Der Porsche-bot: Ein Cabrio, wie aus dem Science-Fiction-Film

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KommentarDer Porsche-bot: Ein Cabrio, wie aus dem Science-Fiction-Film

von Franz W. Rother

Der neue Porsche Targa ist ein Verwandlungskünstler. Er vereint Cabriofeeling mit hoher Alltagstauglichkeit. Der elektromechanische Dachantrieb schlägt sich leider nur in einem hohen Gewicht nieder.

35 Sekunden. So lange brauche ich, um das Targa-Dach zu entriegeln, zu falten und in einer Tasche im Kofferraum zu verstauen. Das Schließen der Dachlucke dauert einen Tick länger. Kofferraum öffnen, das Dach entnehmen und entfalten, quer über Frontscheibenrahmen und Überrollbügel legen, dann Einsteigen und im Sitzen die beiden hinteren Zapfen des Dachs in die Löcher am Überrollbügel einführen und dann die vorderen Fixierzapfen mit einem festen Zug am vorderen Teil des Targa-Dachs einrasten. Türen zu – und fertig. Der Zeiger der Stoppuhr blieb beim letzten Test dieser Art nach 52 Sekunden stehen. Es brauchte weder viel Muskelkraft oder Gelenkigkeit, noch besondere Fingerfertigkeit. Auch Frauen und Greise sollten es in ähnlich kurzer Zeit schaffen, einen Porsche Targa für Sonne und Wind zu öffnen oder bei Regen und Sturm wetterfest zu machen.

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Aber Handarbeit mag der Autofahrer des 21. Jahrhunderts nicht mehr. Zumindest nicht, wenn er Beträge um die 100.000 Euro zu zahlen bereit ist. Er erwartet dann Sitze, die vollelektrisch zu verstellen und Fenster, die vollelektrisch zu versenken sind. Und bei einem Cabriolet muss natürlich das Dach auf Knopfdruck zu öffnen und zu schließen sein. Nicht in 52, nicht in 35 Sekunden, sondern in höchstens 20 Sekunden. Sagt das Marketing und macht den Ingenieuren Beine.

So wurde bei Porsche aus einem vergleichsweise simplen Dachkonzept, das 1965 mit Blick auf die strengen Bestimmungen der US-Verkehrssicherheitsbehörde zum Schutz vor Überschlägen konzipiert wurde, beinahe 40 Jahre später ein Sicherheits-Cabriolet der besonders aufwendigen Art. Offen wie geschlossen ein Meisterwerk automobilen Designs. Und technisch ist es ein Wunderwerk, das aus dem Stand heraus ein spektakuläres Ballett der Mechanik und Hydraulik zu inszenieren versteht.

VW Piëch quengelt und drängelt

Dem Patriarchen geht das Programm „Mach 18“, das Volkswagen bis 2018 an die Weltspitze führen soll, nicht schnell genug voran. Auf dem Autosalon in Genf deutet er weitere Veränderungen im Management an.

Der Aufsichtsratsvorsitzende der Volkswagen AG, Ferdinand Piech Quelle: dpa

Simpel ist beim neuen, derzeit mindestens 109.338 Euro teuren Porsche Targa des Modelljahrs 2014 nur die Bedienung. Ein leichter Druck auf eine kleine Taste in der Mittelkonsole löst eine ganze Reihe von Befehlen an Sensoren und Motoren aus. Zunächst wird gemessen, ob natürliche Hindernisse (Mauern, Bäume oder parkende Autos) in der Umgebung der Öffnung des Dachs im Wege stehen. Dann kippt surrend die riesige Glasheckscheibe samt einem Teil der Motorabdeckung nach hinten. Gleichzeitig öffnen sich zwei Klappen aus dem silbernen Targabügel und geben die Kinematik des Stoffdachs frei.

Dieses wird dann angehoben, nach hinten geschwenkt, einmal gefaltet und hinter den beiden Notsitzen im Fond verstaut. Zum Schluss senken sich Glasscheibe und Motorabdeckung wieder über die Verdeckkonstruktion - fertig ist das Cabriolet. Nicht nach 35 Sekunden, sondern schon nach 19 Sekunden. Der Schließvorgang dauert genauso lang. Das nennt man Fortschritt. Wer das Spektakel zum ersten Mal sieht, fühlt sich fast in den Science-Fiction-Film „Transformers“ versetzt, in dem sich so genannte Autobots (Autonome Roboter) als Sportwagen tarnen und sich auf Befehl in Kampfroboter verwandeln, um die bösen Deceptions in Schrott zu verwandeln. Der Targa von 2014 ist so gesehen eine zivile Ausführung des Bumblebee von 2004.

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