Genfer Autosalon: Abschied vom Wettrüsten: Autobauer setzen auf kleinere Motoren

Genfer Autosalon: Abschied vom Wettrüsten: Autobauer setzen auf kleinere Motoren

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Auf dem Autosalon Genf wird der Alfa Romeo 8C Spider gezeigt

Nach jahrelangem Wettrüsten setzt bei den deutschen Autobauern ein Umdenken ein. Spritschluckende 8-Zylinder-Motoren mit sattem Hubraum mögen zwar immer noch das Herz des einen oder anderen Liebhabers hoch schlagen lassen, zeitgemäß sind sie angesichts von Spritpreisen jenseits der 1,40 Euro-Marke allerdings nicht mehr.

Weniger Hubraum und weniger Verbrauch bei möglichst gleicher oder besserer Leistung ­ oder einfach „Downsizing“ heißt derzeit deshalb die Devise auf dem Autosalon in Genf. „Dieser Trend wird sich fortsetzen“, prognostiziert VW-Entwicklungschef Ulrich Hackenberg. Hinter dem Begriff verbirgt sich im Prinzip nichts anderes als der Versuch, die Vorteile kleinerer Motoren, nämlich geringeren Spritverbrauch und CO2-Ausstoß, zu nutzen, ohne auch die Nachteile, nämlich geringere Leistung, in Kauf nehmen zu müssen. Um dies zu kompensieren, arbeiten die Hersteller vor allem mit Turboladern und Kompressoren.

So kommen Vierzylinder-Maschinen auf Leistungswerte, die vor wenigen Jahren noch undenkbar erschienen. Volkswagen beispielsweise setzt auf so genannte TSI-Motoren, die unter anderem im Golf, Jetta oder Tiguan zum Einsatz kommen. Sie erreichen bei 1,4 Liter Hubraum eine Leistung von bis zu 170 PS. „Wir sind führend auf diesem Gebiet“, betont VW-Entwicklungschef Hackenberg. „Und wir haben bei den Vierzylindern noch Potenzial nach unten.“

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Derzeit habe der kleinste VW-Motor einen Hubraum von 1,2 Litern, aber auch ein 1,0-Liter-Motor sei möglich, wenngleich nicht in greifbarer Nähe. „Das ist ein Projekt, mit dem wir uns auseinandersetzen.“ Doch auch Premiumhersteller, für die kleine Motoren bisher allenfalls in Kleinwagen gehörten, denken um. „Wir brauchen langfristig kleinere Aggregate“, räumte kürzlich Mercedes-Entwicklungschef Thomas Weber ein. Dies sei „eindeutig eine Trendwende“. Ziel sei es, den Hubraum zu reduzieren und beispielsweise über Turbolader zusätzliche Leistung zu generieren. „Der erste Schritt werden sicher kleine Vierzylinder mit Turbolader sein, aber warum nicht auch turboaufgeladene Dreizylinder? Es ist völlig klar, dass wir solche Überlegungen anstellen.“

BMW-Chef Norbert Reithofer will noch nicht ganz so weit gehen. Auch die Marke BMW setze zwar auf Turbolader, wolle beim Hubraum zunächst aber noch nicht sparen, sagte er in Genf. „Wir sind bislang einen anderen Weg gegangen.“ Statt Hubraumreduzierung habe BMW mehr auf andere Methoden zur Spritersparnis wie Direkteinspritzung oder Bremskraftrückgewinnung gesetzt. Dennoch sei beim Benziner derzeit der gleiche Trend zu beobachten wie beim Diesel. „Ab 2010 dürfte die Palette der Ottomotoren beim BMW größtenteils mit Turboladern ausgestattet sein.“ Derzeit verfüge der Autobauer über einen Sechs-Zylinder mit Turbolader, der im 135i und 335i zum Einsatz komme. Und auch der Vierzylinder soll bald nachziehen.

„Wir werden künftig auch einen 4-Zylinder mit Turbolader haben.“ Diesen Weg beschreitet auch Opel. In Genf präsentierte die General Motors-Tochter eine erste Version des neuen Meriva-Minivans. Dieser soll in etwa zwei Jahren auf den Markt kommen. Zur Motorenpalette soll auch ein 1,4-Liter-Motor mit Turbolader gehören. Bei allem Ehrgeiz zur Gewichts- und Verbrauchsreduzierung dürfte beim Downsizing ein wichtiger Punkt nicht außer acht gelassen werden, warnt VW-Entwicklungschef Hackenberg. „Hubraum ist immer noch imageprägend.“ Den Kunden müsse also vermittelt werden, dass die Verkleinerungen keine Leistungseinbußen brächten. Eine wichtige Rolle spielten auch die „akustischen Eigenschaften“ der Motoren. Kurz gesagt: Der „Sound“ muss weiterhin stimmen.

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