Ford-Elektroauto: Schmetterlinge im Tank

Ford-Elektroauto: Schmetterlinge im Tank

von Matthias Hohensee

Auf der Unterhaltungselektronikmesse CES in Las Vegas hat Ford-Chef Mulally das erste Elektroauto seines Konzerns vorgestellt - dessen Akku angeblich doppelt so schnell lädt wie die Konkurrenz.

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Ford-Chef Alan Mulally präsentiert den Ford Focus Electric auf der CES

Was für Computerhersteller der Tablet-Computer ist, ist für Autohersteller das Elektroauto. Jeder muss einen haben oder zumindest ankündigen.

Auf der Unterhaltungselektronikmesse CES präsentierte nun Ford-Chef Alan Mulally sein Elektroauto Ford Focus Electric, einen Konkurrenten zum Nissan Leaf und Chevrolet Volt, deren Verkauf in den USA gerade startet. „Der Ford Focus Electric ist unser erstes Auto ohne Benzinmotor und null Kohlendioxid-Ausstoss“, sagt Mulally. Preise nannte der Ford-Chef nicht. Aber Experten erwarten, dass er zwischen dem Leaf (32.000 Dollar) und dem Chevrolet Volt (41.000 Dollar) angesiedelt ist. Die US-Regierung und einige US-Bundesstaaten offerieren jedoch großzügige Subventionen von bis zu 7500 Dollar pro Elektroauto, was etwa bei Leaf den Preis auf 25.000 Dollar herunterbringt.

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Ford ist ein bisschen spät auf der Party, aber immerhin dabei. Laut Mulally soll der Verkauf noch dieses Jahr starten. Der Ford Focus hat eine relativ bescheidene Reichweite von nur rund 160 Kilometern und eine Höchstgeschwindigkeit von 136 Stundenkilometern. Die US-Version wird im Ford-Werk in Wayne Michigan hergestellt. Der europäische Produktionsstandort ist im deutschen Saarlouis. Der Lithium Ionen Akku wurde in Zusammenarbeit mit dem südkoreanischen Chemiekonzern LG Chemical entwickelt, der auch die Batterie für den Volt liefert.

Das Besondere ist laut Mulally seine relativ kurze Ladezeit. In rund drei Stunden soll der Akku über eine 240 Volt Ladestation wieder aufgefüllt sein. Ford behauptet, damit doppelt so schnell wie der Nissan Leaf zu sein. Eine Stunde Ladezeit, die den Akku um ein Drittel füllt, soll im Schnitt etwa 50 Kilometer Reichweite erlauben, abhängig von Terrain und Witterungsbedingungen.

Eine volle Tankladung wird laut Ford zwischen zwei und drei Dollar kosten, wobei in den USA die Strompreise niedriger sind als in Deutschland.

Neben einem großen Display im Cockpit,  welches Angaben über Ladestand, nahe gelegene Aufladestationen und Verbrauch gibt, offeriert Ford eine Anwendung für Smartphones.

Über Handy lässt sich so der aktuelle Ladezustand des Akkus abfragen oder die Zündung des Wagens aus der Ferne starten, um ihn an kalten Tagen vorzuwärmen oder in der Hitze zu kühlen.

Die verbliebene Ladung wird dabei statt von schnöden Balken als virtuelle Schmetterlinge anzeigt.

Dem Ford Focus Electric soll ab dem Jahr 2013 eine Flotte von vier Plug-In Hybriden für den Verkauf in Nordamerika und Europa folgen, bei denen einen Benzinmotor Strom zum Aufladen des Akkus für unterwegs erzeugt. Ford sieht in dem Benzin/Elektrokombi langfristig den weitaus größeren Markt.

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