Hybridantrieb: Autofahren zum Kuchenbacken

Hybridantrieb: Autofahren zum Kuchenbacken

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Auf dem Weg von der Arbeit nach Hause könnte genug Strom erzeugt werden, haben australische Forscher ausgerechnet, um damit auch noch das Abendessen kochen zu können

Dass sich die Akkus in Hybridautos zur Fortbewegung nutzen lassen, ist selbstverständlich. Dass damit aber auch Haushalte mit Strom versorgt werden können, mag auf den ersten Blick verwundern. Forscher in Australien wollen dies ermöglichen.

Drei Monate lang wollen die australische Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation (CSIRO) und der Stromversorger SP AusNet testen, wie praxistauglich sich das Projekt darstellt. Dazu werden Mitarbeiter des Stromkonzern mit Plug-in-Hybridfahrzeugen (PHEVs) unterwegs sein, die mit Hilfe erneuerbaren Energienquellen wie Solarstrom oder auch über das Stromnetz betankt werden können. Die Forscher interessiert dabei vor allem die Antwort auf die Frage, wie die Fahrzeugakkus als Zwischenspeicher genutzt werden könnten.

Mobile Riesenbatterien

Dazu haben sie die Testautos mit Messgeräten ausgestattet, die neben dem Fahrverhalten auch den abendlichen Restladestand ermitteln. Den die verbleibende Energie kann natürlich anderweitig genutzt werden, beispielsweise als Stromlieferant für den Haushalt. Damit könnten Haushaltsgeräte angetreiben werden, um etwa das Abendessen für die ganze Familie zuzubereiten. Außerdem könnten die Akkus in den Auto dazu genutzt werden, um einen eventuellen Stromüberschuss aus dem Netz oder aus Solaranlagen zwischenzuspeichern.

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Auch in Deutschland gibt es bereits ähnliche Überlegungen: Der deutsche Energieversorger RWE sieht E-Mobile längerfristig ebenfalls auch als Strom-Zwischenspeicher. Mit Hilfe des australischen Projekts sollen nun zunächst einmal Daten gesammelt werden, um zu entscheiden, ob solche Überlegungen überhaupt realistisch sind.

Gleichmäßigere Netzbelastung

Der Vorteil einer Nutzung des Akkus als Zwischenspeicher liegt jedenfalls auf der Hand: Das Stromnetz würde dadurch gleichmäßiger belastet. Denn in Zeiten hohen Verbrauchs könnte dann Strom aus den Batterien abgestellter Autos zur Versorgung von Haushalten genutzt werden und müsste nicht mehr aus dem Netz selbst entnommen werden, was zu heutzutage oft zu einer Spitzenlast führt. Das Aufladen wiederum könnte zu Tageszeiten erfolgen, wenn Strom im Überfluss vorhanden ist.

Durch die mobilen Riesenbatterien könnten Stromversorgern aber nicht nur Netzausfällen durch Überlastung vorbeugen, sondern auch dann, wenn es einmal zu Versorgungsstörungen kommt, wie es beim CSIRO heißt. Falls sich Hybrid- und Elektroautos irgendwann einmal durchsetzen und ein Massenmarkt entsteht, könnten gerade dadurch wiederum neue Bedarfspitzen entstehen, weil der Stromverbrauch dann insgesamt kräftig ansteigen dürfte. SP-AusNet will im Rahmen des Projekts ebenfalls analysieren, welche Anforderungen unter diesem Aspekt an künftige Stromnetze gestellt werden müssen.

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