Hybridautos: Die neuen Diesel-Sparwunder

Hybridautos: Die neuen Diesel-Sparwunder

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Porsche Hybrid

von Jürgen Rees

Das Elektroauto bekommt gefährliche Konkurrenz: Peugeot, Mercedes und Volvo bringen die ersten Dieselhybride auf den Markt. Die verbrauchen mitunter weniger als zwei Liter auf 100 Kilometer – und bringen sogar Spaß.

Der weiße Peugeot steht auf breiten Reifen. Er ist viereinhalb Meter lang, hat einen Dieselmotor – und er ist doch die Hoffnung der ganzen Branche in Sachen grüne Mobilität. Manche glauben sogar, dieser weiße Peugeot sei der erste ernsthafte Konkurrent des Elektroautos. Denn unter seiner Haube arbeitet ein sparsamer Dieselmotor in Verbindung mit einem lautlosen Elektroantrieb. Ende des Jahres können Kunden diesen weltweit ersten Dieselhybrid kaufen.

Eigentlich waren sie schon immer ein Traumpaar: Der Diesel, der mit dem Kraftstoff viel genügsamer umgeht als Benziner, und der lautlose Elektroantrieb, der die Schwächen des Dieselmotors ausgleichen kann, wie etwa seinen höheren Verbrauch im Stadtverkehr.

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Lange jedoch traute sich kein Hersteller, die beiden Antriebe zu vermählen: In Dieselmotoren wird der Kraftstoff mit einem enormen Druck von 2000 bar in die Zylinder gepresst, und die Abgasreinigung gleicht einer chemischen Fabrik in Miniaturausgabe. Beides ist schon teuer genug – diese Techniken wollten die Hersteller nicht noch mit einem zusätzlichen Elektroantrieb ergänzen.

Das ist vorbei. Hersteller wie Peugeot und Citroën aus dem französischen PSA-Konzern sowie Mercedes, Volvo und Land Rover glauben, eine Lösung zu haben: Sie haben vor allem den Elektroantrieb geschrumpft und das Zusammenspiel mit dem Dieselmotor wesentlich verbessert. Peugeot war damit am schnellsten und bringt Ende des Jahres mit dem 3008 Hybrid4 den weltweit ersten Dieselhybrid auf den Markt. Die anderen Hersteller ziehen 2012 nach.

Peugeot & Co. mischen damit den Boom-Markt sparsamer Mobilität auf, den Toyota und Honda jahrelang mit ihren Benzinhybridautos beherrscht haben. Doch die haben vor allem auf der Autobahn Nachteile: Spätestens dann sind sie nicht mehr sparsamer als herkömmliche Dieselmodelle. „Erst wenn Hybridantriebe sparsamer sind als Dieselmotoren, sind sie die ideale Zwischenlösung auf dem Weg zum emissionsfreien Elektroauto“, sagt Auto-Analyst Eric Heymann von der Deutschen Bank Research.

Dieser Zeitpunkt dürfte nun gekommen sein. Denn die neuen Dieselhybride verbrauchen bis zu einem Drittel weniger Treibstoff als herkömmliche Dieselfahrzeuge.

Dabei spielen zwei Antriebskonzepte eine tragende Rolle: erstens der normale Dieselhybrid, wie ihn Peugeot und Mercedes herausbringen. Er erlaubt bereits einige Kilometer rein elektrisches Fahren.

Länger elektrisch fahren

Besondere Hoffnungen lasten indes auf dem Diesel-Plug-in-Hybrid. So sperrig sein Name klingt, so sparsam soll er sein: Leistungsstärkere Batterien, die an der Steckdose aufgeladen werden, erlauben emissionsfreie Fahrstrecken von bis zu 50 Kilometern. Volvo und Land Rover wollen im nächsten Jahr die Ersten sein, die solche Fahrzeuge anbieten.

Fast zehn Jahre nachdem Peugeot dem Selbstzünder mit einem Rußfilter das Rauchen weitgehend abgewöhnt hat, soll der Diesel durch die Hochzeit mit einem Elektroantrieb grün werden. Eine der wichtigsten Zutaten dafür, den Elektroantrieb inklusive der aufwendigen Steuerungselektronik, liefert der weltweit größte Zulieferer Bosch.

Eine Kombination, die der Branche helfen könnte. Denn obwohl den meisten Autofahrern die Hybridtechnik ein Begriff ist, entscheiden sich in Deutschland nur die wenigsten dafür. Toyota verkaufte von seinem Prius weltweit in zehn Jahren zwar mehr als zwei Millionen Stück. Doch in Deutschland sind Hybrid- und Elektroautos so selten wie Rolls-Royce in Wanne-Eickel: Gerade einmal 6432 solcher Fahrzeuge wurden im ersten Halbjahr 2011 verkauft. Zum Vergleich: 2010 gab es fast drei Millionen Neuzulassungen.

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