Forschung: Straßen, die sich selbst enteisen

ThemaMobilität

Forschung: Straßen, die sich selbst enteisen

von Eva Mühle

Forscher der Koc Universität in Istanbul haben einen neuartigen Straßenbelag entwickelt, der sich selbst enteisen soll. Er setzt umweltfreundlicheres Salz frei.

Durchschnittlich 1,6 Millionen Tonnen Streusalz landet jedes Jahr auf den deutschen Straßen, um Unfälle aufgrund von Glätte und Blitzeis zu verhindern. In harten Wintern können es laut Umweltbundesamt sogar schnell über vier Millionen sein. Denn das Salz bleibt nicht lange auf den Straßen. Darüberfahrende Autos und Regen tragen es mit der Zeit ab. Die Folge: Es muss immer wieder neu gestreut werden. Zudem leiden unter den große Salzmengen nicht nur die Autos, sondern auch die Umwelt.

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Eine mögliche Liste mit Daten aus dem Auto

  • Identifikationsdaten des Fahrzeugs

    Identifikationsdaten des Fahrzeugs und der Hardware – etwa Codierung in Prozessoren oder Chips, Softwarelizenzen, Computerzugänge für Updates oder Wartung.

  • Kommunikations- und Logdaten

    Kommunikations- und Logdaten wie IP-Nummer oder Mobilfunknummer.

  • Übertragen und Verifizieren der Identifikationsdaten des Fahrers oder des Besitzers

    Das ist nicht nur das Einloggen in den Bordcomputer des Autos. Das Fahrzeug loggt sich in das Mobilfunknetz ein und greift auf die unterschiedlichsten Cloud- oder Rechenzentrumsanwendungen verschiedener Hersteller zu. Die Identifikation ist beispielsweise über Passwort, Kreditkarte, Augenscan oder Fingerabdruck möglich.

  • Übertragung der technischen Daten des Autos

    Der Bordcomputer sammelt diese Daten von den Sensoren oder Messgeräten im Fahrzeug. Sie geben den Leasingbanken oder den Werkstätten detailliert Auskunft über Zustand, Wartung und Wert des jeweiligen Fahrzeugs.

  • Daten des digitalen Fahrtenbuches

    Das sind beispielsweise Bewegungsdaten, die über GPS und Kartendienste gesammelt werden. Der Weg eines Fahrzeugs führt über Berge oder durch die Stadt. Die Anwendungen in den Rechenzentren kalkulieren besondere Risiken durch Abnutzung, Diebstahl, Steinschlag ...

  • Daten über das Fahrverhalten des Fahrers zur Ergänzung des Profils

    Wo ist die Person momentan unterwegs, wie ist der Fahrstil? Ergänzung und Update des Datenbestandes mit den Daten der aktuellen Fahrt.

  • Daten aus dem Mobiltelefon

    Das Mobiltelefon ist als Schnittstelle an den Bordcomputer angeschlossen. Es liefert Logdateien an den Mobilfunkanbieter, Verbindungsdaten und Daten für die Datenübertragung und Telefongespräche. Die Datensätze zeigen Dauer und Umfang des Downloads, Gesprächsdauer und Ort des Gespräches.

  • Daten aus der Cloud oder den Rechenzentren der Autohersteller

    Die Anwendungen sammeln Daten über den Zustand der Leasingflotte, den Wert jedes einzelnen Fahrzeugs, dessen Abnutzung, und berechnen einen Blick in die Zukunft. Wie sehr wird das Fahrzeug vom derzeitigen Halter beansprucht und wie hoch ist der Wertverfall bis zum Ablauf des Leasingvertrages?

  • Daten aus den digitalen sozialen Netzwerken

    Gleichgültig ob der Fahrer chattet, telefoniert, Bilder postet oder Geschäftskontakte recherchiert, die sozialen Netzwerke halten den Kontakt und schicken Bilder, Werbung und Text direkt ins Auto.

  • Daten aus den Fahrerassistenzsystemen

    Das Fahrzeug überträgt ständig Positionsdaten und erhält Daten beispielsweise über die anderen Fahrzeuge auf einer Straße zurück.

  • Daten aus Clouds der Business-Prozess- oder Office-Anbieter

    Die Anbieter von Unternehmenssoftware haben ihre Anwendungen für mobile Geräte erweitert. Autofahrer können über ihre Bordcomputer oder Smartphones auf Dokumente, Datensätze, Mails, Chats und Listen zugreifen und sie in das Fahrzeug übertragen.

  • Verbindungsdaten des Netzanbieters

    Entlang der gefahrenen Strecke erhält der Mobildienstleister die Verbindungsdaten mit dem Mobilfunknetz.

  • Stromlieferanten

    Beim Laden identifizieren sich die Elektrofahrzeuge gegenüber dem ausgewählten Stromlieferanten für die Abrechnung – beispielsweise über die Telefonrechnung oder die Kreditkarte.

  • Der eCall-Datensatz

    Ein kleiner Datensatz, der die Rettungskräfte über einen Unfall sofort informiert (ab 2015 wohl Pflicht in Neuwagen). Der Datensatz ist bei Autoherstellern und Versicherungen sehr begehrt. Derjenige, der den Datensatz als Erster bekommt, bestimmt das Geschäft mit Reparatur, Werkstätten und Unfallwagen.

Ingenieurswissenschaftler aus Istanbul haben nun eine selbst-enteisende Asphaltmischung entwickelt, die die Eisbildung auf Straßen verzögern soll. Für ihren Spezial-Belag haben sie bestimmte Polymere, die für die Festigkeit des Asphalts verantwortlich sind, mit dem Enteisungsmittel Kaliumformiat vermischt, das laut Studien im Vergleich zu kochsalzhaltigen Streumitteln umweltschonender ist. Im Anschluss wurde die Mischung mit dem schwarzen Hauptbestandteil von Apshalt, Bitumen, vermengt.

Mehr als zwei Monate testeten die Forscher das entwickelte Material unter Laborbedingungen. Es sei genau so stabil wie normaler Asphalt, dafür verzögere es jedoch die Eisbildung, indem das eingearbeitete Salz mit der Zeit freigesetzt wird, so das Ergebnis der Forscher.

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Streudiensten wird das neue Material wohl aber auf absehbare Zeit keine Konkurrenz machen. Denn im Labor konnten die Wissenschaftler lediglich zeigen, dass ihr neues Material die Eisbildung um rund 10 bis 15 Minuten verzögert im Vergleich zu normalem Asphalt. Gerade zu Beginn, wenn die Straßen glatt werden, sei das neue Material aber sehr nützlich, um die Zahl der Autounfälle zu senken, so die türkische Ingenieurin Seda Kizilel, eine der vier Studienautoren. In einem nächsten Schritt soll nun der Spezial-Asphalt unter realen Bedingungen getestet werden - auf einer mit dem entwickelten Material gepflasterten Teststrecke.

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