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InterviewBMW: "Die DNA bewahren"

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Ian Robertson ist Vorstand bei BMW

von Matthias Kamp

Der Marketingchef von BMW hofft auf Staatshilfen für E-Autos und will den Internet-Vertrieb ausbauen.

WirtschaftsWoche: Mister Robertson, mit dem i3 wollen Sie den Automarkt auf den Kopf stellen. Werden die Verkaufszahlen dem Anspruch schon gerecht?

Ian Robertson: Wir haben in Europa mehr als 2000 Testfahrzeuge in den Autohäusern. Bis heute haben sich sage und schreibe schon mehr als 100 000 Interessenten für Probefahrten angemeldet. Kunden, die das Auto bestellen, müssen mit bis zu einem halben Jahr Wartezeit rechnen.

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Wie viele Bestellungen liegen vor?

Ungefähr 11 000, die meisten davon kommen aus Europa.

Zur Person

  • Ian Robertson

    Robertson, 55, ist seit 2008 Vorstand für Vertrieb und Marketing bei BMW. Der Brite begann seine Karriere 1979 bei Rover. Für BMW leitete er später die Aktivitäten in Südafrika. Von 2005 bis 2008 war Robertson CEO bei Rolls-Royce Motor Cars.

Welcher Markt wird für den i3 der weltweit wichtigste sein?

Die USA und hier insbesondere Kalifornien werden sicher einen hohen Anteil an den Verkäufen haben. Kalifornien ist extrem aufgeschlossen für neue Technologien. Die Konsumenten sind sehr offen und progressiv. Zudem gibt es dort die höchsten Steuervorteile für Elektroautos: Rund 10 000 US-Dollar kann der Käufer in Anspruch nehmen. In Belgien, den Niederlanden und Großbritannien gibt es ähnliche, aber wesentlich kleinere Förderprogramme.

Dafür gibt es in Deutschland keinen Cent.

Die Bundesregierung will, dass bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf den Straßen rollen. Dieses Ziel wird möglicherweise nicht ohne Fördermaßnahmen in den kommenden Jahren zu erreichen sein.

Opel Ampera gegen BMWi3 Welches Elektroauto ist das bessere?

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Quelle: Anna Tabea Hönscheidt

Wie schätzen Sie die Chancen für den i3 in China ein?

Wir werden den i3 ab Sommer in China verkaufen. Eine große Herausforderung ist sicherlich der Aufbau einer leistungsfähigen elektrischen Lade-Infrastruktur. Das wird Zeit brauchen, sodass wir für China zunächst mit moderateren Absatzzahlen für den BMW i3 rechnen.

Wäre das Auto nicht billiger geworden, wenn Sie den Elektroantrieb in ein existierendes Modell eingebaut hätten?

Als wir die Konzepte für ein Elektrofahrzeug geprüft haben, war uns klar, dass wir ein Fahrzeug entwickeln müssen, das die BMW-DNA aus Sportlichkeit und Dynamik bewahrt. Hätten wir auf eine schwere Batterie einfach ein konventionelles, schweres Chassis gesetzt, wäre es ein schweres Auto gewesen. Das hätte mit BMW nicht mehr viel zu tun gehabt.

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Brauchen Sie mit der Erweiterung der Marke durch die i-Serie auch innovativere Vertriebswege?

Natürlich. Ich glaube zwar, dass der Autokäufer ein Fahrzeug immer noch physisch erleben und erfahren will. Aber der Online-Vertrieb wird auch in unserer Branche wichtiger. 80 bis 90 Prozent aller BMW-Käufer informieren sich zuerst im Internet und gehen dann zum Händler. Wir sollten unsere Kunden aber auch ermöglichen, ihren i3 direkt online zu kaufen.

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