Autotest: Ford Kuga: Der Nachzügler

Autotest: Ford Kuga: Der Nachzügler

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Auf dem Autosalon Genf wurde der neue Ford Kuga vorgestellt

Der Kuga ist der erste richtige Sport-Geländewagen von Ford in Europa. Mit knackigem Design und moderatem Verbrauch will er den Marktführern VW Tiguan und BMW X3 Konkurrenz machen. Ein Fahrbericht.

Kein Witz: James Bond wird - politisch korrekt - im neuen 007-Film, der im November in die Kinos kommt, für ein paar Sekunden mit dem neuen Kleinwagen Ford Ka zu sehen sein. Nicht nur in Deutschland boomen jedoch allen Diskussionen über das Klima zum Trotz hochgelegte Autos mit Allradantrieb. Sie nennen sich SUV für "Sports Utility Vehicle" und sind eine Kreuzung aus Geländewagen, Van und Kombi. Frauen lieben sie, weil man so schön hoch sitzt, Männer, weil man mit den Allradfahrzeugen auch durch Matsch und Geröll bezwingen könnte.

Kaum jemand tut das nach den Erfahrungen der Hersteller. Aber die Vorstellung zu können, wenn man nur wollte, beflügelt offenbar die Fantasie. Bislang hatte Ford den Trend in Europa komplett verschlafen. Jetzt hat auch Ford mit dem Kuga einen SUV und hofft damit dem Marktführer VW Tiguan Marktanteile abknöpfen zu können.  Denn auf den blicken die Ford-Männer neidisch. Der Wolfsburger, der selbst spät in einen bereits boomenden Markt vorstieß, räumt ab. Die Geduld der Interessenten wird mit Lieferzeiten von sieben Monaten arg strapaziert. Jetzt will sich der Kuga als Nachzügler einen Teil des Kuchens in dieser Autoklasse abschneiden.

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Das ist nicht einfach in einem Markt mit starken Konkurrenten. „Uns war wichtig, dass der Kuga auf den ersten Blick als ein Ford jüngster Generation erkannt wird“, sagt Martin Smith, Chefdesigner bei Ford. Fords Chefdesigner Martin Smith hat ein Auto mit einem eigenen Gesicht geschaffen, dass sich nicht nur gegen den Tiguan, sondern auch gegen den Toyota RAV4 oder den BMW X3 durchsetzen soll. Glücklicherweise ist der Kuga kein umgearbeiteter Amerikaner, sondern in Europa für Europa designt und in Saarlouis gebaut. Für Ford war Eile geboten, denn im Segment der kompakten Geländewagen wird es noch enger, wenn im September der Renault Koleos in den Verkauf kommt. Nur so ist es zu erklären, dass die Kölner den Ford Kuga zum Serienstart am 7. Juni mit einem Zweiliter-Diesel-Motor und Handschaltung ins Rennen um die Gunst der Kunden schicken. "90 Prozent der Käufer entscheiden sich in dieser Klasse sowieso für einen Diesel", sagt Klaus Peter Tamm, Chefingenieur für den Kuga. Erst Anfang 2009 soll ein Fünf-Zylinder-Turbobenziner mit 200 PS sowie eine automatisiertes Sechsganggetriebe folgen.

Der erste Eindruck bei der Vorstellung in Spanien: Der Kuga sieht gut aus. Das Design ist ansprechend und folgt der gefälligen  Linie, die Designer Smith schon beim Galaxy, S-Max und beim Mondeo vorgegeben hat und demnächst beim neuen Fiesta fortgeführt wird. Die Sitzposition ist wie erwartet hoch, die Sessel straff aber bequem gepolstert, die Instrumente sind sehr verspielt. Das Kofferraumvolumen von 410 bis 1405 Litern ist nicht riesig, reicht aber für das Urlaubsgepäck von vier Personen. Zwar lässt sich die Rückbank nicht verschieben, aber wer sie umklappt, hat einen topfebenen Ladeboden zur Verfügung. Praktisch: Das einfach bedienbare Laderollo über dem Gepäckraum lässt sich zusammen mit vielen Kleinigkeiten unter dem Ladeboden verstauen.

Hartnäckig hängt den SUV das Image der Spritschlucker an. Deshalb wurden die Ford-Ingenieure bei der Vorstellung nicht müde zu betonen, wie wenig der Kuga verbraucht: Nur 6,4 Liter Diesel soll das allradgetriebene Auto in der Normrunde konsumieren. Das wäre tatsächlich für ein 1,6 Tonnen schweres Vehikel relativ moderat. Doch die ersten Testrunden zeigten, dass dieser Wert auf der Straße im Alltagsbetrieb unrealistisch ist: Je nach Fahrweise schluckte der Kuga zwischen 8,7 und 9,3 Liter Diesel. Trotzdem macht der Kuga Spaß, das gut schaltbare Sechsgang-Getriebe trägt dazu genauso bei, wie das dank straffer Federung nahezu perfekte Handling.

Technische Daten: 2,0 Liter Diesel mit Partikelfilter, 136 PS, Drehmoment: 320 Nm/2000 Umdrehungen pro Minute, Höchstgeschwindigkeit 182 km/h (Allrad: 180 km/h), Beschleunigung 0-100 km/h: 10,6 s (Allrad: 10,7 s),   Frontantrieb ab 26 500 €, Allrad plus 2000 €.

Verkaufsstart: 7. Juni 2008

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