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Jährliche Untersuchung: Protest gegen TÜV-Pläne der EU

von ked

Alte Autos sollen jährlich zum TÜV, fordert die EU. "Blödsinn", sagen die Automobilclubs und der Verkehrsminister. Dabei ist das Procedere in einigen EU-Staaten längst Standard.

Der Anteil der Fahrzeuge mit erheblichen Mängeln auf Deutschlands Straßen ist um 0,2 Prozentpunkte auf 19,7 Prozent angestiegen, das geht aus dem akuellen TÜV Report 2012 hervor, der auf den Daten aus Hauptuntersuchungen von rund acht Millionen Fahrzeugen beruht.

Im folgenden zeigen wir die großen Gewinner und Verlierer bei den einzelnen Modellen im Bild, und einen Überblick über die am häufigsten von den Sachverständigen und Prüfern beanstandeten Mängel ...

Bild: dpa

Geht es um der Deutschen liebstes Kind - das Auto - wird die Nation sehr sensibel: Am Tempolimit soll nicht geschraubt werden, genauso wenig soll die Pkw-Maut kommen. Und jetzt das: EU-Verkehrskommissar Siim Kallas will eine jährliche „TÜV“-Untersuchung für ältere Autos in Europa zur Pflicht machen. Kallas präsentierte am Freitag einen Richtlinienvorschlag, wonach Pkw ab einem Alter von sieben Jahren jährlich statt wie bislang in Deutschland alle zwei Jahre zur Hauptuntersuchung sollen.

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Nach Einschätzung Kallas' können die kürzeren Prüfintervalle mehr als 1000 Menschenleben jährlich retten, weil technische Mängel für viele tödliche Unfälle verantwortlich seien. Vom ADAC und von Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) waren die Pläne schon vorab kritisiert worden. Sie würden für viele Autofahrer mehr Bürokratie und höhere Kosten bedeuten, sagte Ramsauer. Deswegen halte er davon nichts. In Deutschland gebe es schon hohe Standards. „Unsere Prüfpraxis ist seit langem bewährt und kann anderen EU-Ländern hilfreiche Orientierung sein.“

Seehofer fordert "TÜV für Brüssel"

Sauer ist auch Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU): „Jährliche TÜV-Prüfungen für Autos und Motorräder sind nicht notwendig, aber teuer und lästig für die Menschen“, sagte er am Freitag. Er forderte im Gegensatz einen TÜV für Brüssel: Es müsse ein Mechanismus geschaffen werden, „der die Bürger wirksam vor ausufernder EU-Bürokratie schützt“.

Kallas hält dem entgegen, dass die Gefahr von Unfällen mit höherem Auto-Alter erheblich ansteige. „Autos, von denen potenziell eine tödliche Gefahr ausgeht, wollen wir einfach nicht auf unseren Straßen haben“, erklärte er. Jährlich zum TÜV sollen deswegen auch alle Wagen mit mehr als 160.000 Kilometer auf dem Tacho - und das ab einem Alter von vier Jahren. Die Richtlinie muss nach Kallas Vorschlag nun von den Mitgliedsstaaten und dem Parlament beraten und dann beschlossen werden.

Mehr als die Hälfte der deutschen PkW betroffen

Da das Durchschnittsalter eines in Deutschland zugelassenen Autos bei Autos 8,5 Jahren liege, sei mehr als die Hälfte der PkWs betroffen, errechnete der ADAC. Exakt beträfe es 25 Millionen der rund 43 Millionen Autos in Deutschland und würde zusätzliche Kosten von rund 1,3 Milliarden Euro pro Jahr für die PkW-Halter bedeuten. Wie auch der Automobilclub Europa (ACE) ist der ADAC wenig begeistert von dem Vorstoß: "Es gibt keine verlässlichen Zahlen, dass es weniger Unfälle bei jährlichen Kontrollen gibt", sagt ein Sprecher gegenüber WirtschaftsWoche Online. Technische Defekte seien weder bei neuen noch bei alten Modellen eine häufige Unfallursache.

Der ACE vermutet, dass der Vorstoß vor allem dem Interesse der Prüforganisationen geschuldet ist. „Der Brüsseler Verkehrskommissar erweckt den Eindruck, er habe auf dem Schoß von TÜV-Lobbyisten Platz genommen“, sagte ACE-Sprecher Rainer Hillgärtner. Auch nach ACE-Angaben sind technische Mängel immer seltener die Ursache von Verkehrsunfällen mit Verletzten oder Toten. Es gebe daher keinen Grund für schärfere Vorschriften.

Finanziell würden die Prüfer auf jeden Fall profitieren: Je nach Bundesland beträgt die Gebühr pro Check zwischen 50 und 90 Euro. Kommen die Halter mit ihren Autos künftig nicht mehr alle zwei Jahre, sondern alle 12 Monate vorbei, steigt dementsprechend der Verdienst. Da verwundert es nicht, dass TÜV und Dekra die Verkürzung der Prüffristen gut heißen.

Intervall in Europa Gang und Gäbe

Im europäischen Ausland dürfte man der deutschen Entrüstung eher verständnislos gegenüber stehen: In Island muss jeder Gebrauchtwagen jährlich zur Skoðun (Untersuchung). Und in Schweden, Finnland und Polen ist die jährliche Prüfung für Autos, die älter sind als fünf Jahre, ganz normal. Die Niederländer müssen bereits drei Jahre nach Erstzulassung regelmäßig alle zwölf Monate zum TÜV - Benziner müssen ab einem Alter von acht einmal pro Jahr zur Algemene Periodieke Keuring (APK). Auch die Portugiesen schicken ihre Achtjährigen einmal im Jahr zum Check, in Irland haben die Autos Schonfrist bis zum zehnten Geburtstag. Gleiches gilt in Spanien.

