Dazu misst ein in der Frontscheibe untergebrachter Laser sekundenschnell die Entfernung zu vorausfahrenden Fahrzeugen.

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Es war ein unfreiwilliger Test. Und es ist gewöhnungsbedürftig, wenn ein Auto im Ernstfall tut, was ein Rechner für richtig hält. Aber das System hat funktioniert, auch wenn es Erfahrungen anderer Fahrer gibt, die von Schwierigkeiten berichten, wenn der Gegenstand versetzt fährt und der Laser ihn nicht voll erfassen kann.  

Das selbst entwickelte Notbrems-System kostet im XC60 stolze 2050 Euro, allerdings gibt es im Paket dazu zwei weitere Fahrerassistenzsysteme: Das Blind Spot Information System, dass den toten Winkel per Kamera überwacht und  Driver Alert, ein Fahrerassistenzsystem zur Warnung bei Übermüdung und unbeabsichtigtem Verlassen der Fahrspur.  

Neue Fahrerassistenzsysteme in die Serie

Nein, alleine fahren können weder der bullige Geländewagen XC60 noch die Limousine S60, die es ab September in Deutschland gibt. Aber das City Safety genannte System zeigt, wozu die Forschung und Entwicklung am fahrerlosen Auto hinführt: Sie ist kein Spielwiese für technikverliebte Entwickler. Möglichst schnell sollen neue Fahrerassistenzsysteme in die Serie übernommen werden. Die Ziele sind klar: Neben mehr Komfort für den Fahrer, gilt es die Unfallzahlen drastisch zu reduzieren. Immerhin 39 000 Tote gab es im vergangenen Jahr auf europäischen Straßen.

Da ist die automatische Notfallbremse des schwedischen Autoherstellers Volvo ein Schritt in die richtige Richtung.  Auch wenn die Volvo-Entwickler eine peinliche Vorführung erdulden mussten. Am 6. Mai sollte in Göteborg vor Journalisten das City-Safety-System im neuen S60 vorgeführt werden. Weil der S60 ein handgedengeltes Vorserienauto war, das Probleme mit der Stromversorgung hatte, raste der Volvo ungebremst in einen Lastwagen, vor dem er eigentlich notbremsen sollte (siehe Video). Ein Desaster für alle Beteiligten von Volvo, aber wer mit Innovationen Neuland betritt, bleibt bisweilen vor Niederlagen nicht verschont. „Wir lernen daraus“, sagt ein Volvo-Sprecher leicht gequält. Und in der Serieproduktion sei ein solcher Unfall ausgeschlossen.

Fazit: Das City-Safety-System kann in der Stadt vor so manchem Auffahrunfall bewahren und schont damit die Gesundheit der Insassen genauso wie den Geldbeutel des Besitzers. Richtig nützlich wird das System aber erst dann, wenn es nicht nur bis 30 Kilometer pro Stunde zuverlässig funktioniert, sondern bis zur Höchstgeschwindigkeit.

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