Innovation: Neue Technik fürs Zwei-Liter-Auto

Innovation: Neue Technik fürs Zwei-Liter-Auto

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Transonic-Chef mit Prototyp: Der 2,3-Liter-Dieselmotor verbrennt Benzin statt Diesel

Mit einer neuen Einspritztechnik sollen Autos auf 100 Kilometer nur noch zwei Liter Sprit verbrauchen. Die Idee hatte ausgerechnet ein Elektroauto-Pionier.

Außer billigem Bauland und der Nähe zur 90 Autominuten entfernten Metropole Los Angeles hat Camarillo wenig zu bieten. Es ist eine Stadt wie Hunderte andere an der amerikanischen Westküste – die optimale Kulisse für ein Startup, das lange im Verborgenen an einer Technik forschte, die eines der größten Probleme der Autoindustrie lösen soll. In einem Industriegebiet, am Rand von weitläufigen Gemüsefeldern gelegen, hat das Unternehmen Transonic Combustion eine große Lagerhalle gemietet. Eine schwere Tür führt von einem mit Computern und Schreibtischen vollgestellten Großraumbüro in eine etwa 800 Quadratmeter große Werkstatt. Hier soll die Autoindustrie einen großen Schritt nach vorne marschieren.

Transonic Combustion glaubt, eine Technik entwickelt zu haben, mit der Autos eine Strecke von 100 Kilometern mit weniger als zwei Liter Benzin fahren können. Ohne zusätzliche Elektromotoren, nur mithilfe einer über 100 Jahre alten Technik: dem Dieselmotor, der mit einer neuartigen Einspritzanlage ausgestattet wird. Prominente Investoren sind begeistert von der Idee: Die Rockefeller-Familie und der Silicon-Valley-Technologieguru Vinod Khosla finanzierten das Unternehmen mit mehreren Millionen Dollar. Jetzt testen vier Autohersteller die neue Technik.

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Umbruch ist Riesenchance für kleine Autounternehmen

Wie sich die Zeiten geändert haben: Noch vor wenigen Jahren hatten kleine Unternehmen keine Chance in der Autoindustrie. Die Innovationen kamen fast ausschließlich aus den Entwicklungsabteilungen großer Konzerne. Nun steht die Branche vor der größten Krise ihrer Geschichte. Und die Hersteller suchen dringend nach alternativen Antrieben und neuen Ideen, um den Verbrauch ihrer Autos zu senken.

Dieser Umbruch ist eine Riesenchance für Unternehmen wie Transonic. Erstmals lassen die großen Hersteller Technologien prüfen, die außerhalb ihrer Forschungsabteilungen entwickelt wurden. „Es wird gezielt nach neuen Ideen gefahndet“, sagt Brian Ahlborn, Chef von Transonic Combustion. Er muss es wissen: Ahlborn hat lange Jahre Erfahrung in der Antriebstechnik gesammelt. Zuletzt leitete der von der Eliteschmiede Wharton geschulte Betriebswirt die Geschicke des Motorenentwicklers McLaren Performance Technologies.

Die Zahlen belegen den Aufbruch der Kleinen: Risikoinvestoren steckten in den USA vergangenes Jahr 300 Millionen Dollar in junge Automobilfirmen. 2003 waren es gerade einmal acht Millionen Dollar. Die jungen Unternehmen versuchen, existierende Funktionen in Autos zu optimieren oder sie entwickeln Elektro-Sportwagen, die so teuer sind wie ein Einfamilienhaus. Sie alle tragen jedoch dazu bei, die kriselnde Autoindustrie mit ihren Ideen und Techniken voranzubringen.

Ahlborn will die Chance ergreifen. „2,3 Liter Verbrauch auf 100 Kilometer haben wir im Langzeittest bereits geschafft“, sagt er. Vorsichtig fährt er mit den Händen über das hellgraue Sportcoupé, das in der Lagerhalle auf zwei Metallschienen steht und mit Messgeräten verkabelt ist. Genauso groß und schwer wie ein Toyota Prius ist der Wagen. Doch er schluckt bei einer Geschwindigkeit von 80 Kilometern pro Stunde im Schnitt nur rund halb so viel wie Toyotas populärer Hybrid, der mit einem Verbrennungs- und Elektromotor fährt. Der Transonic-Wagen wird dagegen ausschließlich von einem 2,3-Liter-Dieselmotor angetrieben, in dessen Zylinder unter hohem Druck statt Diesel Benzin eingespritzt wird.

In modernen Dieselmotoren beträgt das Verhältnis zwischen komprimierter Luft und Treibstoff etwa 60:1. Transonics Ingenieure haben es in dem Testwagen auf 80:1 erhöht und meinen, 100:1 und sogar 200:1 erreichen zu können. Je höher dieser Druck, desto weniger Kraftstoff wird für den Antrieb des Autos benötigt.

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