Autotest: Porsche Panamera Turbo: Pro Familia

Autotest: Porsche Panamera Turbo: Pro Familia

Bild vergrößern

Viertürige Sportlimousine: Porsche Panamera Turbo

Rennfahrer Johannes Stuck fuhr den neuen viertürigen Porsche Panamera Turbo.

Vor vier Jahren war für Porsche die Welt noch in Ordnung. Der Sportwagenhersteller stellte immer neue Rekorde auf, und Vorstandschef Wendelin Wiedeking genoss Heldenstatus: Was er anpackte, verwandelte sich in Gold. Ein Geländewagen von Porsche? Viele schüttelten den Kopf – doch Wiedeking machte aus dem Projekt Cayenne einen Verkaufsschlager. Damit nicht genug. Im Sommer 2005 machte der "Neunmalkluge" ("Frankfurter Allgemeine Zeitung") bei den Eignern des Unternehmens, den Familien Porsche und Piëch, über eine Milliarde Euro für die Entwicklung einer viertürigen, viersitzigen Reiselimousine locker.

Unter dem Namen Panamera kommt dieser "Gran Turismo" nun am 12. September in den Handel – allerdings unter völlig anderen Rahmenbedingungen. Die Wirtschaftskrise hat die Autoindustrie schwer getroffen, und der Übernahmeversuch bei Volkswagen hat Porsche an den Rand des Ruins geführt. Das alles erleichtert nicht gerade den Start der vierten Modellreihe. Floppt deshalb nun der Panamera, von dem Porsche weltweit jährlich 20.000 Exemplare zu verkaufen hofft? Das wäre wirklich schade. Denn bei ausgiebigen Testfahrten in den Alpen habe ich das Auto sehr schätzen gelernt – so sehr, dass ich es nur ungern wieder hergab.

Anzeige

Schein und Sein. Man muss schon sehr ignorant sein, um den Panamera nicht wahrzunehmen, wenn er im Rückspiegel auftaucht. Die Fahrzeugfront lässt keinen Zweifel: Hier naht ein Sportwagen aus Zuffenhausen, nur deutlich wuchtiger als der Bestseller Carrera. Inklusive Außenspiegel ist das Gefährt über zwei Meter breit, was in Baustellenbereichen und im Schatten eines 40-Tonners Berührungsängste aufkommen lässt. Auch die Fahrzeuglänge ist enorm: Erst nach einer Passage von knapp fünf Metern kann der staunende Nebenmann einen Blick auf das Heck und den Schriftzug Panamera werfen. Dieser Porsche ist damit länger und breiter als das geländegängige Schwestermodell Cayenne, dafür aber viel flacher.

Das Revier des Panamera ist damit ganz klar die Autobahn. Über die Optik des Hecks ist schon viel geschrieben worden. Viele Betrachter fühlen sich hier an den ersten Heckklappen-Gran-Turismo aus dem Hause Porsche erinnert, den zwischen 1977 und 1995 produzierten 928, der nicht gerade ein Schönling war. Über Geschmack will ich hier aber nicht diskutieren. Nur so viel: Das Hinterteil des Panamera ist gewöhnungsbedürftig, auch deshalb, weil die schlechten Sichtverhältnisse das Rangieren ohne Rückfahrkamera zum Glücksspiel machen. Etwas gewöhnungsbedürftig ist auch der Innenraum, der von einer langgezogenen, mit über 60 Knöpfen übersäten Mittelkonsole geteilt wird.

Jede Taste steht hier für eine Funktion – nach dem gleichen Prinzip wurden früher auch die Cockpits von Düsenjets gestaltet. Vor dem Dreh am links neben dem Lenkrad platzierten „Bedienteil“ und dem Starten des Motors tut man als Fahrer also gut daran, sich zunächst mit der Symbolik und Logik der vielen Tasten vertraut zu machen. Die Einstellmöglichkeiten tendieren speziell beim Turbo gegen unendlich. Beifahrer und Familienangehörige im Fond können sich derweil an den liebevollen Details des üppig mit Leder ausgeschlagenen Innenraums und der überraschend großzügigen Kopf- und Beinfreiheit erfreuen.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%