Autotest: BMW M3 Cabriolet: Offene Drehzahl-Orgel

Autotest: BMW M3 Cabriolet: Offene Drehzahl-Orgel

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BMW M3 Cabriolet

Autorennfahrer Johannes Stuck testete das BMW M3 Cabriolet mit Klappdach und 420 PS. Um es gleich vorwegzunehmen: Es war nicht das reine Vergnügen.

M3: Die Buchstaben-Ziffernkombination sorgt bei mir wie wahrscheinlich bei allen Motorsportfans weltweit für erhöhten Pulsschlag. Mit zahllosen Erfolgen bei Tourenwagen-Rennen hat BMW seit Mitte der Achtzigerjahre mit der stärksten Variante seiner Dreier-Baureihe nicht nur eine Legende geschaffen, sondern auch die Basis für einen Bestseller gelegt. Das erste Modell von 1986 hatte noch einen Vierzylinder unter der Motorhaube, der dank Turboaufladung 200 Pferdestärken mobilisierte. Die aktuelle vierte Generation des Kraftsportlers wird von einem Achtzylinder mit 420 PS angetrieben. Es gibt ihn als Coupé, als viertürige Limousine, seit Kurzem auch wieder in einer offenen Variante. Ein Cabrio mit 420 PS? Das klingt nach Sturmwarnung mitten im Sommer. Auf den Autobahnen und Landstraßen Süddeutschlands und Tirols konnte ich die rasende Sonnenbank ausgiebig testen. Um es vorwegzunehmen: Es war nicht das reine Vergnügen.

Schein und Sein

Es war kurz vor Mitternacht, als ich am „Vierzylinder“, der BMW-Zentrale am Münchner Petuelring, die Schlüssel zum M3 Cabriolet in Empfang nehme. Bei einer gefühlten Außentemperatur von 12 Grad Celsius Anfang August – die Klimaerwärmung scheint sich etwas zu verspäten – müsste eigentlich der erste Griff zum Schalter für die Sitzheizung gehen. Doch nachdem ich es mir hinter dem Lenkrad des Testwagens gemütlich gemacht und die Zündung eingeschaltet habe, kann ich nicht anders – der Zeigefinger meiner rechten Hand betätigt als erstes die Taste für das elektrische Dach. In 22 Sekunden verwandelt sich ein ganzjahrestaugliches Coupé in ein Schönwetter-Cabrio. Die High-End-Musikanlage, die den Testwagen ziert, kann man dann getrost ausschalten. Denn die Soundkulisse, die der Motor liefert, ist besser als jedes Rockkonzert. Auf der Autobahn Richtung Süden lasse ich den Motor langsam warm werden und mache mich derweil mit dem Innenraum des Autos vertraut. Erste Feststellung: In der Cabrioversion ist der M3 bestenfalls ein 2+2-Sitzer. Die Rückbank taugt lediglich für Kleinkinder – das Faltdach im Kofferraum engt nicht nur das Stauvolumen im Heck, sondern auch das Platzangebot für die Passagiere stark ein. Dafür wird es mir hinter dem Steuer schnell mollig warm. Denn die Klimaanlage verfügt über einen speziellen Cabrio-Modus, der den Luftstrom in Abhängigkeit von Außentemperatur und Fahrgeschwindigkeit reguliert. Dank allerlei Versteifungsmaßnahmen ist das M3 in offenem wie geschlossenem Zustand eine feste Burg. Das Dach ist absolut dicht und lässt keine Windgeräusche durch. Die Stahlkonstruktion hat aber auch Nachteile: Sie treibt das Fahrzeuggewicht nach oben (das Coupé ist 230 Kilo leichter) – und macht das Auto durch die zahlreichen Fugen, die sich aus der Faltkonstruktion ergeben, nicht gerade schöner. Für mich gehört auf ein Cabrio ein Stoffverdeck. Basta.

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