IAA in Frankfurt: Der Mut der Verzweifelten bei der Autoshow - Seite 2

IAA in Frankfurt: Der Mut der Verzweifelten bei der Autoshow

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Der neue Mercedes SLS AMG in Quelle: AP
Der neue Mercedes SLS AMG in Frankfurt Quelle: AP

Daimler: Lautstarke Ankündigungen und ungewöhnliche Vorstöße gibt es dagegen bei Daimler in Halle 2. Das kommt nicht von ungefähr – die Stuttgarter müssen Milliarden-Verluste in den letzten Quartalen übertünchen. Schon im kommenden Jahr wird Daimler eine Elektroversion des Smart und der A-Klasse auf den Markt bringen. Damit sei Daimler „unter den deutschen Autobauern führend", tönt ein hoher Daimler-Manager.

Und damit nicht genug. Kurz vor der IAA gab Daimler eine neue Wasserstoff-Initiative bekannt. Milliarden hat das Unternehmen in den vergangenen Jahren in die Entwicklung der Brennstoffzelle investiert, die – mit Wasserstoff gespeist – ein Elektroauto antreiben kann.

Doch angesichts horrender Kosten und einer fehlenden Infrastruktur für die Versorgung mit Wasserstoff machten schon viele Autoexperten ein Kreuz hinter die Technik. Nun will Daimler mit einem Konsortium aus mehreren Autoherstellern, dem Gas-Produzenten Linde sowie mehrerer Öl- und Energiekonzerne die Wasserstoff-Technik zurück ins Rennen bringen.

Dass die Technik wirklich, wie von Daimler-Chef Zetsche angekündigt, 2015 auf dem Preisniveau herkömmlicher Antriebe liegt, glaubt kaum jemand in der Branche. Eher wird vermutet, dass sich die beteiligten Autohersteller nicht von ihrer teuer aufpäppelten Wasserstoff-Technologie trennen wollen.

Der Vizepräsident von Toyota Quelle: dpa
Der Vizepräsident von Toyota Europa, Andrea Formica, vor einem Toyota Auris HSD Full Hybrid Konzeptauto Quelle: dpa

Toyota: Nach den technischen Höhenflügen in Halle 2 bietet Halle 8 ein gutes Kontrastprogramm. Der weltgrößte Autobauer Toyota präsentiert sich dort mit japanischer Gelassenheit und Kontinuität. Es gibt den millionenfach bewährten Hybridantrieb zu sehen, versehen mit einer wichtigen Nachricht: Die Technik wird nun über fast alle Modellreihen hinweg ausgerollt. Hybrid ist nicht mehr ein grünes Nischenthema, sondern wird eine Massentechnik, so die Botschaft aus Japan. So visionär Toyota beim Hybridantrieb auch war – den ersten gab es 1997 – so konservativ ist das Unternehmen nun beim Elektroantrieb. Erst 2012 soll das erste Elektroauto des Hybrid-Pioniers verkauft werden.

Das wäre ein Jahr vor dem Erzrivalen VW, aber zwei Jahre nach Daimler. „Toyota will seiner teuer entwickelten Hybridtechnik nicht zu früh Konkurrenz machen", vermutet der Manager eines anderen Autoherstellers. „Toyota kommt erst mit dem Elektroauto, wenn sie bessere und billigere Batterien entwickelt haben", sagt ein anderer. So oder so, Toyota kann die Sache mit E-Auto gelassen angehen. Denn dem Unternehmen geht es, trotz schmerzlicher Absatzeinbrüche, besser als den meisten Wettbewerbern.

Der neue Opel Astra Quelle: AP
Der neue Opel Astra Quelle: AP

Opel: Gleich nebenan, am Opel-Stand, dreht sich dagegen alles ums Überleben. Zwar hat General Motors dem Magna-Einstieg bei Opel zugestimmt. Aber über den Berg ist der angeschlagene Autobauer damit noch lange nicht. Mit verwegenen Elektro-Plänen will Opel deshalb von seiner Leistungsfähigkeit überzeugen. Schon 2011 soll der Opel Ampera an den Start gehen – ein Elektroauto mit benzingetriebenem Generator, der Strom liefert, sobald die Batterie leer ist.

Damit könnte ausgerechnet der am stärksten bedrohte Autobauer in Deutschland zum Vorreiter bei Elektroautos werden. Freilich nur technisch. Dass das mindestens 35.000 Euro teure Gefährt von der Größe eines Golfs ein größerer Markterfolg wird, glauben auf der IAA nur wenige.

8 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 20.09.2009, 11:59 UhrAnonymer Benutzer: angelika schorr

    An der Situation von vor 10 Jahren hat sich nichts wesentliches geändert. immer noch sind die Akkus zu schwer, zu teuer und die
    Ladezeiten zu lange. Aber der Technologiedurchbruch steht bevor,
    kommt aus Deutschland und wird die Elektrofahrt von Garmisch nach
    Flensburg ohne Ladestopp zur Realität machen. Siehe dazu www.schorr-power.net

  • 20.09.2009, 11:38 UhrAnonymer Benutzer: Hägar Schmidt

    ich war auch gestern auf der iAA und stelle fest, dass a) entweder ich schon zu alt bin, um mich für "heisse" Autos zu begeistern oder b) die Autos sind einfach langweilig geworden. Das umständliche Parken am Rebstock (8 EUR), überfüllte Shuttle-busse zur Messe, überfüllte und teilweise enorm heisse Hallen (die Hyundai-Ecke hat mich bestimmt 2 Liter Schweiss gekostet), Krach ohne Ende - das ist die iAA.

    Was man noch sehen kann: eben das, was Sie auch im internet sehen können. Natürlich können Sie sich - nach langer Wartezeit - in einen Ferrari setzen und sich mit einer hübschen Hostesse photographieren lassen. bei näherer betrachtung sind die Hostessen aber total überfordert und übermüdet, um nicht zu sagen: verspannt, und sie sehen eben nur auf bildern attraktiv aus.

    Die sexuell gemeinte, frauendiskriminierende Dimension des Hostessengeschäfts verschweige ich lieber. Dass hier die Frauenbeauftragten der bundesregierung nicht einschreiten, kann nur an einer impliziten oder expliziten Korruption dieser institutionen liegen.

    Der verkrampfte "Umweltschutz", den man auf der iAA über sich ergehen lassen muss, ist einfach nervig. Denn entweder a) man fährt das Auto, weil es schnell ist und Überholprestige hat oder b) weil es billig sein soll und ein reines Gebrauchsgegenstand. Der Markt für idealistische Weltretter mit grünem Kampfband um die Stirn dürfe doch recht mager sein.

    Es geht ja um Fortbewegung, nicht um irgend welche Umweltauflagen. Verlogener war die iAA noch nie gewesen.

  • 18.09.2009, 19:26 UhrAnonymer Benutzer: Bla

    bla bla bla bla bla ...

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