EU-Kommission: Verheugen: Biosprit der ersten Generation ist ökologischer Unsinn

EU-Kommission: Verheugen: Biosprit der ersten Generation ist ökologischer Unsinn

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EU-Industriekommissar Günter Verheugen

EU-Industriekommissar Günter Verheugen fordert, auf Biosprit der ersten Generation zu verzichten. Im Gespräch mit der Wirtschaftswoche kritisiert Verheugen, dass Biokraftstoffe derzeit nicht nachhaltig sind.

"Sie sparen auf der einen Seite CO2, um auf der anderen welches zu produzieren. Das ist Unsinn“, sagt der deutsche EU-Kommissionsvizepräsident.

Verheugen begibt sich damit auf Konfrontationskurs mit EU-Umweltkommissar Stavros Dimas, der Autoemissionen durch den Einsatz von Biosprit um fünf Gramm pro Kilometer senken will. Verheugen plädiert dafür, auf Biokraftstoff so lange zu verzichten, bis Biokraftstoffe der zweiten Generation mit einer positiven Umweltbilanz zur Verfügung stehen.

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„Wir sollten auf Biokraftstoffe setzen, die wirklich nachhaltig sind. An solchen Biokraftstoffen wird derzeit intensiv gearbeitet.“ Nach einem EU-Beschluss sollen ab 2020 zehn Prozent Biokraftstoff getankt werden. Deutschland strebt sogar eine Beimischungsquote von 20 Prozent an. EU-Staats- und Regierungschefs werden am kommenden Donnerstag und Freitag in Brüssel beim Gipfel über die Klimaschutzziele der EU beraten.

"Die größten Autos werden die saubersten sein"“

Die Angst deutscher Autohersteller vor den EU-Plänen zum Abbau von CO2-Emissionen ist in den Augen von EU-Industriekommissar Günter Verheugen unbegründet. Seiner Ansicht nach kommen sie „mit den erhöhten Anforderungen noch am leichtesten zurecht“, gerade weil sie im oberen Segment produzierten. Verheugen in der WirtschaftsWoche: „Sie können die Technologie finanzieren, die jetzt gebraucht wird.“

Im Automobilsektor setze sich die Technik von oben nach unten durch: „Die großen Autos werden also schnell auch die saubersten sein.“ Er sei sich sicher, so Verheugen, dass am Ende eine brauchbare Lösung auf dem Tisch liegen werde: „Eine, die gut sein wird für das gesamte Spektrum der europäischen Autoindustrie. Ich mache mir da keine Sorgen.“ Die Diskussion in Rat und Parlament werde sich nach seiner Meinung darauf konzentrieren, zu welchem Datum die neue Regelung eintritt, ob Innovationen jenseits des Motors zur Verminderung von CO2 ausdrücklich anerkannt werden und wie hoch die Strafzahlungen ausfallen. Verheugen: „Wenn man berücksichtigt, dass ein Auto sieben Jahre Entwicklungszeit benötigt, dann wird allerspätestens 2015 jedes in Europa neu auf den Markt kommende Auto Weltspitze sein.“

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