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kolumne Innovation der Woche: Fahren mit Luft

Kolumne von Jürgen Rees

Ein luftbetriebenes Auto? Das klingt beinahe so unwirklich wie ein Perpetuum Mobile. Aber so unrealistisch ist es gar nicht.

Der druckluftbetriebenen AirPod beim „Tanken“ Quelle: Presse
Die Hersteller des AirPods arbeiten an einer Verfeinerung der Technologie, um das Fahrzeug für die Massenproduktion tauglich zu machen Quelle: Presse

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Der indische Autohersteller Tata will verstopfte Straßen und dreckige Luft in den indischen Mega-Millionenstädten mit Druckluftautos bekämpfen. Die Technologie liefert das in Luxenburg ansässige Unternehmen MDI (Motor Development International), das schon seit 1996 Prototypen mit Druckluftmotoren herstellt.

Das Einrad neu erfunden: Ein kleiner Motor treibt das Fahrrad ähnliche Gerät an, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 15 Stundenkilometern. Der SBU V3 wird nicht mit einem Lenker, sondern durch Gewichtsverlagerungen gesteuert: Zurücklehnen hält das Gefährt an, nach vorne beugen beschleunigt es. Laut Hersteller ist man nach 20 bis 30 Minuten üben fit für den Straßenverkehr.

Bild: Pressebild

Einer davon ist der AirPod, der aussieht wie eine etwas unförmige Kabinen-Seilbahn. Der Wagen ist zwei Meter lang und wiegt nur 220 Kilogramm. Die Druckluft wird in einem Tank unter einem Druck von 350 Bar mitgeführt. Mit dem Luftdruck wird ein kleiner Motor betrieben, der etwa vier Kilowatt Leistung hat. Die Reichweite des viersitzigen Wagens soll rund 220 Kilometern betragen.

Günstige Tankkosten

Der Wagen ist bis zu 70 Kilometer pro Stunde schnell. Wie tankt man Druckluft? Entweder wird der AirPod an einer Druckluftstation wieder befüllt, was nur einige Minuten in Anspruch nimmt, oder er wird an eine Steckdose angeschlossen. Dann übernimmt ein eingebauter Kompressor das Tanken. Diese Methode dauert allerdings deutlich länger als die direkte Befüllung. Die Tankkosten für die Druckluft belaufen sich auf lediglich einen Euro pro 200 Kilometer.

Tata arbeitet bereits seit 2007 mit MDI zusammen. Nachdem die ersten Fahrzeuge bei Tata im Alltagsbetrieb getestet wurden, soll jetzt die Technologie verfeinert und für die Massenproduktion tauglich gemacht werden. Beispielsweise könnte durch eine Erhöhung des Drucks in den Tanks die Reichweite noch erhöht werden. Wann die Autos marktreif sind steht jedoch noch nicht fest.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 20.08.2012, 20:19 UhrTaxifahrt

    Leider ist das eine Luftnummer!
    MDI veröffentlich immer wieder Meldungen um Investoren zu ködern.
    Siehe auch: http://www.spiegel.de/auto/aktuell/stadtwagen-onecat-fahren-mit-dicker-luft-a-539471.html
    Scheinbar wird verkaufte Technologie nicht vertragsgemäß geliefert:
    http://catecar.ch/images/docs/Newsletter_01.pdf
    An sich stehe ich der Technologie aber offen gegenüber und hätte mir bestimmt schon so ein Fahrzeug gekauft, wenn es denn wirklich mal kommen würde. Nach ersten Ankündigungen war mal von einem Kaufpreis ab 3500 Euro die rede.

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