Mitfahrzentralen: Die große Fahrgemeinschaft

Mitfahrzentralen: Die große Fahrgemeinschaft

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Mitfahrgelegenheit

von Oliver Voß

Daimler macht den etablierten Mitfahrzentralen Konkurrenz. Der Marktführer Mitfahrgelegenheit.de fühlt sich trotzdem nicht bedroht und expandiert derzeit im Ausland.

Nur wenige Menschen freuen sich, wenn die Benzinpreise wieder einmal kräftig steigen. Einer von ihnen ist Michael Reinicke, Gründer und Geschäftsführer der Internetseite Mitfahrgelegenheit.de. Denn immer wenn die Preise an den Zapfsäulen anziehen, steigen  auch die Anfragen und Angebote auf seiner Seite massiv.

Jeden Tag finden sich dort mehr als 300.000 Fahrten quer durch Deutschland, auf denen Mitfahrer oder Fahrer gesucht werden, um sich die Kosten zu teilen. 1,3 Millionen Nutzer haben sich inzwischen bei Mitfahrgelegenheit registriert, damit ist es mit Abstand der größte Anbieter in Deutschland.

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Andere Mitfahrzentralen abgehängt

Begonnen hat alles 2001 als Hobbyprojekt. Reinicke studierte in Würzburg Betriebswirtschaft. „Ich hatte kein Auto und Bahnfahrten oder Mietwagen waren auch oft zu teuer“, erinnert sich der heute 34-jährige. Mitfahrzentralen gab es zwar schon lange, doch vor allem übers Telefon und als stationäre Büros an Bahnhöfen, deren Angebot zudem oft begrenzt war.

Mit zwei Studienfreunden beschloss Reinicke, eine Internetplattform zu programmieren, um dort Fahrten zu vermitteln. Das notwendige Geld kratzten die drei selbst zusammen, mehr Werbung als einige selbst aufgehängte Plakate war nicht drin.

Dank Mund-zu-Mund-Propaganda wuchs Mitfahrgelegenheit trotzdem schnell und 2006 wurde das Unternehmen in eine GmbH umgewandelt. Inzwischen erzielt das Unternehmen Umsätze im sechsstelligen Bereich und ordentliche Gewinne. Dabei ist das Anbieten und Suchen von Anzeigen im Gegensatz zu anderen Anbietern kostenlos. Einnahmen erzielt die Seite vor allem durch Werbung.

Mit diesem Geschäftsmodell unterscheidet sich Mitfahrgelegenheit von anderen Anbietern. So kostet es beim älteren Konkurrenten Mitfahrzentrale.de mindestens 1,49 Euro, die Telefonnummer des Anbieters einer Fahrt zu erhalten – nur der Mailkontakt ist kostenfrei. Mit 700 000 Nutzern ist der Wettbewerber nicht einmal halb so groß.    

Car2gether: Daimler startet Mitfahrzentrale

Die erreichte Größe ist inzwischen der letztlich entscheidende Wettbewerbsvorteil. Die Plattform funktioniert schließlich umso besser, je mehr Angebote und Nachfrager es gibt.

Daher ist es anderen Anbietern wie Drive2Day, Liftpool oder Mifaz trotz teilweise modernerer Gestaltung nicht gelungen, zu ernsthaften Konkurrenten zu werden. Andere  versuchen es daher in Nischen: Inzwischen gibt es spezialisierte Angebote für Frauen oder eine Tier-Mitfahrzentrale. 

Selbst einen Giganten wie Daimler fürchtet Reinicke nicht. Die Stuttgarter starten am Samstag eine eigene Mitfahrzentrale. Car2gether heißt das Projekt, das erst einmal als Test in Ulm beginnt, bis Jahresende soll eine weitere Stadt folgen. „Wir fühlen uns nicht angegriffen und sehen darin keine Konkurrenz“, sagt Reinicke. 

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