Elektromobilität: Elektrobusse ohne Kabel laden

Elektromobilität: Elektrobusse ohne Kabel laden

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So funktionieren die Primove-Ladestationen

von Jürgen Rees

Berlin setzt als erste europäische Hauptstadt auf kabelloses Laden neuer Elektrobusse. Die ersten Fahrzeuge sollen im Sommer starten.

Wenn die Batterien von Elektrofahrzeugen leer sind, müssen sie an eine Ladesäule. Bei Autos ist das in der Regel spätestens nach 200 Kilometern der Fall, bei den schwereren Bussen noch früher. Dort stehen die Fahrzeuge im schlimmsten all mehrere Stunden bis die Akkus wieder voll sind. Das hält viele Autofahrer vom Kauf eines solchen Fahrzeugs ab. Bei Bussen, die im öffentlichen Nahverkehr unterwegs sind, reduzieren die langen Standzeiten die Wirtschaftlichkeit der Elektrobusse enorm.

Das soll jetzt in Berlin dank der ersten kompletten Innenstadtlinie mit einem kabellosen Ladesystem anders werden. Die Elektrobusse der Linie 204, die vom Berlin Zoo über eine Strecke von 6,1 Kilometer nach Berlin-Schöneberg fahren, können mit unsichtbar im Boden versenkten Ladeplatten ihre Batterien in maximal sieben Minuten aufladen.

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Die größten Hersteller von Elektroautos in Deutschland

  • Platz 10

    Ford: 59 zugelassene Elektroautos

    Seit 2013 hat Ford den Focus Electric im Angebot. Doch der große Erfolg blieb dem E-Focus bislang verwehrt: In Deutschland wurden bis zum ersten Halbjahr 2014 gerade einmal 59 Fahrzeuge zugelassen.

  • Platz 9

    Tesla: 638 zugelassene Elektroautos

    Mit dem Roadster wurde Tesla einst als Elektropionier gefeiert, auch das aktuelle Model S sorgt für Furore. Doch der Aufschwung scheint gerade erst zu kommen: Bereits im ersten Halbjahr 2014 wurden mehr als doppelt so viele Elektroautos von Tesla verkauft als im ganzen Jahr 2013.

  • Platz 8

    Mitsubishi: 926 zugelassene Elektroautos

    Mitsubishi zehrt bei den Elektroautos noch von den Erfolgen des iMiev aus dem Jahr 2011. Damals konnten die Japaner mangels Konkurrenz fast 700 Elektroautos verkaufen. Doch seitdem hat das Interesse am iMiev in Deutschland stark abgenommen, weshalb bis heute nur noch knapp 200 weitere Fahrzeuge dazugekommen sind.

  • Platz 7

    Citroën: 948 zugelassene Elektroautos

    Wie bei Mitsubishi ist die erste Welle des Elektro-Erfolgs bei Citroën wieder abgeklungen. Kein Wunder, schließlich ist der C-Zero der Franzosen mit dem Mitsubishi iMiev baugleich. Er hatte 2012 sein bestes Jahr, danach retteten noch einige Zulassungen für das Citroën-eigene Carsharing die Statistik.

  • Platz 6

    Opel: 1450 zugelassene Elektroautos

    Kein Elektroauto verkaufte sich so gut wie der Opel Ampera. Leider gilt das nur für das Jahr 2012. Seitdem ging es mit den Ampera-Zulassungen bergab, von 828 im Jahr 2012 auf 335 im Jahr 2013. Seit Jahresbeginn 2014 fanden nur noch 46 Amperas einen Käufer.

  • Platz 5

    Nissan: 1712 zugelassene Elektroautos

    Bei Nissan sind die Zulassungszahlen für den Leaf konstanter. Nach dem Anlauf-Jahr 2012 fanden im vergangenen Jahr 855 Leafs einen Abnehmer. Im ersten Halbjahr 2014 waren es wieder knapp 400, womit das Gesamtjahr auf dem Vorjahresniveau liegen könnte.

