Elektromobilität: Langer Weg zum Massenprodukt

Elektromobilität: Langer Weg zum Massenprodukt

Bild vergrößern

Ein Tesla-Elektroauto auf der Teststrecke der Elektromobilitäts-Messe eCarTec in München

Die Mobilität der Zukunft trifft sich in München: Auf der eCarTec präsentiert und diskutiert die Elektroautobranche erstmals im Rahmen einer Messe, was schon heute Wirklichkeit ist und womit wir rechnen können.

Fieberhaft arbeiten die Autobauer von Toyota über General Motors bis hin zu Mercedes derzeit an der Entwicklung von Elektroautos. Der Klimawandel und die Endlichkeit fossiler Brennstoffe zwingen die Branche zum Umdenken. Doch mit einer schnellen Ablösung des Verbrennungsmotors rechnen die meisten Experten nicht, da die neue Technik noch nicht ausgereift ist. Probleme machen vor allem Reichweite und Lebensdauer der Akkus. Mit den technischen Herausforderungen der Elektromobilität beschäftigt sich seit gestern die Messe eCcarTec in München.

Zum ersten Mal präsentieren sich in diesem Rahmen bis einschließlich morgen 195 Aussteller aus den Bereichen Elektrofahrzeuge, Antriebs- und Speichertechnologie sowie Energie. Wie die Perspektiven für elektrisch getriebene Fahrzeuge aussehen, diskutieren Branchenexperten auf dem begleitenden Fachkongress mit 370 Teilnehmern. „Der Weg zum Elektroantrieb ist unumkehrbar, wenn wir die Klimaschutzziele ernst nehmen“, sagte Peter Bauer, Vorstandsmitglied des Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) und Vorstandssprecher von Infineon in seiner Eröffnungsrede.

Anzeige

Langer Weg zum Massenmarkt

Er fügte allerdings hinzu, dass es noch dauern werde, bis Elektroautos den Massenmarkt erreichen. In den nächsten zehn Jahren sollen mehr als eine Million Elektroautos auf deutschen Straßen unterwegs sein. Das freut nicht nur Umweltschützer, sondern auch Autohersteller und Zulieferer versprechen sich vom neuen E-Trend ein gutes Geschäft - benso die Energieversorger mit dem Bau und Betrieb von Stromtankstellen.

Bevor es soweit ist, bedarf es laut Bauer weiterer technischer Entwicklungen und neuer politischer Rahmenbedingungen. Ein Hauptproblem stellt noch immer der Akku dar: Klein- und Kompaktwagen kommen nur auf Reichweiten von bis zu 150 Kilometern, bevor sie wieder Strom tanken müssen.

Das bedeutet Milliarden-Investionen in neue Techniken in den nächsten Jahren, um die Fahrzeuge bezahlbar und auch auf längeren Strecken nutzbar zu machen. Bis E-Mobile zum Massenfahrzeug werden, dürften nach Einschätzung des ÖkoGlobe-Instituts Duisburg noch rund 20 Jahre ins Land gehen.

Daher setzen die Politiker bereits Anreize: Um dem Verbraucher den Kauf eines E-Mobils als Stadtfahrzeug schmackhaft zu machen, plant die Bundesregierung, beim Kauf jeweils 3000 Euro aus der Staatskasse beizusteuern.

Probefahrten auf Teststrecke

„Gerade der Fahrspaß ist ein wichtiges Kaufargument für Endverbraucher", sagt eCarTec-Veranstalter Robert Metzger. Durch enorme Fortschritte in der Batterie-Entwicklung komme dieser bei Elektroautos nicht mehr zu kurz. „Wir wollen weg vom Ökomobil-Image!" So lernen die Besucher den angenehmen Nutzen eines E-Mobils bereits bei der Anreise kennen: Wer mit der U-Bahn zum Messegelände fährt, darf den kostenlosen Elektro-Shuttleservice zum Eingang und zur Teststrecke nutzen.

Erste Interessierte konnten auch außerhalb der Messehallen den aktuellen Stand der Technik unter die Lupe nehmen. Auf einer kleinen Teststrecke luden einige Aussteller ihre Gäste zu Probefahrten in verschiedenen Fahrzeugmodellen. Besonders beliebt war am ersten Veranstaltungstag der Tesla-Roadster aus Kalifornien, eines der wenigen Elektroautos, das in Serie für die Straße hergestellt wird. Die Höchstgeschwindigkeit von 210 Kilometern pro Stunden erreichte auf der Teststrecke allerdings niemand.

RWE eröffnet 130. Stromtankstelle

Während der Tesla mit seinem Preis von mehr als 100.000 Dollar ein Luxusprodukt bleibt, stellten die großen Energiekonzerne ihre Konzepte für eine breite Nutzung von Elektrofahrzeugen vor. RWE eröffnete anlässlich der Messe seine deutschlandweit 130. Stromtankstelle. Allein in Berlin will der Konzern bis Mitte des nächsten Jahres 500 solcher Ladestationen eingerichtet haben. „Elektromobilität ist nicht nur umweltfreundlich, sondern wird in Zukunft den Individualverkehr in den Städten sichern“, sagte Carolin Reichert, Leiterin des Geschäftsbereichs E-Mobility bei RWE.

Als Projektpartner mit an Bord sind Siemens, der Autovermieter Sixt, der Parkhausbetreiber Apcoa und der ADAC. Der Autofahrerclub bietet Mitgliedern sogar kostenlosen Strom an. Insgesamt 50 eigener ADAC-Ladestationen soll es bis zum Jahresende geben, sagten Verbandsvertreter auf der Messe.

Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%