Carsharing von Daimler: Car2go erhöht die Preise

Carsharing von Daimler: Car2go erhöht die Preise

, aktualisiert 02. August 2017, 15:16 Uhr
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Kurze Fahrten werden teurer, längerer billiger - wie bei der Konkurrenz.

von Christoph KapalschinskiQuelle:Handelsblatt Online

Die Eigentümer Daimler und BMW sprechen über eine Fusion der Carsharing-Töchter. Doch auch ohne einen Abschluss nähern sich die Geschäftsmodelle von Car2go und DriveNow merklich an.

HamburgBislang liefern sie sich in den größeren Städten Deutschlands eine harte Konkurrenz: die Carsharing-Anbieter DriveNow von BMW und Car2go von Daimler. Dabei punktet BMW mit edlen Minis, während Daimler mit seinen Smarts deutlich günstigere Preise bietet.

Doch mit der Auswahl für die Kunden könnte es bald vorbei sein: Wie das Handelsblatt bereits in der vergangenen Woche berichtete, laufen Gespräche auf höchster Ebene der beiden Autokonzerne, um die verlustträchtigen Töchter zusammenzulegen. Die Geschäftsmodelle nähern sich auch unabhängig davon bereits an – und jetzt auch die Preise.

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Denn Car2go erhöht den Grundpreis. Eine Minute Fahrt im benzingetriebenen Smart kostet künftig 26 Cent – zwei Cent mehr als bislang. Für eine halbstündige Fahrt werden somit künftig 7,80 Euro statt 7,20 Euro fällig. Das ist zwar immer noch weniger als bei DriveNow. Dort kostet dieselbe Fahrt im Mini oder 1er-BMW 9,30 Euro kostet. Doch der Abstand schrumpft.

Auch an anderer Stelle verwischen die Unterschiede: Car2go führt nun ebenfalls vorausbuchbare Stundenpakete ein – bislang ein Alleinstellungsmerkmal der Konkurrenz. Schon seit längerem hat sich der Anbieter zudem von der Ursprungsstrategie verabschiedet, allein parkraumfreundliche Smarts fahren zu lassen. Gegen Aufpreis bietet Car2go inzwischen auch größere Mercedes-Modelle an. Eine Auswahl anzubieten gehört auch bei DriveNow zum Konzept. Inzwischen setzen beide Anbieter auf die Anmietung per Smartphone statt per Kundenkarte.

Die neuen Tarife seien keine Vorwegnahme einer Kooperation, sagte ein Car2go-Sprecher auf Anfrage. Die Berichte über Kooperationsgespräche bezeichnete er als „Spekulation“. Die neuen Tarife basierten auf dem Wunsch der Kunden und des Anbieters nach längeren Mieten. Im Gegenzug für den gestiegenen Grundpreis würden – wie bei DriveNow – längere Fahrten künftig günstiger.

Der Sprecher betonte zudem, der Smart-Minutentarif habe bis zum Sommer 2016 in einigen Städten sogar noch um drei Cent höher gelegen. Zuschläge erhebt Car2go künftig für Fahrten, die in bestimmten Randbereichen enden. In München betrifft das etwa die neu hinzukommenden Stadtteile Ismaning und Neuperlach, in Frankfurt Eschborn und Sossenheim. Außerdem werden die existierenden Geschäftsgebiete leicht neu geschnitten: In Hamburg etwa wird der Bereich im südlichen Stadtteil Harburg kleiner, dafür erreicht Car2go etwas mehr Straßen in der Nachbarstadt Norderstedt. „Insgesamt schaffen wir so eine bessere Balance zwischen Fahrzeugverfügbarkeit und Nachfrage – im Sinne der großen Mehrheit unserer Kunden“, erklärte der Sprecher.

Bei einer möglichen Fusion müssten die beiden Anbieter ihre Tarife noch weiter anpassen – und die Tarifgebiete, die bei Car2go bislang meist etwas größer sind. zudem haben die Anbieter unterschiedliche Vereinbarung mit den Städten. In Hamburg etwa kooperiert BMW bei der Schaffung von Carsharing-Parkplätzen mit der Stadt, während Car2go sich verpflichtet hat, ab dem kommenden Jahr Elektro-Autos einzusetzen.

Außerdem fiele mit einem Zusammengehen ein Aspekt weg, der besonders bei DriveNow deutlich wird: Das Carsharing dient auch als Schaufenster für die Hersteller. Carsharer lernen bei BMW die gesamte Mini-Flotte, das Elektroauto i3 und die kleinen BMW-Modelle kennen – mit dem Nachteil, sich an verschiedene Varianten des Bordcomputers und der Kupplung anpassen zu müssen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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