Hybridauto: Teures Sparen mit Toyotas Prius Plug in

Hybridauto: Teures Sparen mit Toyotas Prius Plug in

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Toyota Prius Plug in. Nach 20 Kilometern rein elektrischer Fahrt muss der Prius an eine 220-Volt-Steckdose

von Jürgen Rees

Toyotas neuer Prius Plug in ist das erste Auto mit Strom-Benzin-Antrieb, das an der Steckdose geladen wird und 20 Kilometer elektrisch fährt. Die Technik ist alltagsreif, der Preis noch nicht.

Endlich Ruhe! Lautlos fährt der grau-blaue Prius Plug-in-Hybrid im Berliner Stadtteil Schöneberg los. Und er fährt und fährt und fährt. Der neue Toyota schafft fast 20 Kilometer ohne Lärm und Schadstoffausstoß. Beim herkömmlichen Prius waren es gerade mal zwei Elektro-Kilometer.

Egal, ob Stop-and-go im Stau oder Sprint auf der Stadtautobahn – die Lithium-Ionen-Akkus des Toyota haben genügend Kraft, um ihn kreuz und quer durch Berlin zu bewegen, bevor die Stimme aus dem Navigationsgerät mahnt: „Bitte Batterie laden!“ Mit dem 6,50-Meter-Kabel im Kofferraum lassen sich die Akkus des Prius an jeder Steckdose auftanken. Nach 90 Minuten ist der Akku wieder voll.

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20 Kilometer Elektrofahrt, das ist nicht nur ein neuer Spitzenwert für Hybrid-Pkw mit Verbrennungs- und Elektromotor. Das reicht auch für fast die Hälfte der deutschen Berufspendler völlig aus, um ins Büro zu kommen, dort den Prius zu laden und wieder nach Hause zu fahren, ohne einen Tropfen Sprit zu verbrauchen. Dabei beschleunigt der 80-PS-Elektromotor den Wagen auf bis zu 100 Kilometer pro Stunde.

Plug-in-Hybrid heißt diese Kombination aus klassischem Benzinmotor und per Stecker aufladbarem Elektroantrieb. Damit markiert der bisher in einer 600 Exemplare starken Kleinserie gebaute Prius das Bindeglied zwischen der zu Ende gehenden Ära der Verbrennungsmotoren und der künftigen Elektromobilität.

Ab August kann sich jeder Autofahrer einen eigenen Eindruck von der Technik machen. Die Deutsche Bahn vermietet in Berlin 20 Exemplare im Rahmen ihres Flinkster genannten Carsharing-Angebots. Von 2012 an fertigt Toyota den neuen Hybridstromer für jedermann.

Doch schon jetzt zeigen die ersten Testkilometer in Berlin: Das Konzept funktioniert in der Praxis. „Wir haben einen guten Kompromiss zwischen Reichweite, Ladezeit, Kosten und Alltagstauglichkeit gesucht“, sagt Toyota-Chefentwickler Koei Saga. An den Leise-Luxus gewöhnt man sich rasch. Die brummenden und nagelnden Verbrennungsmotoren an der Ampel nebenan klingen dann wie raue Gesellen aus einer alten Welt.

Kaufpreis hängt von staatlicher Förderung ab

Zu verdanken ist der Flüsterton 288 Lithium-Ionen-Zellen des japanischen Herstellers Panasonic. Sie wiegen 140 Kilogramm und speichern mit 5,2 Kilowattstunden rund fünfmal so viel Energie wie die Nickel-Metallhydrid-Akkus des Standard-Prius. Trotz des um drei Zentimeter angehobenen Kofferraumbodens bleiben 400 Liter Laderaum -– VW-Golf-Format. Die Hybridtechnik soll den Durchschnittsverbrauch auf 2,6 Liter pro 100 Kilometer im europäischen Testzyklus senken. Ob das stimmt, müssen künftige Tests zeigen.

Schon jetzt ist klar: Sparen ist teuer. Die Lithium-Ionen-Batterien kosten rund 1000 Euro pro Kilowattstunde Speicherkapazität – beim Plug-in-Prius summiert sich das auf gut 5000 Euro Aufpreis. Toyotas Chef-Entwickler Saga ist optimistisch: „Lithium-Ionen-Akkus für Handys liegen heute bei etwa 250 Euro pro Kilowattstunde. Da kommen wir auch hin.“ Wann, verrät er nicht. „Der Markterfolg dieser Technik hängt deshalb in den ersten Jahren davon ab, wie stark sie staatlich gefördert wird“, sagt Eric Heymann, Auto-Spezialist bei der Deutsche Bank Research.

Noch attraktiver wird es, wenn von Lärm und Abgasen gequälte Großstädte Vorbildern wie London folgen, die Fahrt in die Innenstadt limitieren und dort zum Beispiel nur noch emissionsfreie Autos zulassen. Mercedes bietet daher in der nächsten S-Klasse ebenfalls ein Plug-in-Modell an. Auch Opels Ampera mit Hybridantrieb, der 2011 in den Handel kommen soll, folgt dem Plug-in-Prinzip.

Zumal Hybridstromer wie der Prius die Fahrer – ist erst der Schock über den Elektroaufpreis überwunden – mit extrem niedrigen Unterhaltskosten erfreuen: Wer Tag für Tag nur Kurzstrecken fährt, braucht gar kein Benzin mehr, sondern nur 70 Cent pro Stromladung. Hochgerechnet auf 100 Kilometer sind das gerade mal 3,50 Euro.

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