Für diese Länder dürfte die geplante Neuregelung, die die EU-Kommission Anfang Juli offiziell vorstellen möchte, eine Erleichterung sein. Sobald die Regelung in Kraft tritt, müssen Neuzulassungen erstmals nach vier Jahren zur Hauptuntersuchung, die nächste erfolgt zwei Jahre später. Hat das Auto ein Alter von sieben Jahren erreicht, geht es jedes Jahr auf den Prüfstand. Eine Umstellung wird das bloß für Griechenland, Deutschland, Frankreich, Italien und Norwegen. Die haben nämlich das gleiche Prüfintervall.

5 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 20.12.2012, 09:02 Uhrsonnenblume

    Jährlicher TÜV? Warum dürfen wir nur danebensitzen und zusehen, wie ein paar - sich aus dem eigenen Land wegen Versagens verabschiedete und sich in die EU gerettende Landes-Abgeordnete - sich Themen in Eigenregie wie TÜV, Zigaretten, Bananen, Gurken uvm. suchen, die dann in Gesetze und Verordnungen gebunden den Ländern vorgesetzt werden.

    Alkoholsucht zerstört ganze Menschen, Nikotinsucht "nur" Lungen einzelner! Es soll Menschen geben, die sich absichtlich tot-trinken oder sich tot-fahren - dann allerdings nicht mehr solo.

    Der jährliche TÜv ist es ja auch nicht alleine. Weil den TÜV-Prüfern durch den Neuwagenverkauf die Prüfmuster weggenommen werden, werden sie sich mit aller Macht auf die Prüfung älterer Wagen stürzen. Das könnte man sich allerdings sparen, indem mal alle Fahrzeuge ab dem 10. Jahr aus dem Verkehr zieht. Damit wäre der Weg in die Armut noch kürzer.

    Selber schuld an diesem Brüssel-Monster besser Brüssel-Wahnsinn kann man nicht sagen: Parteienzusammenschlüsse erfolgen erst nach einer Wahl. Also scheint es, als ob der Urnen-Gang alleine nicht reicht.

    Dass der Gang zur Urne nicht reicht, zeigen jetzt die in die Armut gehetzten Menschen, sie gehen auf die Straße.

  • 16.07.2012, 00:15 Uhrsnookerfox

    Zu Recht regt sich Widerstand. Während 74000 Menschen alleine in Deutschland an den Folgen von Alkoholmissbrauch sterben, möchte man mit jährlichem TÜV/Dekra oder was auch immer - Untersuchungen 1200 Tote pro Jahr europaweit verhindern. "Alte" Autos werden durch Leute gefahren, die sich eben keine neuen Fahrzeuge leisten können - die belastet man nun zusätzlich. Es mag in anderen Ländern der EU so sein, daß ältere Fahrzeuge verkehrsunsicher sind, aber in Deutschland ist der Zustand ja doch ok. Man sollte sich aber die Verhältnismässigkeit vor Augen führen - verbietet Alkohol und es werden wesentlich mehr Menschen gerettet als durch diese unnütze Massnahme.

  • 13.07.2012, 17:40 UhrDissident

    Auf dem Weg in eine EU Diktatur?

    Heute werden 84% der neuen Gesetze und Regulationen in Deutschland aus Brüssel von der "EU-Kommission" (27 Leute) diktiert!!

    Die EU-Kommission besteht aus 27 Mitgliedern die von keinem EU Bürger gewählt wurde!!

    Nur die diktatorische EU-Kommission darf in Europa Gesetze vorschlagen und verabschieden!

    Kein Parlament auch nicht das EU-Scheinparlament kann ein Gesetz dieser 27 Leute stoppen!!

    Was macht es denn noch für einen Sinn, wenn man in Deutschland wählt, wenn alle heutigen Parteien es freudig erlauben, dass die Gesetze von 27 Leuten diktiert werden, die Sie in Brüssel nicht gewählt haben und die Sie auch nicht absetzen können?

    Wir haben in Deutschland die demokratische Aufsicht über die Gesetze, die unser Leben lenken, verloren!

    Wie kann man in Deutschland noch von einer parlamentarischen Demokratie sprechen?


    Das deutsche Parlament wurde von der EUDSSR entmachtet!


    Warum berichten die Medien nicht von der Macht der 27 Kommissare die niemand gewählte hat?

    Wem gehören eigentlich die ganzen Medien AGs?

    Sind die privaten Medien AGs vielleicht nicht so objektiv wie wir alle glauben? :-)

    Bsp.

    Axel Springer AG ein in Europa führendes Medienunternehmen ist der größte deutsche Zeitungs- und drittgrößte Zeitschriftenverlag. (Bild, Die Welt, ...)

    Was kostet Axel Springer?

    Axel Springer AG: Marktkapitalisierung 3,39 Mrd Euro

    George Soros (Investor) geschätztes Vermögen: 15,4 Milliarden Euro (20 Milliarden Dollar)

    Übrigens muss man nicht 3,39 Mrd Euro ausgeben, es reicht wenn man 50,1% der Aktien (1,7 Mrd) besitzt um zu bestimmen was in der Zeitung steht!

    Wer glaubt, dass Zeitungen da sind um uns objektiv zu informieren, der glaubt auch an den Weihnachtsmann!

    AUFWACHEN!!!!

    Bitte nicht löschen, Herr/Frau Zensor danke

    www.wissensmanufaktur.net

    http://nutze-deine-freiheit.blogspot.com/2011/05/nigel-farage-in-berlin.html

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