IAA-Vorschau: Neue E-Autos? Mangelware!

IAA-Vorschau: Neue E-Autos? Mangelware!

, aktualisiert 05. August 2017, 13:08 Uhr
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Die TU München zeigt in Frankfurt die Serienversion ihres Elektro-Lasters aCar. Für die Märkte südlich der Sahara ist der Aufbau simpel, nachladen kann man die Akkus per Solarpanel.

von Frank G. HeideQuelle:Handelsblatt Online

Eine Leistungsschau der Autobranche ohne echte Neuheiten zum wichtigsten Zukunftsthema? Auf der IAA werden Elektroautos wohl wieder mal ein Schattendasein führen. Am „Stromausfall“ sind die Deutschen stark beteiligt.

DüsseldorfDie Vorzeichen für die weltgrößte Automesse, die IAA in Frankfurt ab dem 14. September, sind klar: Das Ende des Selbstzünders wird derzeit ebenso lebhaft diskutiert wie das des Verbrennermotors.

Eine gute Gelegenheit also für die Hersteller, im Branchenschaufenster den erwarteten Hunderttausenden von Besuchern mal zu zeigen, was man in puncto alternative Antriebe und neue Elektromodelle so draufhat. Doch wer mit dieser Erwartungshaltung durch die Frankfurter Messehallen läuft, dürfte enttäuscht werden.

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Auf der Leistungsschau der Branche werden wieder einmal PS-Protze die besten Plätze auf den Showbühnen und im Blitzlichtgewitter ergattern, wirklich neue E-Autos werden Mangelware bleiben. Natürlich wird es Hybride und elektrische Antriebe zu sehen geben, aber die meisten davon sind eben nicht neu zur IAA. Einige Beispiele:

Opel Ampera-e:
War bereits Anfang Februar auf internationaler Testfahrt. Im ersten Verkaufsjahr stehen außerdem in Deutschland nur 90 Fahrzeuge zur Verfügung. Viel Spaß bei dem Versuch, eine Probefahrt zu ergattern.

Tesla:
Das Einstiegsmodell Model 3 wird nun ausgeliefert, von neuen Modellen ist wegen der „Produktionshölle“ angesichts Hunderttausender Vorbestellungen erst mal keine Rede.

Volkswagen:
Der überarbeitete e-Golf mit mehr Reichweite wurde schon im März präsentiert. Die Wolfsburger konzentrieren sich derzeit vor allem auf den Ausbau ihrer SUV-Palette. Zu erwarten ist zudem die nächste Version der E-Autostudienreihe, mit der VW zeigt, was ab 2019 mit elektrischem Antrieb kommen soll.

Audi:
Für die vierte Generation des A8-Flaggschiffs ist zumindest ein Plug-in-Hybridantrieb mit 50 Kilometer (km) rein elektrischer Reichweite angekündigt. Aber ob der schon in Frankfurt zu sehen sein wird, darf man bezweifeln.

Technisch weiter ist der e-tron, aber der ist nicht wirklich neu. Die Studie wurde bereits 2015 gezeigt, aktuell ist das rein elektrisch angetriebene SUV im Tarnkleid auf Testfahrt. Erst im Spätsommer 2018 wird Audi die unverhüllte Serienversion des e-tron zeigen.

Porsche:
Man verabschiedet sich beim neuen Cayenne der dritten Generation vom Diesel, auch eine Version mit Hybridantrieb gilt als gesetzt, das muss erst mal reichen. Das E-Auto namens „Mission E“ wurde schon in Genf gezeigt, und auf der IAA 2015 als Studie. Es kommt sowieso nicht vor 2020 auf den Markt.

Nissan:
Beim weltweit meistverkauften Elektroauto, dem Leaf, gibt es immerhin ein neues Pedal. Dank „e-Pedal“ soll nur ein einziges Pedal ausreichen, um zu beschleunigen, zu verzögern und anzuhalten. Wie man dann den neuen nur mit dem rechten Pedal an einer Bergstrecke zum Stillstand bringt, das schauen wir uns auf der Messe natürlich an. Die Reichweite soll außerdem auf bis zu 400 km wachsen.


Jaguar:
Den Tesla-Model-X-Herausforderer namens „iPace“ kennt man als Studie schon seit 2016, mittlerweile befindet sich das Elektro-SUV auf Probefahrt: mit 400 PS, 700 Newtonmeter Drehmoment und versprochenen 500 km Reichweite. Aber nicht vor Ende 2018.

Zur Ehrenrettung der Industrie muss aber auch gesagt werden, dass die IAA eben nur alle zwei Jahre für Pkws stattfindet und die Hersteller in diesem Jahr bereits auf dem Autosalon in Genf einen Großteil ihres Produktfeuerwerks verballert haben. Und ein paar Elektro-Neuheiten gibt es dann doch noch, wenn sie auch teilweise ein wenig exotisch sind:

Borgward:
Bereits 2015 diente der wiedergegründeten Marke Borgward die IAA als Bühne zur Präsentation des ersten Serienmodells BX 7. Die chinesische Marke mit deutscher Historie will aber nicht nur SUV-Hersteller sein. Im September wird erstmalig ein flaches, coupéartiges, vermutlich sportliches und elektrisch angetriebenes Fahrzeug gezeigt.

TU München:
Einen Elektro-Laster für afrikanische Märkte südlich der Sahara fahren die Forscher aus Bayern auf der IAA vor. Die „aCar“ genannte Einfachkonstruktion ist modular aufgebaut, geländetauglich und lässt sich sogar mit Solarstrom laden. Optisch ähnelt das aCar vielleicht einem Golf-Cart mit Ladefläche, aber es gehört bestimmt zu den innovativsten Ausstellungsstücken der ganzen Messe.

Last, but not least die beiden großen Elektro-Ausnahmen der IAA, die wohl zumindest in puncto Antrieb wirklich neu sein werden. Sie kommen aus Deutschland, ihre Optik ist aber auch bereits bekannt:

BMW:
Zwar will BMW auf der Internationalen Automobilausstellung einen 3er-BMW mit Elektroantrieb zeigen, der eine Reichweite von 400 km haben soll. Er soll aber erst 2019 in den Handel kommen. Das Fahrzeug mit der internen Werksbezeichnung G20 soll sich aus dem modularen Baukasten von BMW bedienen. Die sogenannte Cluster-Architecture (CLAR ) besteht aus einem Materialmix aus konventionellem Stahl und Karbon.

Der Baukasten wurde von Anfang an nicht nur für Verbrennungsmotoren, sondern auch für eine elektrische Variante konzipiert. Bisher wurden keine Details zur Akkugröße, Motorleistung oder zum Antriebssystem der elektrischen 3er-Serie bekannt. Auch zum Preis fehlen Angaben. Das erste Reichweitenversprechen von 400 km orientiert sich klar am Herausforderer, dem Tesla Model 3.


Mercedes-Benz:
Offiziell noch nicht bestätigt wurde die Präsentation des EQ-A, einer batterieelektrischen Variante der neuen A-Klasse. Die Neuauflage des Kompaktmodells wurde bereits für das nächste Jahr angekündigt. Sie wird auch deswegen nötig, weil die elektrische B-Klasse mittlerweile eingestellt wurde, Daimler hat somit nur den Elektro-Smart des Tochterunternehmens als reines Batterieauto am Start.

Quelle:  Handelsblatt Online
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