Mobileye: Warum Autobauer von einem Winzling aus Israel abhängen

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Mobileye: Warum Autobauer von einem Winzling aus Israel abhängen

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Mobileye: Das Auge für autonomes Fahren kommt aus Israel.

von Rebecca Eisert

Das israelische Unternehmen Mobileye ist ökonomisch ein Zwerg, aber technologisch ein Riese. Seine Kameras gelten als Schlüssel zum autonomen Fahren. Nun hat es Tesla die Freundschaft gekündigt.

Einem so schillernden Kunden wie dem kalifornischen Elektroautopionier Tesla einen Korb zu geben erfordert einiges an Chuzpe. Amnon Shashua, Technikvorstand bei Mobileye, einem Experten für digitale Bildverarbeitung aus Jerusalem, hat genau das gewagt.

Bisher lieferten die Israelis wichtige Softwarekomponenten, auf denen Teslas Fahrassistenzsystem basiert. Sie lassen das Auto verstehen, was seine Kamera sieht, und darauf basierend beispielsweise entscheiden, ob es ausweichen oder auch eine Notbremsung einleiten soll.

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Nun aber hat Shashua selbst einen Notstopp ausgelöst. Ende Juli verkündete er das weitgehende Ende der Kooperation. „Es ist nicht im Interesse von Mobileye, die Zusammenarbeit mit Tesla fortzusetzen“, sagte Shashua. Offiziell schweigt er zu den Gründen.

Die fünf Stufen des automatisierten Fahrens

  • Stufe 1: Fahrassistenten

    Der Fahrer lenkt, bremst und beschleunigt selbständig. Einfache Systeme wie Abstandshalter unterstützen ihn.

  • Stufe 2: Teilautomatisiertes Fahren

    Das elektronische System übernimmt bestimmte Funktionen wie automatisches Einparken oder das Spurhalten. Der Fahrer bleibt aber weiter in der Verantwortung, die Hände bleiben am Lenkrad.

  • Stufe 3: Hochautomatisiertes Fahren

    Das Fahrzeug fährt weitgehend autonom, der Fahrer muss nicht mehr alles dauerhaft überwachen. Er darf die Hände vom Lenkrad nehmen, muss aber in der Lage sein, nach Vorwarnung die Kontrolle wieder zu übernehmen.

  • Stufe 4: Vollautomatisiertes Fahren

    Der Fahrer kann noch übernehmen, ist aber nicht mehr erforderlich, um das Auto zu steuern. Elektronische Systeme können alle Verkehrssituationen automatisch bewältigen.

  • Stufe 5: Fahrerloses Fahren

    Das Lenkrad entfällt, das Auto wird nur noch vom System gesteuert.

In der Autobranche aber ist es ein offenes Geheimnis, dass die Israelis die Reißleine ziehen, weil sie ihren Ruf schützen wollen. Tesla wollte zu viel zu schnell, bewarb die Software, die Fahrer beim Steuern unterstützen und entlasten sollte, als „Autopilot“ und weckte falsche Erwartungen – bis das System im Mai versagte und ein Fahrer bei einem Unfall starb.

Mobileye setzt auf VW und BMW statt Tesla

Die rote Karte der kleinen Softwarefirma ist ein herber Schlag für Tesla. Denn der nur 700 Köpfe starke Spezialist hat sich mit seiner Expertise rund ums autonome Fahren zu einem der entscheidenden globalen Know-how-Träger in der wichtigsten Zukunftstechnologie der Autowelt entwickelt.

Ohne die Israelis liefe aktuell in der Entwicklung des autonomen Fahrens weltweit nicht viel, oder es wäre sehr viel teurer und ginge sehr viel langsamer voran. Die Folge: Mit Ausnahme von Daimler und Toyota setzten fast alle Autoproduzenten weltweit auf die Monokameras mit den EyeQ-Chips von Mobileye.

ACC, ESP und Co Was Fahrassistenten schon können – und was nicht

Moderne Assistenzsysteme im Auto können Unfälle verhindern. Ein Blick auf die einzelnen Systeme zeigt deren Chancen, aber auch die Grenzen – und weshalb der Schritt zum automatisierten Fahren größer als gedacht ist.

Autonome Fahrassistenten im Fokus. Quelle: Volvo

„Die spielen auf Champions-League-Niveau“, sagt der Einkaufsvorstand eines Premiumautoherstellers, der seinerseits von den Israelis abhängt und seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will. Denn nicht nur der technische Vorsprung sei beträchtlich, auch die Taktik stimmt.

Shashua setzt auf enge Kooperation mit den Autokonzernen und ihren Zulieferern, ohne aber auch nur einen Hauch zu viel vom eigenen Know-how zu verraten. Weiterenwicklungen, Zusatzfunktionen fürs autonome Fahren, das gibt es schnell und effizient nur in Kooperation mit den Softwerkern aus Jerusalem.

Mit welchen Assistenzsystemen haben Sie bereits Erfahrungen gemacht?

  • 63 Prozent...

    ... sind bereits mit einem Tempomat gefahren.

    Quelle: EY

  • 52 Prozent...

    ...haben Erfahrungen mit einer Einparkhilfe gemacht.

  • 48 Prozent...

    ... haben bereits eine Lichtautomatik genutzt.

  • 47 Prozent...

    ... sind bereits ein Auto mit ESP (Elektronisches Stabilitätssystem) gefahren.

  • 40 Prozent...

    ... haben bereits eine verkehrsangepasste Navigation genutzt.

  • 31 Prozent...

    ... sind ein Auto mit Notbremssystem gefahren.

  • 26 Prozent...

    ...haben bereits Erfahrungen mit einem Abstandsregler gemacht.

  • 26 Prozent...

    ...sind bereits ein Auto mit einem Nachtsicht-Assistenten gefahren.

  • 25 Prozent...

    ...kennen die Totwinkel-Überwachung.

  • 22 Prozent...

    ... sind bereits ein Auto mit einem Staufolgeassistenten gefahren.

  • 19 Prozent...

    ...haben bereits Erfahrungen mit einer Verkehrszeichenerkennung gesammelt.

  • 19 Prozent...

    ... haben bereits einen Spurwechselassistent genutzt.

  • 16 Prozent...

    ... sind ein Auto mit Müdigkeitserkennung gefahren.

Mobileye ist der Star der israelischen Techszene, die sich im Schatten des Silicon Valley zu einem zweiten Hotspot für IT-Experten entwickelt hat. Der Erfolg der Bildspezialisten basiert auf den Erfindungen von Technikchef Shashua, Professor für Informatik an der Hebräischen Universität Jerusalem. 1999 gründete er Mobileye, fand Partner und entwickelte ein intelligentes Bildverarbeitungssystem. Das arbeitet mit nur einer Kamera und ist damit günstiger als andere Systeme, die auf Stereooptiken setzen.

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