  • Platz 4

    Renault: 1801 zugelassene Elektroautos

    Mit ihrer Submarke Renault Z.E. gelten die Franzosen als Vorreiter im Elektromarkt. Neben den 1532 Zoe haben seit der Erfassung 2011 auch 269 Fluence Z.E. einen Käufer gefunden. Doch der Erfolg könnte noch größer sein: Der ausgefallene Twizy taucht in der Statistik nicht auf – er zählt offiziell als Quad.

  • Platz 3

    BMW: 1935 zugelassene Elektroautos

    Quasi aus dem Stand schafft es BMW auf das Treppchen. Obwohl der i3 erst im November 2013 auf den Markt gekommen ist, brachte er es bis Jahrsende auf 559 Zulassungen. Bis Ende Juni 2014 kamen 1376 weitere dazu.

  • Platz 2

    Volkswagen: 2050 zugelassene Elektroautos

    Beim größten deutschen Autohersteller wurde die Elektromobilität lange stiefmütterlich behandelt. Doch mit dem Start des E-Up und des E-Golfs stiegen die Zulassungen rapide an. Im ersten Halbjahr 2014 lagen beide Modelle mit knapp über 500 Zulassungen fast gleichauf. Der E-Up konnte aber 2013 schon 785 Zulassungen absahnen, als der Elektro-Golf noch gar nicht auf dem Markt war.

  • Platz 1

    Daimler: 3612 zugelassene Elektroautos

    Die Kleinwagenmarke Smart führt Daimler an die Spitze. Die drei Zulassungen des sündhaft teuren Elektro-SLS sind vernachlässigbar, ebenso die Elektro-B-Klasse. Den Großteil holt Daimler mit dem Smart electric drive, von dem alleine 2013 fast 1900 Exemplare zugelassen wurden. Daran ist das hauseigene Carsharing Car2go nicht unschuldig.

    Quelle: Statista.de, Stand 1. Halbjahr 2014

Sieben Tonnen wiegt die Ladeplatte, die Bauarbeiter derzeit in Berlin an der Haltestelle Hertzallee in der Erde versenken. Sie ist fünf Meter lang, zwei Meter breit und 25 Zentimeter dick und verschwindet unter einer Betonschicht. Es ist die erste von insgesamt drei sogenannten Primove-Ladestationen auf der Busstrecke. Sie gehört zu dem Primove System des Unternehmens Bombardier Transportation. Die Elektrobusse stellt das polnische Unternehmen Solaris her.

Ungefährlich für die Fahrgäste

Dank einer Leistung von 200 Kilowatt laden sie die Akkus, die eine Kapazität von 90 Kilowattstunden haben, innerhalb weniger Minuten. Das System lässt sich mit einer elektrischen Zahnbürste vergleichen, die auf ihren Ladestationen ebenfalls kabellos geladen werden. Sobald der Bus die unterirdische Ladestation anfährt und komplett abdeckt, fährt die an der Fahrzeugunterseite montierte Aufnahmespule nach unten und die Energieübertragung beginnt.

Das elektromagnetische Feld soll für Fahrgäste und Passanten dank einer starken Abschirmung und spezieller Übertragungsfrequenzen ungefährlich sein. Die weiteren Ladestationen entstehen ab Ende April diesen Jahres, im Sommer 2015 soll der erste Bus auf der Linie 204 starten und maximal 70 Passagieren eine geräuschlose und abgasfreie Busfahrt durch Berlin ermöglichen. Die vier Elektrobusse sollen jährlich rund 260 Tonnen des klimaschädlichen Gases Kohlendioxid (CO2) einsparen. Das entspricht dem Jahresausstoß von 250 Autos mit Verbrennungsmotoren.

Weitere Artikel

Die Technische Universität Berlin begleitet das Forschungsprojekt, das vom Bundesverkehrsministerium mit 4,1 Millionen Euro gefördert wird. Die TU wertet beispielsweise die Ladezeiten, den Energiebedarf der Heizung und der Klimaanlage der Busse aus, um das System damit zu verbessern.

Klappt das alles, könnten die Elektrobusse mittelfristig die Dieselbusse ersetzen, die im Stadtverkehr mehr als 20 Liter Dieseltreibstoff pro hundert Kilometer verbrauchen und neben gesundheitsschädlichen Stickoxiden auch Rußpartikel ausstoßen.

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