Mobilität: Warum Sie Erdgasautos kaufen sollten

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Mobilität: Warum Sie Erdgasautos kaufen sollten

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Nun haben auch die Hersteller das Potenzial erkannt: Ob Opel, Fiat, Volkswagen, Suzuki oder Tata: Viele große Hersteller bringen neue Erdgasmodelle auf den Markt.

von Jürgen Rees

Elektroautos kranken an hohen Kosten und technischen Unzulänglichkeiten. Erdgasfahrzeuge sind besser und billiger - aber unpopulär. Warum Autofahrer zugreifen sollten.

Taxifahrer lieben Dieselautos. Sie sind sparsam, billig im Unterhalt und halten ewig. Auch Dennis Klusmeier schwor auf diese Antriebstechnik. Doch vor sechs Jahren kam die alte Liebe ins Wanken. Denn Klusmeier fing an zu rechnen.

Die Stadtwerke Düsseldorf machten dem Chef der lokalen Taxigenossenschaft ein unwiderstehliches Angebot: 5000 Kilo Erdgas wollte ihm der Energieversorger schenken - was dem Energiegehalt von 6.500 Liter Diesel entspricht -, wenn er einen Teil seiner Flotte auf Gasantrieb umstellt.

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Klusmeier, mehr kühler Rechner als heißblütiger Autonarr, kaufte daher als Test einige VW Touran und Opel Zafira mit Erdgasantrieb. Heute fahren 275 der fast 1.200 Autos mit Erdgas. Damit hält die Taxigenossenschaft Düsseldorf eine der größten Erdgasflotten in Deutschland, zudem eine eigene Tankstelle sowie eine Werkstatt für Gasfahrzeuge auf dem Betriebsgelände.

Das Wichtigste aber: Die Treibstoffkosten der Düsseldorfer Gasflotte sind um rund ein Drittel niedriger als bei Dieselautos. "Wer rechnen kann, fährt mit Gas", sagt Klusmeier.

Weltweit wächst die Zahl der Fahrzeuge mit Erdgasantrieb: 2000 waren gerade einmal 1,2 Millionen Gasautos auf den Straßen unterwegs. Vergangenes Jahr waren es über 16 Millionen. Und die Zahl steigt laut dem Branchenverband Natural & Bio Gas Vehicle Association jedes Jahr um 25 Prozent. Die stärksten Zuwächse beobachten Experten in Südamerika und Asien.

Die Gründe für den Boom sind vielfältig: Die Technik ist ausgereift, die notwendigen Änderungen sind im Vergleich zum Benzinantrieb gering: kaum mehr als Gastank und Steuerungselektronik sind nötig. Die Sicherheit der Druckgasbehälter gilt als genauso groß wie die der Benzintanks und der Aufpreis gegenüber einem konventionell angetriebenen Benziner ist auf etwa 2000 Euro geschrumpft. Zudem verbrennt Erdgas um bis zu 80 Prozent schadstoffärmer als Benzin und Diesel.

Vor allem aber kostet der gasförmige Kraftstoff an der Tankstelle nur etwa halb so viel wie Benzin.

Wie weit kommen die unterschiedlichen Antriebe mit 10 Euro?

  • Benzin

    97 km

    *Basis: Opel Zafira Tourer (vergleichbare Motorisierung, 130 bis 150 PS), Verbrauchs- und Kraftstoffdurchschnittswerte, Stand: Januar 2013; Quelle: Erdgas mobil

  • Diesel

    148 km

  • Autogas (LPG)

    169 km

  • Erdgas (CNG)

    201 km

Das liegt auch daran, dass der deutsche Fiskus für Erdgas nur 18 Cent Steuer je Kilogramm kassiert - bei Benzin fallen 65,5 Cent je Liter an. Derzeit prüfen Brüssel und Berlin, ob die Steuerbegünstigung, die 2018 endet, bis 2025 verlängert werden soll. Grundsätzlich signalisieren die Bürokraten aber, dass sie Erdgas als umweltfreundlichen Treibstoff für förderungswürdig halten. Eine Entscheidung wird aber wohl erst 2014 fallen.

Der Gasboom hatte nur ein Problem: Es gab zu wenig wirklich attraktive Fahrzeuge.

Doch nun haben die Hersteller das Potenzial erkannt. Ob Opel, Fiat, Volkswagen, Mercedes, Suzuki oder Tata: Viele großen Hersteller bringen neue Erdgasautos auf den Markt. Ende des Jahres wird selbst Audi mit dem A3 g-tron erstmals in seiner Geschichte mit einem für Erdgasbetrieb entwickelten Motor auf den Markt kommen.

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