Innovation der Woche: Conti schrumpft Autoschlüssel auf Scheckkartenformat

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kolumneInnovation der Woche: Conti schrumpft Autoschlüssel auf Scheckkartenformat

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Continentals Keyless-Go-Schlüssel ist kleiner und schlauer als bisherige Schlüssel dieser Art

Kolumne von Jürgen Rees

Der Autozulieferer Continental macht den Autoschlüssel nicht nur kleiner, sondern auch schlauer.

Einst war ein Autoschlüssel einfach nur ein Schlüssel. Ich habe ihn in das Türschloss gesteckt und die Tür geöffnet, danach rechts vom Lenkrad ins Zündschloss stecken (ja, ich weiß bei Porsche und Saab ist es anders), kurz drehen und der Wagen lief. Oh wunderbare Einfachheit!

Das ist bei modernen Autos längst vorbei. Heute steckt in den Plastikknubbeln Funktechnik, die die Türen per Knopfdruck öffnen und sogenannte RFID-Chips, die Wegfahrsperren freischalten. Seit zudem Start-Stopp-Knöpfe, die an Rennwagen erinnern sollen, in Mode sind, gibt es auch sogenannte Keyless-Go-Systeme. Das ist ein automatisches System, mit dem ein Fahrzeug ohne aktive Benutzung eines Autoschlüssels (also „keyless“, zu deutsch „schlüssellos“) entriegelt und durch das Drücken eines Startknopfes am Armaturenbrett gestartet werden kann. Das kostet natürlich Aufpreis, aber ein Start-Stopp-Knopf ohne Keyless-Go-System ist viel zu umständlich und eher sinnlos. Denn dann muss man erst die Türe per Knopfdruck öffnen, den Schlüssel verstauen und dann den Start-Stopp-Knopf drücken.

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Geschrumpfte Keyless-Go-Schlüssel

Weil jedoch die Elektronik in den modernen Keyless-Go-Schlüsseln Platz braucht, gleichen die Schlüssel eher verfetteten überdimensionierten Scheckkarten, die Hosen- oder Jackentaschen verbeulen.

Das soll sich jetzt ändern. Denn der Autozulieferer Continental hat den Autoschlüssel auf die Maße einer normalen Scheckkarte geschrumpft. Mitgeschrumpft ist auch die Elektronik im Inneren der nur 3,4 Millimeter dünnen Karte. So kann der Fahrer die Schlüsselkarte in der Brieftasche belassen, um sein Fahrzeug zu öffnen und zu starten. In Serie gegangen ist der neue Schlüssel bereits in der neuen Limousine Kia K9 (wird international ab Ende 2012 unter dem Namen Quoris angeboten) für den koreanischen Markt.

Für die Zukunft gerüstet

Möglich wird die mehr als 20 prozentige Reduktion der Materialstärke durch die Miniaturisierung der Elektronikbausteine und ein innovatives Produktionsverfahren. Zum ersten Mal stellt Continental die Schlüsselkarte mit einem extrem präzisen Spritzverfahren (Resin Transfer Molding, RTM) her, das deutlich filigranere und dabei extrem widerstandsfähige Kunststoffteile ermöglicht. Die meisten Fahrzeugschlüssel werden heute in einem Spritzgussverfahren mit so genannten Thermoplasten hergestellt. Um die erforderliche Stabilität zu erhalten, benötigt dieses Verfahren allerdings eine Materialstärke von mindestens sechs Millimetern. Das RTM-Verfahren nutzt hingegen einen besonderen Epoxid-Verbundstoff, der die elektronischen Bauteile im Produktionsprozess nicht gefährdet. Nach der Aushärtung bleibt das Material selbst bei hohen Temperaturschwankungen und gegen mechanische Einflüsse stabil.

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Obwohl die neue Schlüsselkarte dünner ist als je zuvor, ist sie nach Angaben von Continental für die Zukunft gerüstet: Die Integration so genannter NFC-Chips ist beispielsweise möglich. Diese Nearfield-Communication-Technologie wird vor allem bei Bezahlsystemen genutzt: Sind dann auf dem Schlüssel zum Beispiel Kreditkartendaten gespeichert, kann man damit allein durch das Berühren eines Sensorfeldes etwa am Fahrkartenautomaten oder der Supermarktkasse seine Rechnungen bezahlen.

Nur verlieren sollte man das kleine Ding dann lieber nicht.

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