E-Autos: Die fünf Irrtümer der Elektro-Skeptiker

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E-Autos: Die fünf Irrtümer der Elektro-Skeptiker

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Auch wenn die Elektro-Revolution auf dem Automobilmarkt noch auf sich warten lässt, ist ein Abgesang auf den Stromer verfrüht

von Martin Seiwert und Franz W. Rother

Der Markt für E-Autos kommt nicht in Fahrt. Erstes Opfer: der führende Batteriehersteller A123. Doch ein Abgesang auf die Elektromobilität ist verfehlt. Die Autobauer selbst widerlegen die fünf großen Irrtümer der Zweifler.

Die Marktanteile von Elektroautos sind winzig, und viele Prognostiker bezweifeln, dass sich daran so schnell etwas ändern wird. Dass diese Woche mit A123 einer der größten US-Batteriehersteller Konkurs anmelden musste, weil auch in Übersee nur wenige Autofahrer auf elektrische Fahrzeuge setzen, gießt Öl ins Feuer der Skeptiker. Auch beim Elektroauto-Gipfel im Bundeskanzleramt kristallisierte sich heraus, was die WirtschaftsWoche schon im Mai 2011 voraussagte: Das Ziel der Bundesregierung, 2020 eine Million Elektroautos auf deutschen Straßen zu haben, ist unter den gegenwärtigen Bedingungen kaum zu erreichen.

Jedoch: Für einen Abgesang auf das stromgetriebene Auto, den viele Skeptiker nach den vergeblichen Subventionsforderungen der Branche anstimmen, gibt es keinen Grund. Er beruht auf zu vielen Irrtümern.

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Irrtum Nr. 1 - Nur ein Modetrend

„Die Zukunft gehört dem Elektroauto, mit Strom aus der Steckdose.“ Das sagt nicht irgendein grüner Spinner, das hat Volkswagen-Chef Martin Winterkorn dem größten Autobauer Europas vorgegeben.

Das sind nicht nur Worte, und Winterkorn steht damit nicht allein. Rund 150 Elektroautomodelle werden die großen Autobauer vom kommenden Jahr an auf den Markt bringen. Für die E-Typen geben die Konzerne zweistellige Milliardenbeträge aus. Der Bau der Auto- und Batteriefabriken läuft auf Hochtouren. Zu bestechend sind die technischen Vorteile der Stromer: Sie wandeln 80 Prozent der gespeicherten Energie in Bewegung um. Bei Verbrennungsmotoren sind es nur rund 30 Prozent. E-Autos fahren sich sportlicher und sind im Betrieb 60 Prozent preiswerter, sie surren leise und emissionsfrei durch die Städte. Und je mehr grüner Strom durch die Energiewende hinzukommt, umso klimafreundlicher werden die E-Mobile. Allein die Stromerzeugung, die im vergangenen Jahr durch den Ausbau der erneuerbaren Energien hinzukam, reicht für den Betrieb von mehr als drei Millionen E-Autos.

Recht haben die Skeptiker nur insofern, als die Abkehr von Benzin und Diesel länger dauern wird, als die Optimisten dies glauben. Die Stromer müssen gegen eine über 100 Jahre alte, immer wieder verbesserte Technik antreten, die jedes Jahr über 65 Millionen Mal verkauft wird, die bei den Produktionskosten auf Tiefstkurs ist und eine enorme Marktmacht hat.

Irrtum Nr. 2 - Ladenhüter

Es gibt nur wenige öffentliche Stromtankstellen, die ersten Elektroautos sind vergleichsweise teuer, ihre Technik oft nicht ausgereift. Das hält Autofahrer aber nicht ab, Stromer zu kaufen. E-Mobile bescheren den Herstellern schon jetzt Milliardeneinnahmen. Über 75.000 Großserienelektroautos wurden weltweit seit 2009 verkauft.

Das E-Auto Leaf des französisch-japanischen Herstellers Nissan zum Beispiel fand bislang weltweit 37.000 Kunden – macht bei einem Verkaufspreis von 33.000 Dollar rund 1,2 Milliarden Dollar Umsatz. Der elektrische Pionier des US-Autoriesen General Motors, der Chevrolet Volt, und sein fast baugleicher Opel-Ableger Ampera, fanden bislang rund 28.000 Käufer. Jeden Monat kommen allein in den USA fast 3000 dazu. Umsatz bislang: über 1,2 Milliarden Dollar.

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