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Comeback Michael Schumacher: Sieg über sich selbst

von Jürgen Rees

Warum nur steigt der erfolgreichste Rennfahrer aller Zeiten nach drei Jahren Pause am Sonntag wieder in ein Formel-1-Cockpit? Ein Kommentar von Wiwo-Autoredakteur Jürgen Rees.

Formel 1 Rekordweltmeister Quelle: dpa
Formel 1 Rekordweltmeister Michael Schumacher (l) von Mercedes Grand Prix steht am Donnerstag (11.03.2010) vor einem Schild "Used Cars" auf dem Gelände eines Mercedes Autohauses in Manama (Bahrain). Für das neue Formel 1 Team Mercedes Grand Prix geht Schumacher nach dreijähriger Pause wieder in der Königsklasse des Motorsports an den Start. Das erste Rennen der Saison startet am 14. März in Bahrain. Quelle: dpa

Warum um Himmels Willen tut er sich das an? War es Michael Schumacher in der beschaulichen Schweiz zu langweilig?

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Mit sieben Weltmeistertiteln, 249 Grand Prix Starts und 91 Siegen ist Michael Schumacher bereits der erfolgreichste Rennfahrer aller Zeiten. Mehr Ruhm und Ehre geht nicht.

Und am Geld kann es auch nicht liegen, denn das hat Schumacher schon reichlich verdient. Trotzdem wagt Schumacher nach drei Jahren Pause das Comeback am Sonntag zum Auftakt der Formel-1-Weltmeisterschaft in Bahrain.

Ein Comeback, das es in sich hat.

Schumacher geht ein enorm hohes Risiko ein

Zum ersten Mal seit 55 Jahren gibt es wieder ein Silberpfeil-Werksteam von Mercedes, das neben Schumacher mit Nico Rosberg und Testfahrer Nick Heidfeld zwei weitere deutsche Teammitglieder zählt.

Das ist offenbar der Stoff aus dem die Träume der Fans und Sponsoren gestrickt sind.

Den Fans verspricht Schumacher endlich wieder spannendere Rennen, denn das neue Reglement versucht die Materialschlacht zu begrenzen:  Während des Rennens darf nicht mehr nachgetankt werden.

Ein sicherer Gewinner steht auch schon fest: Angesichts des erwarteten Zuschauer- und Sponsorenbooms funkeln die Dollarzeichen in den Augen des Formel-1-Bosses Bernie Ecclestone.

Da lässt sich doch der Formel-1-Ausstieg von BMW und Toyota gleich viel leichter ertragen.

Nur Schumacher geht ein enorm hohes Risiko ein. Zwar hat er mit Ross Brawn den Mann als Teamchef, der seine sieben Weltmeisterautos bei Benetton und Ferrari gebaut hat.

Aber den Rest der neuen Mercedes-Mannschaft muss und will er erst wieder kennenlernen.

Denn der Teamgedanke, das beinahe blinde Vertrauen in jeden Einzelnen, war eines der Erfolgsgeheimnisse des System Schumacher.

Viel Zeit hat er nicht, denn im Nacken sitzt ihm mit dem 24-jährigen Teamkollegen Nico Rosberg ein ehrgeiziger Jungspund, der jede Schwäche des Idols gnadenlos ausnutzen wird. 

Warum "Schumi" es trotzdem macht?

Weil er seinem 41-jährigen Körper, der vor drei Jahren müde und ausgelaugt war, noch einmal zeigen will, dass es geht. Dass er die Strapazen aushält und die Leistung bringt.

Der Sieg über sich selbst. Dass ist es, was Schumacher reizt. 

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1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 12.03.2010, 07:30 UhrAnonymer Benutzer: Observer

    Was hat ein F-16 Pilot mal in einem interview gesagt?

    "Erzählen Sie unseren Chefs nicht, dass wir die Dinger auch umsonst fliegen würden."

    So seh ich das hier auch. Und das Schöne daran ist, er kriegt auch noch ordentlich Asche dafür.

    Einfache Erklärung: Adrenalin

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