Autotest: Schöner Schwede: Der Volvo XC60

Autotest: Schöner Schwede: Der Volvo XC60

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Die deutsche Rallye-Fahrerin Jutta Kleinschmidt

Jutta Kleinschmidt fuhr den Volvo XC60, eine Mixtur aus Geländewagen und Familienkombi.

Am Steuer eine Deutsche mit einem Führerschein aus Monaco und keinerlei Spanisch-Kenntnissen, dazu ein Auto mit schwedischer Zulassung: Der junge Polizist der Guardia Civil, der uns am Stadtrand von Valencia auf einer Schnellstraße gestoppt und auf den Seitenstreifen dirigiert hatte, war einigermaßen irritiert.

Irgendwie konnte er sich auf den viperngrün lackierten Geländewagen und seine Insassen keinen Reim machen. Er studierte einige Sekunden die Papiere, lief dann noch mit nachdenklichem Blick zwei Runden um den Volvo – und winkte uns dann einfach weiter. Adiós.

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Dabei hatten wir die erlaubte Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h doch angeblich deutlich überschritten, wie wir bei der Begrüßung seinem Redeschwall entnommen hatten. Vermutlich aber wollte er sich nur einen Eindruck verschaffen von dem neuen Auto, das der Hersteller kurz vor der Markteinführung noch schnell in Südspanien präsentierte.

Aus Italien kannte ich derlei „Kontrollen“ Auto-interessierter Polizisten schon. Volvo sollte dies als Kompliment verstehen, hat der Hersteller auf der Iberischen Halbinsel doch bislang einen schweren Stand. Mit seinem frischen Stil dürfte der XC60 auch andernorts für Aufmerksamkeit sorgen. Aber was kann das neue Auto sonst noch? Eine ausgiebige Testfahrt sollte es zeigen.

Schein und Sein

Mit Volvo hatte ich bislang keinerlei Berührungspunkte – die Produkte der Schweden entsprachen nicht meinen Vorstellungen von automobiler Ästhetik. Meine Schwester hingegen, Designerin und Mutter von drei Kindern, fährt voll auf Volvo ab. Sie schätzt die Autos wegen ihrer Funktionalität und Solidität, wohl auch als Ausdruck ihrer eigenen Individualität.

Ich denke, auch der XC60 würde ihr gefallen. Die Linienführung ist markentypisch klar, weist aber im Unterschied zu früher einige Verspieltheiten wie das abgesetzte Tagfahrlicht und die geschwungenen Linien am Heck auf. Sportlich-elegant ist auch der Innenraum gestaltet. Auffällig ist die freischwebende, leicht zum Fahrer geneigte Mittelkonsole.

Die Sitze sind bequem, lassen allerdings auch etwas Seitenhalt vermissen. Und die Materialauswahl und die Verarbeitung signalisiert den Anspruch von Volvo, als Premiummarke wahrgenommen zu werden.

Das ist gelungen, auch wenn beim Testwagen die Türdichtungen mehr Windgeräusche zuließen, als der Fahrgeschwindigkeit angemessen gewesen wäre.Volvo versucht den XC60 als sportlichen Geländewagen zu positionieren, gegen den BMW X3 oder den Audi Q5. Für mich sind das allerdings alles keine Geländewagen, sondern lediglich geräumige Kombis mit größerer Bodenfreiheit und höherer Sitzposition – ideal für den Großstadt-Dschungel, aber im Gelände schnell überfordert.

So nutzt der Volvo zwar Module des Schwestermodells Land Rover Freelander, verzichtet aber auf Offroad-spezifische Techniken wie mechanische Sperren oder ein Untersetzungsgetriebe – der permanente Allradantrieb wird rein elektronisch geregelt.

Saus und Braus

Angeboten wird der XC60 zum Verkaufsstart mit einem 285 PS starken Benziner und zwei Dieselmotoren, die 163 und 185 Pferdestärken mobilisieren. Unser Testwagen hatte den großen Fünfzylinder-Diesel unter der Haube, der zwar über einen Rußfilter verfügt, aber nur nach Euro 4 zertifiziert ist und deshalb in Deutschland nicht von der Kfz-Steuer befreit ist.

Die Maschine hat mit dem gut 1,8 Tonnen schweren Wagen ein leichtes Spiel und harmoniert auch mit dem Sechsgang-Automatik, die beim Testwagen über das Getriebe herrschte. Der Motor scheint ordentlich gekapselt, denn das dieseltypische Nageln drang nur kurz nach dem Start ans Ohr. Die Fahrleistungen sind gut und brauchen Vergleiche nicht zu scheuen.

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