BMW 760i: Sanfter Bulle mit Zwölfzylinder

BMW 760i: Sanfter Bulle mit Zwölfzylinder

Bild vergrößern

Der BMW-Zwölfzylinder 760i im Test

544 PS, zwölf Zylinder, Achtgang-Automatik: Das BMW-Topmodell verspricht Freude am Fahren. Autorennfahrer Johannes Stuck ist den 760i für die WirtschaftsWoche gefahren.

Es gibt zwölf Sternkreise und zwölf Monate, der Zeiger der Uhr durcheilt im Laufe eines Tages zweimal zwölf Stunden. Die legendäre Tafelrunde von König Artus zählte zwölf Ritter, zum letzten Abendmahl kamen zwölf Apostel. Und wenn Ferdinand Piëch über sein Auto-Imperium redet, dann macht er keinen Hehl daraus, dass ihm zehn Marken nicht genug sind: Zwölf sei die bessere Zahl. Das volle Dutzend ist offenbar eine magische Dimension. Und nicht nur für Mythologen, Mathematiker und Manager, sondern auch für Motorenbauer: Zwölf Brennkammern sind für Ingenieure die perfekte Konstellation. Die Zwölf steht für Leistung ohne Ende, höchste Laufkultur ohne Rütteln und Schütteln, ergo Luxus pur. Bleibt die Frage: Ist ein Auto mit einer solch großen Maschine noch zeitgemäß?

100 PS kräftiger als Vorgängermodell

Von BMW kommt ein klares Ja: In diesen Tagen rollt der neue 760i auf die Straße, mit 544 PS fast 100 Pferdestärken kräftiger als das Vorgängermodell – aber angeblich deutlich sparsamer auch als die Wettbewerber aus Stuttgart und Ingolstadt, der Mercedes S 600 und der Audi A8 (den es ab Sommer 2010 wieder mit Zwölfzylinder gibt). Hält das BMW-Top-Modell, was die Entwickler versprechen? Eine Testfahrt durchs Voralpenland soll’s zeigen.

Anzeige

Das mitunter sehr unruhige, fast schon experimentelle BMW-Design hat den Auto-Connaisseurs in den vergangenen Jahren viel zugemutet: Sicken und Abrisskanten, konkave und konvexe Flächen – ohne Erläuterungen war die Logik der Linienführung nicht zu erschließen. Inzwischen ist die Formensprache ruhiger und klarer geworden: Der neue Siebener ist eine zeitlos-moderne Erscheinung. Etwas gewöhnungsbedürftig ist allein noch die Front, weil die BMW-typischen „Nieren“ nach meinem Geschmack einen Tick zu groß ausgefallen sind.

Als Spitzenmodell ist der 760i nur anhand der vier ovalen Auspuffrohre am Heck und eines dezenten Schriftzugs an der Seite auszumachen: Vorstände von Unternehmen protzen in harten Zeiten wie diesen nicht mit dicken Dienstwagen und üppigen Motorleistungen. Auch der Innenraum fällt überraschend nüchtern aus.

Die Materialien, Nappaleder, Edelholzfurnier, Aluminium und Alcantara, sind aber vom Feinsten und auch erstklassig verarbeitet. Alles ist da, wo man es erwartet. Oder fast alles: Der Türgriff innen ist neuerdings in eine Zierleiste integriert und nicht sofort erkennbar. An den i-Drive genannten Multifunktionsschalter auf der Mittelkonsole hat man sich hingegen gewöhnt. Über zusätzliche Tasten sind bestimmte Funktion nun auch direkt ansteuerbar. Unser Testwagen verfügte zudem über ein Head-Up-Display, das wichtige Informationen wie Fahrgeschwindigkeit, Navigationshinweise oder Warnungen vor Tempolimits auf die Frontscheibe und damit direkt ins Sichtfeld des Fahrers projiziert: perfekt. So etwas wünscht man sich in jedem Auto. Bemerkenswert ist auch der Sitzkomfort. Der Fahrer sollte allerdings nicht größer als 1,80 Meter sein – sonst könnte es für die Passagiere im Fond knapp werden. Wer viel mit Chauffeur unterwegs ist, sollte also unbedingt die Langversion des 760i ordern.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%